Di., 18.06.2019

Theenhausen: Einseitige Sperrung stand nicht zur Debatte Kameras sollen Schranken schützen

Freie Fahrt nur für Busse: Seit Montag öffnen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes die Absperrung. Anfang kommender Woche wird eine Schranke hier und an der Voßheide installiert.

Freie Fahrt nur für Busse: Seit Montag öffnen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes die Absperrung. Anfang kommender Woche wird eine Schranke hier und an der Voßheide installiert. Foto: Margit Brand

Von Margit Brand

Werther-Theenhausen (WB). Der SUV, der vorige Woche in der Baustelle in Theenhausen hängen blieb (das WB berichtete), ist ein Symbolbild für die ganze »verfahrene« Situation in Theenhausen. Weil Autofahrer sich mitunter hemmungs- und mitunter auch respektlos einen Weg durch die gesperrte Strecke verschaffen wollen, stehen seit Montag Sicherheitsleute an den Absperrbaken in Höhe der Abzweigung Langenheider Straße und an der Voßheide vor der Firma Noack.

Anfang kommender Woche sollen Schranken dafür sorgen, dass nur Busfahrer und Bauarbeiter mit Fernbedienung das Tor öffnen können. Der Kreis Gütersloh sorgt sich um die Mitarbeiter der Baufirma – aber auch um das Respektieren besagter Schranken. Überwachungskameras werden also vermutlich gleich mitinstalliert. Das kündigte Bernhard Riepe, zuständiger Sachgebietsleiter, an. Er selbst habe vor Ort groteske Situationen erlebt, sagte er dem WB.

Ungezählte Beschwerden laufen nach seinen Angaben aktuell im Kreishaus ein oder werden von der Stadt Werther – sie ist bekanntlich Bauherrin der Kanalsanierungsarbeiten – dorthin weitergeleitet. Anwohner der Voßheide machen ihrem Ärger ebenso Luft wie Autofahrer, denen die ausgeschilderten Umleitungen zu lang sind. »Geographisch wie technisch ist die Ausgangssituation in Theenhausen leider ungünstig«, sagt Riepe. Geeignete kürzere Umleitungsstraßen gebe es nicht. Und die vergleichsweise geringe Straßenbreite lasse eine einseitige Sperrung nicht zu, betont er klipp und klar. Gerade die besonders langwierigen Kanalbauarbeiten, die in die Tiefe gehen, mache ein Nachdenken darüber überflüssig.

Hinzu kommen neue Arbeitsschutzrichtlinien, die Ende 2018 in Kraft getreten sind. Darin ist vorgeschrieben, dass für halbseitige Sperrungen eine Straße mindestens 8.50 Meter breit sein muss. Die Theenhausener Straße ist aber gerade einmal 6,50 Meter breit. Und Baustellen, die gegen Recht und Gesetz verstoßen, können nicht vergeben werden bzw. werden von Firmen nicht angetreten.

Auch in Verl wurden Schranke und Kamera installiert, um dem illegalen Passieren von Baustellen einen Riegel vorzuschieben.

Kommentar von Margit Brand

Natürlich darf man genervt sein. Als jemand, der mit dem Auto durch Theenhausen will, aber nicht kann. Als Anlieger der Voßheide, der erschrocken ist über den vielen Schleichweg-Verkehr vor der Haustür. Aber: Niemand sollte seine gute Kinderstube vergessen.

Müssen Absperrgitter aus der Verankerung gerissen und weggeworfen werden? Müssen sich Bauarbeiter übel beschimpfen lassen? Kann man seine Beschwerden beim Kreis Gütersloh nicht in einem angemessenen Ton vorbringen? Ja, es gibt Anlass zur Diskussion. Aber wer durchdreht, bringt die Sache keinen Meter voran.

 

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