Fr., 27.03.2020

Wertheraner Geschäftsfrau Alessia Kullak näht Mundschutz-Masken Ran an die Nähmaschine

Alessia Kullak macht aus der Not eine Tugend. Ihr Laden „Lessi-Design” ist zurzeit geschlossen. Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin sitzt sie derzeit viel an der Nähmaschine, um Mundschutz-Masken zu nähen. Die Nachfrage ist enorm.

Alessia Kullak macht aus der Not eine Tugend. Ihr Laden „Lessi-Design” ist zurzeit geschlossen. Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin sitzt sie derzeit viel an der Nähmaschine, um Mundschutz-Masken zu nähen. Die Nachfrage ist enorm.

Von Margit Brand

Werther (WB). Schutzausrüstungen dringend gesucht – das gilt nicht nur für die virusdichten Produkte, die im unmittelbaren Kontakt zu Corona-Infizierten unverzichtbar sind. Auch für einfache Mund-Nasen-Masken ist der Markt wie leer gefegt. Was tun? Ran an die Nähmaschine!

Das jedenfalls tun immer mehr Leute mit geschickten Fingern. Im Internet häufen sich Anleitungen, die auch ohne große Näh-Vorkenntnisse umsetzbar sind. Alle haben den wichtigen Vermerk, dass die Do-it-yourself-Masken nicht dem FFP-2 oder 3-Standard genügen und kein medizinisches Produkt sind. Was bringen sie also?

“Sie sind besser als nichts”, findet Michael Faber, Inhaber der Sonnen-Apotheke in Werther. In erster Linie seien die Masken Barriere für Tröpfchen – vor allem die eigenen, die man beim Hüsteln oder auch Sprechen in seiner Umgebung verteilt. Wer weiß schon, ob man sich nicht selbst schon angesteckt hat, ohne es zu merken? Auch hat das Gesicht so eine erste Schutzschicht gegen unbedachte, oft unterbewusste Berührungen.

Pflegedienste wollen Klienten schützen

Gerade Pflegedienste möchten ihre Klienten, die schließlich zur Risikogruppe gehören, schützen. „Ich habe gerade 100 selbst genähte Masken zu einem ambulanten Pflegedienst nach Bielefeld geliefert”, erzählt Alessia Kullak, die in Werther das “Lessi-Design”-Lädchen betreibt. “Deren Vorräte an Einmal-Produkten waren erschöpft.”

Und immer mehr Aufträge treffen über Mund-zu-Mund-Propaganda ein. Eine Physio-Praxis aus Bielefeld hat genauso bestellt wie der Edeka in Werther, gerade ist eine Lieferung an einer Rechtsanwalt-Praxis in Berlin raus gegangen. Aber auch für nur zwei, drei Masken fährt Alessia Kullak in Werther rum.

Die Masken, die sie gemeinsam mit einer Mitarbeiterin aus feinem, vierlagigen Gazé-Stoff näht, sind das neueste Produkt in ihrem Online-Shop. Eine Möglichkeit, sinnvoll für die Kunden aktiv zu bleiben, wo der Laden selbst doch geschlossen bleiben muss, findet Alessia Kullak. Ein großes Geschäft lasse sich damit beileibe nicht machen.

„Nähen gegen Corona“

Das waschbare und damit wiederverwendbare Masken-Modell, für das Alessia Kullak sich entschieden hat, hat „Ohren” aus Gummikordel anstelle langer Bindebänder. Recht komfortabel für den Träger. Aber nach der wievielten (heißen) Wäsche die wohl ausgeleiert sind? Das überlegen auch Hobbynäher, die für sich oder andere an der Maschine sitzen. Überall bilden sich kleine Initiativen, die sich dem Trend “Nähen gehen Corona” anschließen, um zu helfen.

Alessia Kullak tüftelt bereits daran, das Stoffstück mit einem Tunnel zu versehen, damit das Gummi notfalls ausgewechselt werden kann. Sie hat aber als Tipp an alle auch eine Alternative zum Desinfizieren parat, das spätestens nach zwei, drei Stunden Tragezeit unerlässlich ist: „Mit einem heißen Dampfbügeleisen gründlich überbügeln.”

Nähanleitungen für die Masken gibt es unter anderem hier: www.naehtalente.de www.essen.de

 

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