Do., 15.08.2019

Aus Werther stammender Architekt Simon Tubbesing plant besonderes Wohnprojekt Wie ein modernes Bullerbü

Von Margit Brand

Werther (WB). Die Herausforderung ist gut 1000 Quadratmeter groß. Oder besser gesagt: klein. Architekt Simon Tubbesing, der heute in Hamburg lebt und arbeitet und gebürtig aus Werther stammt, plant neben seinem Elternhaus an der Engerstraße ein besonderes Wohnprojekt: Vier Einfamilienhäuser vereinen sich auf kleiner Fläche geschickt zu einem modernen »Bullerbü«, wie er es nennt.

Wiesen und Weite, große Höfe und glückliche Kinder – das ist das schwedische Bullerbü aus den Kinderbüchern von Astrid Lindgren. Simon Tubbesing hat das in die Neuzeit übertragen. Mit den Anforderungen, die die Moderne mit sich bringt. Geringer Flächenverbrauch, weitgehende Autarkie durch ein eigenes Blockheizkraftwerk, natürliche Materialien, private Rückzugsräume gepaart mit Begegnungsmöglichkeiten in der engen Nachbarschaft und das alles komfortabel mit Gärtchen mitten in der Stadt. Dort, wo der 42-Jährige früher im Garten seiner Großeltern spielte, sollen im Laufe des nächsten Jahres vier Pultdach-Holzhäuser (110 bis 145 Quadratmeter Wohnfläche) entstehen, die architektonisch ins Auge fallen dürften.

Mit der Baugenehmigung wird in Kürze gerechnet

Tubbesing berichtet erfreut, dass er bei den Vorbereitungen durch viele offene Türen gegangen sei. Das einstimmige Votum des Bauausschusses, wo er die Pläne erläuterte, ist ihm gut in Erinnerung. Kein Wunder: Baulücken zu schließen, ist in Werther angesichts der enormen Nachfrage nach Wohnungen und Grundstücken gern gesehen, solange größere Siedlungen weiter auf sich warten lassen. Mit dem Eintreffen der Baugenehmigung rechnet Tubbesing in Kürze. Wenn die Vermarktung ebenso voranschreitet (Projektvorstellung ist am Donnerstag, 29. August, 18.30 Uhr im Bankverein), soll noch in diesem Jahr mit den Vorarbeiten begonnen werden. Dann könnten in einem Jahr die Umzugswagen vorfahren.

Das neue Ensemble bildet seine eigenen »Schallschutzmauern«

Um das Grundstück optimal auszunutzen, hat Simon Tubbesing, der gemeinsam mit seinem Schwiegervater das inzwischen älteste Architekturbüro der Hansestadt (gegründet vor 130 Jahren) betreibt, seine architektonische Kreativität ausgespielt. Aus eigenem Erleben weiß er, dass man direkt an der Engerstraße/Ecke Grasweg (gegenüber Best Western Hotel) durchaus ruhig wohnen kann, wenn entsprechend geschickt geplant wird. Also riegelt sich das neue Ensemble quasi selbst zur Straße ab und bildet seine eigenen »Schallschutzmauern«. »Die Engerstraße liegt ohnehin an der Nordseite. In diesem Bereich sind entsprechend Bäder und Treppenhaus untergebracht«, sagt Tubbesing, der das Besondere an der »Sonnenseite« sieht.

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Man darf nicht glauben, dass Bauen in Werther günstiger ist als in Hamburg. Allenfalls die Grundstückspreise sind anders.

Simon Tubbesing

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»Hier gibt es hinter schönen Mauern gelegene Gartenhöfe, einen gemeinschaftlichen Erschließungshof zum Bobby-Car-Fahren und einen Gemeinschaftsgarten mit Sandkiste«, schildert er. Die Außenanlagen gehören für ihn in diesem Fall (auch preislich) zum Haus direkt mit dazu. Er arbeitet hierfür mit einem Hamburger Landschaftsarchitekten zusammen, setzt ansonsten aber auf Teamwork mit heimischen Handwerkern. Eine ernüchternde Erfahrung musste Tubbesing machen: »Man darf nicht glauben, dass Bauen in Werther günstiger ist als in Hamburg. Allenfalls die Grundstückspreise sind anders.«

740 Euro jährlich für Strom, Wärme und Wartung

Mit einbezogen in das Gesamtpaket sind zum Teil auch Tubbesings Elternhaus sowie das ehemalige Haus seiner Großeltern, die beide künftig quasi am Rand von »Bullerbü 4.0« liegen und ihre Energie ebenfalls vom künftigen Blockheizkraftwerk beziehen sollen. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach sorgt für zusätzliche Energie. 740 Euro jährliche Nebenkosten für Strom, Wärme und Wartung hat Tubbesing hochgerechnet. »Das macht die höhere Anfangsinvestition wett«, findet er. Über Nachhaltigkeit haben Lasse, Bosse, Inga und die anderen Lindgren'schen Kinderbuchhelden nie nachgedacht. Tubbesing schon.

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