Ackerbürgerhaus an der Ravensberger Straße in Werther neu unter Denkmalschutz
Das Aushängeschild des Maurermeisters

Werther (WB). Als Maurermeister Heinrich Spilker sich 1893 ein Haus baut, dann soll jeder gleich erkennen können, was dieser Handwerker alles kann. Noch heute kann man die imposante Fassade mit seinen schlichten, aber deshalb nicht weniger kunstvollen Ornamenten bewundern. Das Haus an der Ravensberger Straße 56 steht neuerdings unter Denkmalschutz.

Dienstag, 04.06.2019, 08:47 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 08:50 Uhr
Einst Handwerker-Villa, später Zigarrenfabrik mit Laden: Das Haus an der Ravensberger Straße 56 steht unter Schutz.   Foto: Margit Brand
Einst Handwerker-Villa, später Zigarrenfabrik mit Laden: Das Haus an der Ravensberger Straße 56 steht unter Schutz.   

Voriges Jahr hatte sich die Eigentümerin beim Amt für Denkmalpflege in Münster beraten lassen, als es um Fassadensanierung und Fensteraustausch ging. Daraufhin sahen sich die Experten das Ackerbürgerhaus genauer an und kamen zu dem Schluss: Dieses Haus gehört unter Schutz gestellt. Diesem Votum hat sich der Planungsausschuss der Stadt Werther jetzt ohne Diskussion angeschlossen.

Ackerbürgerhaus

Innen wie außen gehöre diesem Haus Beachtung geschenkt, schreibt Dr. David Gropp aus Münster in seinem Gutachten. Maurermeister und Ziegeleibesitzer Spilker habe sein Wohnhaus als »Aushängeschild« errichtet. »Es stand in Größe und Anspruch einem Haus der gehobenen Bürgerschicht im städtischen Umfeld in nichts nach«, sagt Gropp und nennt das noch heute als Wohnhaus genutzte Anwesen ein »Ackerbürgerhaus im wahrsten Sinne des Wortes«.

Denn: Spilker baute 1907 Scheune, Remise und Stall an. Das schuf nicht nur Platz zum Unterstellen für Baumaterial, sondern auch für die Landwirtschaft, die man nebenher betrieb. Das lässt sich heute so nicht mehr erkennen, weil Teile längst abgebrochen sind und auch nicht mit unter Schutz gestellt wurden. Die ehemaligen Nebengebäude bilden heute eine eigene Eigentumseinheit. Doch eine Zusammengehörigkeit seit auch für Laien noch erkennbar, findet Gropp. Wobei die deutliche und damals alles andere als übliche Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten innerhalb des Ensembles das Bemerkenswerte sei: »Es zeigt die Verstädterung der Lebensweise.«

Fliesen aus alten Zeiten

Als der Maurermeister starb, richtete seine Witwe in den Wirtschaftsgebäuden eine Zigarrenfabrik mit Laden und Wohnung ein. Das Wohnhaus gehörte später Kaufmann Rudolf Meyer, der den Eingang von der Straße zur östlichen Seite verlegte. Eine neue Haustür und ein Fenster mit Farbverglasung im Stil der Zeit (Jugendstil) wurden eingebaut. Und auch wenn im Innern einiges verändert und modernen Bedürfnissen angepasst wurde: Im Treppenhaus sind alte Fliesen und das Geländer noch erhalten.

Auch die aufwändig gestaltete Fassade mit ihren Gurtgesimsen, Pilastern und Quadern hat im Laufe der Zeit einige Veränderungen erlebt. Trotzdem bleibt Historiker Gropp dabei: »Es wundert nicht, dass solch aufwändige Hausfassaden in Werther nicht so häufig vorkommen.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6664674?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516078%2F
Gesundheitsminister Spahn hat Corona
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich mit dem Coronavirus angesteckt.
Nachrichten-Ticker