Netzstreik: Fridays for Future-Bewegung formuliert Forderungen
Altkreis Halle komplett klimaneutral

Werther/Altkreis Halle  (WB/bec). Bei einem Netzstreik fürs Klima kann man Politikern nicht einfach zu Papier gebrachte Forderungen überreichen. Also haben die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung elektronische Post von der Fridays for Future-Bewegung im Altkreis Halle bekommen. E-Mail-Adressen haben sie auch von Bürgermeister-Kandidaten zusammen getragen.

Samstag, 25.04.2020, 08:31 Uhr aktualisiert: 25.04.2020, 08:50 Uhr
Die jungen Aktivisten der „Fridays for Future“-Bewegung haben sich auf dem Pflaster vor dem Wertheraner Rathaus in Erinnerung gebracht. Statt der bisherigen Schülerstreiks, die Corona bedingt nicht stattfinden dürfen, rufen sie zum Netzstreik auf. Foto: Küppers
Die jungen Aktivisten der „Fridays for Future“-Bewegung haben sich auf dem Pflaster vor dem Wertheraner Rathaus in Erinnerung gebracht. Statt der bisherigen Schülerstreiks, die Corona bedingt nicht stattfinden dürfen, rufen sie zum Netzstreik auf. Foto: Küppers

„Wir hoffen auf Rückmeldungen. Für Gespräche stehen wir per Video-Schalte gern zur Verfügung”, sagt Tobias Rüter im Namen der engagierten jungen Leute. Wie berichtet, sind die geplanten Straßen-Demonstrationen in Werther und Halle am Freitag abgesagt worden. Per virtueller „Streik-Karte” konnte man sich stattdessen am Protest beteiligen, der einen Forderungskatalog aufgestellt hat. So verlangt FFF die Verringerung der CO2-Emissionen bis spätestens zum Jahr 2035 auf Nettonull. „Der Altkreis Halle ist auf allen Ebenen bis dahin zu einer 100 Prozent-erneuerbare-Energien-Region zu machen.”

Bürger brauchen Tipps

Dafür müsse entsprechend Geld in die Hand genommen werden. Jede Entscheidung des Rates müsse auf dieses Ziel hin abgeklopft werden. Klimaneutrale Lösungsvorschläge gelte es in den Blick zu nehmen. Und Kommunikation sei wichtig: Es gelte, einen Überblick über angestrebte und umgesetzte Maßnahmen zu geben. Bürger bräuchten Tipps und Hinweise, wie sie selbst aktiv werden können. Die Aktivisten finden: Ein Klimaschutzmanager allein reiche da im Rathaus nicht aus. Auch für den Bereich des Ausbaus der ökologischen Landwirtschaft gelte es, Person zur Verfügung zu stellen. Als Ziel wird ein Anteil von 30 Prozent bis 2030 genannt.

Die Forderungen reichen von kleinen Maßnahmen (klimaneutrales Drucken, Umstieg auf LED-Lampen, Mehrweg-Gebot bei Veranstaltungen, Verbot von Luftballons) bis hin zur großen Forderung, dass die Stadt und alle öffentlichen Unternehmen aus fossilen und nuklearen Energien aussteigen. Städtisches Kapital sei nur von solchen Banken zu verwalten, die hier nicht investieren.

ÖPNV ausbauen und verbilligen

Im Bereich Mobilität fordern die FFF-Aktiven, dass der ÖPNV nicht nur ausgebaut, sondern auch deutlich vergünstigt wird. Die Fahrradinfrastruktur gelte es zu verbessern. Vorgeschlagen wird auch ein kostenloser Verleih von Lastenrädern für Einkäufe.

Angeregt wird zum Beispiel die naturnahe Gestaltung von Parkanlagen; das Anpflanzen von Obst und Gemüse auf öffentlichen Grünflächen müsse gefördert werden. Wälder gelte es zu schützen und aufzuforsten und dies mit widerstandsfähigen Baumarten mit einem hohen CO2-Speicherpotenzial. „Dem Waldsterben als Folge von Dürren gilt es entgegen zu wirken.”

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7383870?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516078%2F
Wieder von Paderborn nach Mallorca
Aus Sicht von Geschäftsführer Marc Cezanne ist die Wiederbelebung der Eurowings-Flüge nach Paderborn ein wichtiges Signal. Foto: Hannemann
Nachrichten-Ticker