Werthers Kundschaft ist dankbar, dass die Einzelhändler wieder für sie da sind
Auch mit Maske ein gutes Gefühl

Werther (WB). „Schön, dass Sie wieder da sind!“ Für Werthers Einzelhändler war es „ein richtig gutes Gefühl“, am Montag endlich wieder die Ladentür aufzusperren. Vor allem haben sie sich über die vielen positiven Reaktionen der Kundschaft gefreut, die nach der fünfwöchigen Zwangspause offenbar den Service und die Beratung vor Ort noch mehr zu schätzen wissen als im gewohnten Alltagstrott zuvor.

Mittwoch, 22.04.2020, 09:00 Uhr
Auch das Modehaus Sudfeld setzt die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung um: Eine Plexiglaswand schirmt Kassenbereich und Warenausgabe ab, Inhaberin Anita Rauffmann trägt eine Plexiglasmaske, für die Anprobe gibt es Probierhauben. Foto: Gunnar Feicht
Auch das Modehaus Sudfeld setzt die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung um: Eine Plexiglaswand schirmt Kassenbereich und Warenausgabe ab, Inhaberin Anita Rauffmann trägt eine Plexiglasmaske, für die Anprobe gibt es Probierhauben. Foto: Gunnar Feicht

„Wir hatten großen Zulauf am Montag. Die Leute waren sehr gut gelaunt – zumeist einfach super zufrieden, dass wieder ein Stück Normalität einkehrt und man sich wieder selbst etwas Gutes tun kann.“ So fasst Anita Rauffmann, Inhaberin des Modegeschäfts Sudfeld, ihre Eindrücke zusammen. Auch Frank Strunk, der seit vielen Jahren in der Ravensberger Straße sein Sportgeschäft betreibt, berichtet von einer guten Resonanz. „Aber schon in den Wochen zuvor gab es einen engen Kontakt zu vielen netten Kunden, die für die schwierige Situation der Geschäftsinhaber in dieser Zeit Verständnis zeigen“, sagt Strunk.

Erhebliche Umsatzeinbußen

Er lieferte während der Zwangspause bestellte Ware aus. Etliche Kollegen wie im Modehaus Sudfeld oder in der „Spielwaren-Welt“ boten einen Abholservice, versuchten ihr Sortiment über die sozialen Netzwerke zu bewerben und blieben nah an der Kundschaft: „Vor Ostern hatten wir sehr viele Anfragen nach Gesellschaftsspielen und Puzzlen, weil die Kinder ja zu Hause beschäftigt werden wollen. Die Resonanz war groß, aber die Umsatzeinbußen durch die fünfwöchige Schließung sind natürlich erheblich“, sagt Mitarbeiterin Sonja Ceppos von der Spielwaren-Welt.

Auf die Hygiene- und Abstandsvorgaben laut der aktuellen Corona-Schutzverordnung hatten sich Werthers Einzelhändler intensiv vorbereitet. Zu den ersten „Kunden“ zählten am Montagmorgen Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die die Umsetzung überprüften – „Kontroll- und Beratungsbesuche“, wie es Jürgen Pilgrim, im Rathaus Fachbereichsleiter Ordnungs- und Sozialwesen, nennt. „Grundsätzlich sind wir mit der Einhaltung der Vorgaben zufrieden. In einigen Fällen haben wir noch einige Tipps gegeben, die in den nächsten Tagen umgesetzt werden müssen“, sagt Pilgrim.

Spuckschutz im Kassenbereich, Markierungen und Hinweise zur Einhaltung der Abstandsvorgaben, je nach Verkaufsfläche darf nur eine bestimmte Anzahl Kunden zeitgleich im Geschäft sein, zudem steht Desinfektionsmittel bereit – diese Maßnahmen sind jetzt Standard in Werthers Geschäften, damit sich das Corona-Virus nicht weiter ausbreitet.

Masken aus Plexiglas

Im Modehaus Sudfeld tragen die Mitarbeiterinnen zudem Plexiglas-Masken – aus Sicht von Inhaberin Anita Rauffmann die beste Alternative, um die Kundschaft in gewohntem Umfang beraten zu können: „Das bietet die größte Sicherheit für Kundinnen und Mitarbeiterinnen – und unter der Stoffschutzmaske kann man sich schlichtweg akustisch kaum verständlich machen.“ Eine weitere Schutzmaßnahme: Zur Anprobe der Textilien hält das Modehaus Probierhauben bereit. Um mit derlei Details für den Tag X – den Montag, an dem es wieder los ging – gerüstet zu sein, haben Werthers Einzelhändler in den Wochen zuvor viel Vorarbeit geleistet: „Hinzu kamen die anderen Schwierigkeiten, die in unserem saisonabhängigen Geschäft mit der Lieferung und Präsentation der Ware einhergehen. Der Arbeitstag war nicht kürzer als sonst“, spricht Anita Rauffmann für etliche Kollegen. Sie ist froh über die Unterstützung und den kurzen Draht zur Stadtverwaltung: „Wenn man über die Straße schaut und sieht, dass im Büro der Bürgermeisterin noch Licht ist, kann man dort sogar zu unchristlicher Zeit um Rat fragen.“ In Werther wird Solidarität auf vielerlei Ebenen derzeit groß geschrieben – hoffentlich eine Bindung, von der der Einzelhandel auch über die Coronakrise hinaus profitiert.

 

 

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