Fr., 12.07.2019

Bielefelder (55) soll nach dem Mord an seinen Eltern in Werther einen Freund angerufen haben Geständnis am Telefon?

Das Haus der Eltern von Dirk W.

Das Haus der Eltern von Dirk W. Foto: Hendrik Fahrenwald

Von Hendrik Fahrenwald

Werther/Bielefeld (WB). Der 55-jährige Dirk W. aus Bielefeld, der am Mittwoch in Werther seine Mutter (87) und seinen Vater (93) getötet und sich anschließend das Leben genommen hat, soll die Tat kurz vor seinem Suizid einem Freund gestanden haben. Die Hintergründe des Familiendramas sind weiterhin unklar.

Nachdem er seine Eltern umgebracht hatte, soll Dirk W. einen langjährigen Freund aus Bielefeld angerufen und sinngemäß gesagt haben, er habe Mist gebaut, der Freund solle zum Haus seiner Eltern kommen. Eine Bestätigung dafür, dass es dieses Geständnis so gegeben hat, wollten gestern weder Polizei noch Staatsanwaltschaft geben. Nach dem Telefonat soll der Freund zu dem Haus gefahren sein, wo er die drei Toten fand. Er alarmierte Feuerwehr und Polizei.

Keine sichtbaren Gewaltspuren

Am Donnerstag wurden die Eltern und ihr Sohn von Rechtsmedizinern aus Münster untersucht. Die Obduktionen sollten klären, woran die drei Menschen gestorben sind. Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen sollen die Leichen der Eltern keine sichtbaren Gewaltspuren aufgewiesen haben. Sie sollen erstickt worden sein. Möglicherweise wurden die Eltern von ihrem Sohn, der schwer krank gewesen sein soll, mit bloßen Händen getötet.

Er selbst soll sich in seinem Elternhaus umgebracht haben. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich am Donnerstag nicht zu den Ergebnissen der Obduktionen.

Mitteilung der Polizei

Mitteilung der Bielefelder Polizei und Staatsanwaltschaft von Freitagvormittag im Wortlaut: »Am Donnerstag, den 11.07.2019, erfolgten die Obduktionen der Verstorbenen. Auch die dabei durch die Sachverständigen getroffenen Feststellungen erhärten den bisherigen Verdacht, dass der 55-Jährige zunächst seine Eltern tötete und anschließend Suizid beging. Es haben sich darüber hinaus auch durch die weiter durchgeführten Ermittlungen keine Hinweise darauf ergeben, dass eine andere bisher unbekannte Person ursächlich für den Tod der drei Personen war.«

Dirk W. hinterlässt eine Frau und drei Töchter. Aufgrund seiner schweren Krankheit soll der Bielefelder nicht mehr seiner Arbeit bei der Post nachgegangen sein. Die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar. Bekannt ist, dass die Eltern mehrmals in der Woche die Hilfe ihres einzigen Kindes in Anspruch genommen haben. Zudem wurden beide von einem Pflegedienst unterstützt.

Am Mittwoch war Dirk W. von seinem Haus in Bielefeld zu seinen Eltern gefahren. Er soll vorgehabt haben, den Rasen zu mähen. Seine Mutter habe sich an jenem Tag mit starken Rückenschmerzen herumgeplagt, wird in der Nachbarschaft erzählt. Noch am Morgen ihres Todes habe sie einer Nachbarin gesagt, dass ihr Sohn komme. »Dann entscheidet sich, ob ich ins Krankenhaus muss«, soll sie am Telefon gesagt haben. »Er war ihr Ein und Alles«, erzählt eine Nachbarin.

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