Kosten für Neubau in Werther steigen von 5,5 auf 7,5 Millionen Euro
Kläranlage wird teurer – Abwassergebühr auch

Werther (WB/SKü). Die Wertheraner Gebührenzahler werden sich auf erhebliche Kostensteigerungen durch die  Neuentwicklung  einer Zentralkläranlage sowie die Einführung einer vierten Reinigungsstufe einrichten müssen.

Sonntag, 30.06.2019, 08:43 Uhr aktualisiert: 30.06.2019, 08:50 Uhr
Die Kläranlage wird komplett umgebaut. Foto: Fälker
Die Kläranlage wird komplett umgebaut. Foto: Fälker

Unterm Strich wird die alte Kostenschätzung von 2016 über Gesamtkosten von rund 5,5 Millionen Euro weit übertroffen werden. Der Fachplaner nannte jetzt als neue Gesamtkosten bis zu 7,5 Millionen Euro. Der derzeitige Abwasserpreis von 2,56 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser könnte damit deutlich über vier Euro steigen. Nähere Infos gab es dazu im Betriebsausschuss nicht.

Die Stadt Werther hat sich bekanntlich schon vor Jahren dazu entschieden, die Kläranlage Schwarzbach auszubauen und künftig als Zentralkläranlage für den ganzen Ort zu betreiben. Die zweite Kläranlage Warmenau wird aufgegeben beziehungsweise als Gebietspumpwerk umgenutzt.

Neue Auflagen

Über 2,5 Kilometer müssen dafür Druckrohrleitungen zwischen den beiden Kläranlagen verlegt werden. An der Anlage Warmenau bleibt außerdem eine große Rückhalteeinrichtung vorhanden, um Spitzen mit viel Abwasser besser verarbeiten und reinigen zu können. Um frühzeitig die absehbar schärferen Anforderungen des Gesetzgebers an die Abwasserreinigung erfüllen zu können, hat die Wertheraner Politik bereits im vergangenen Jahr die Einführung einer vierten Reinigungsstufe zwecks besseren Herausfilterns von Mikroschadstoffen beschlossen.

Für noch effektivere Reinigungsleistungen wurde eine Kombination von Ozonierung und Kohlefilter-Verfahren beschlossen. In der Summe war für die vierte Reinigungsstufe 2018 noch von 1,49 Millionen Euro die Rede, jetzt dürfte Werther bei 1,56 Millionen Euro landen. Immerhin wird der Ausbau der vierten Reinigungsstufe, solange er noch freiwillig ist,  mit bis zu 70 Prozent bezuschusst, so dass der Wertheraner Gebührenzahler etwa eine Million Euro nicht selber über die Gebühr tragen muss.

Genaue Zahlen fehlen noch

»Das Land hat bei der Einhaltung der Reinigungswerte ganz schön die  Daumenschrauben angezogen«, stellte Ingenieur Bröker fest. Der Vorsitzende der Betriebsausschusses, Hanns Lindemann (SPD), schloss aus dieser Bemerkung; »Dann haben wir mit unserer Entscheidung für die vierte Reinigungsstufe ja alles richtig gemacht.« Der Kläranlagen-Planer hat für die ersten Kostenschätzungen von 2016 für jedes Folgejahr eine Preissteigerung von 5 bis 10 Prozent eingerechnet. So kostet das Projekt Zentralkläranlage statt der seinerzeit geschätzten 4,48 Millionen bis zu 5,96 Millionen. Die Ausschreibungsergebnisse, für die die Unterlagen bald fertig sind, werden zeigen, ob die Planer damit richtig liegen oder Bauunternehmen gar noch mehr Geld verlangen können.

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