Dorfladen Häger zieht zufriedene Jahresbilanz
47.000 Mal klingelte die Kasse

Werther-Häger (WB). 47.000 Kunden - meist wiederkehrende Gesichter - haben dem Dorfladen Häger im dritten Jahr in Folge ein Umsatzplus beschert. Netto lagen 2019 ohne Umsatzsteuer ca. 270.000 Euro in der Kasse. Das ist ein Plus von rund 23.000 Euro gegenüber dem Vorjahr (2017: 225.000 Euro). “Wir können damit alle Kosten abdecken“, bilanzieren Uwe Gehring und Wolfgang Lamek zufrieden. Denn auch wenn es bei dem Gemeinschaftsprojekt nicht darum geht, große Gewinne zu erwirtschaften, so müssen die Zahlen unterm Strich doch stimmen. Die Lohntüten von sieben Teilzeit-Angestellten wollen schließlich gefüllt sein.

Dienstag, 31.12.2019, 08:00 Uhr
Volles Haus zum Jahresausklang: So ein Bild ist ganz nach dem Geschmack der Aktiven. Im Dorfladen geht es schließlich nicht nur ums Einkaufen, sondern auch um die Begegnung mit anderen. Im dritten Jahr hat sich das Projekt weiter etabliert. Foto: Margit Brand
Volles Haus zum Jahresausklang: So ein Bild ist ganz nach dem Geschmack der Aktiven. Im Dorfladen geht es schließlich nicht nur ums Einkaufen, sondern auch um die Begegnung mit anderen. Im dritten Jahr hat sich das Projekt weiter etabliert. Foto: Margit Brand

Dass am Ende etwas über bleibt, dafür sorgen vor allem die so genannten Convenience-Produkte. Allen voran die ehrenamtlich belegten Brötchen zum Beispiel, die gerade bei Pendlern in den Morgenstunden großen Absatz finden. Ganz stark im abgelaufenen Jahr außerdem wieder: die exklusiven Sachen wie Isländische Lakritze, Konfitüre aus Südengland oder Muskatzinen (besondere Kekse) aus Dettelbach, für die man sonst weit fahren müsste, um sie zu kaufen.

Hochprozentiges sehr begehrt

Auch darüber, wie unglaublich gut sich die “Eigenmarken”-Spirituosen in den markanten schwarzen Flaschen verkaufen, verblüfft den Verein stets aufs Neue. Gerade sind wieder 420 Pullen geliefert - oder besser gesagt: von einem Mitglied abgeholt worden. Solche spontanen Aktionen zeichnen den Verein hinter den Kulissen aus. Wie überhaupt manches geregelt wird, von dem der Kunde wenig ahnt. 3000 ehrenamtlich geleistete Stunden sind da 2019 zusammen gekommen.

Enorm gesteigert hat sich der Verkauf von Präsentkörben. Und einen neuen Stammkunden hat der Dorfladen an der Angel: die Stadt Werther, die hier ihre Jubilar-Geschenke einkaufen will.

Insgesamt zwischen 600 und 700 Supermarkt-Produkten haben die Kunden die Auswahl - zu den selben Preisen, wie sie auch im Edeka in Werther verkauft werden, wie der Dorfladen nicht müde wird zu betonen. Denn ein bisschen bedauern die Akteure schon, dass manche Hägeraner das Angebot vor der Haustür nicht so recht annehmen.

Brunch im Mini-Café

Andere schwören auf den kleinen Laden – und sein Mini-Café, das oft genug sogar reserviert wird. Dass sich hier mit Freunden und Verwandten gut brunchen lässt, hat sich inzwischen herum gesprochen.

Das passt gut zu der Idee, “Treffpunkt” im Ort sein zu wollen. Zusätzliche Veranstaltungen, einmal im Monat immer freitags, laden ins Ladenlokal ein. Meinungsbörse will DLH auch sein; gerade hat er 60 Namensvorschläge für die Straße im neuen Baugebiet gegenüber gesammelt und wir die entsprechend weiterleiten.

“Wir sind bestrebt, immer besser zu werden. Dass wir 2019 die Zertifizierung Gemeinwohlökonomie erhalten haben, zeigt, dass wir auf gutem Weg sind, und gibt uns zugleich Ansätze, uns weiterzuentwickeln”, sagt Uwe Gehring. Aktionsangebote zum Beispiel sollen 2020 neu eingeführt werden. Und bestimmt kommen noch ein paar weitere Ideen dazu.

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