UWG-Fraktion schlägt Johannes Decius als Bürgermeisterkandidaten für Werther vor
„Ohne Werther fehlt mir etwas“

Werther (WB). „Während parteigebundene Bürgermeister auch immer getreu den Parteilinien handeln müssen, ist ein UWG-Bürgermeister ausschließlich seinem Gewissen und dem Gemeinwohl von Werther verpflichtet“, sagt Werthers UWG-Fraktionsvorsitzender Uwe Gehring. Ein unabhängiger Kandidat hat nach seinen Angaben bei der im Jahr 1979 als Verein gegründeten Unabhängigen Wählergemeinschaft bereits Tradition.

Donnerstag, 30.04.2020, 08:00 Uhr
Als vierter Kandidat soll Johannes Decius (Zweiter von links) ins Rennen um das Bürgermeisteramt in Werther eingreifen. Die UWG-Fraktion empfiehlt dem Ortsverein dessen Nominierung; von links außerdem Dirk Schröer, Olaf Wöhrmann und Uwe Gehring. Foto: Johannes Gerhards
Als vierter Kandidat soll Johannes Decius (Zweiter von links) ins Rennen um das Bürgermeisteramt in Werther eingreifen. Die UWG-Fraktion empfiehlt dem Ortsverein dessen Nominierung; von links außerdem Dirk Schröer, Olaf Wöhrmann und Uwe Gehring. Foto: Johannes Gerhards

Werthers vierter Kandidat für die Wahl 2020

Als nunmehr vierter Kandidat will Johannes Decius sich den bereits nominierten Kontrahenten Veith Lemmen (SPD), Ralf Eckelmann (CDU) und Thorsten Schmolke von den Grünen entgegen stellen – und hält einen Erfolg bei den Kommunal- und Bürgermeisterwahlen am 13. September für machbar. „Ansonsten hätte ich diese Aufgabe nicht übernommen“, betont der 37-jährige Familienvater von zwei kleinen Kindern, der als Lehrer an der Bielefelder Marienschule Biologie und Sport unterrichtet.

Er hält den Vorsprung, den andere im Bereich Kommunalpolitik haben mögen, inhaltlich durchaus für aufholbar. Ihn reizen Themenvielfalt und Facettenreichtum des Bürgermeisteramtes, er kommt aus Werther und will auch hier alt werden. „Ich bin mit dem Herzen dabei, ohne Werther fehlt mir was“, so beschreibt er die Verbundenheit zu seiner Heimatstadt.

„Johannes geht auf andere zu, er ist offen für unterschiedliche Meinungen, er kann delegieren und verfügt über eine schnelle Auffassungsgabe“, bescheinigt ihm Ratsmitglied Olaf Wöhrmann. Zudem stelle Decius „die richtigen Fragen an den richtigen Stellen“. Auf der Straße habe er seinem Nachbarn den Vorschlag einer Kandidatur unterbreitet, nach kurzer Bedenkzeit kam dessen Zusage. Aufgrund seines Berufs und seines Charakters treffe Decius seine Entscheidungen nicht von oben herab sondern bemühe sich um Kompromisse.

Ein neuer Politikstil könnte Werther gut tun und auch die Amtsleiter aufwerten.

UWG-Fraktionsvorsitzender Uwe Gehring

Uwe Gehring weist darauf hin, dass ganz bewusst in der Gemeindeordnung festgelegt sei, dass jeder Bürgermeister werden kann. Johannes Decius habe bewiesen, dass „er schnell in den Dingen drin ist“, und UWG-Kollege Dirk Schröer traut ihm durchaus zu, die „Zielkonflikte gemeinsam mit allen Fraktionen zu lösen“. Wenn ein unabhängiger Kandidat vorne sitze, sei eben fast alles möglich – ohne Fraktionszwang oder Weisung von oben. Ein neuer Politikstil könnte Werther gut tun und auch die Amtsleiter aufwerten, glaubt Uwe Gehring.

Die Unabhängigen ermöglichen große Sachorientierung, mit neuen Mehrheiten kann nach Ansicht von Olaf Wöhrmann der bestehende Projektstau beseitigt werden. Als Biologe wird Decius ein besonderes Augenmerk auf die Umwelt legen. Dazu will er garantierte Kitaplätze und eine Zukunft für Familien – sprich die dafür nötigen Bauplätze.

Termin am 13. September hat weiterhin Gültigkeit

In Bezug auf die übrigen Parteien hatten die UWG-Mitglieder nie das Gefühl, deren Anwärter mit gutem Gewissen unterstützen zu können. Nun sei es an der Zeit und auch ein Gebot der Fairness, den eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken beim wohl ungewöhnlichsten Wahlkampf, den das Land je erlebt hat. Der Termin am 13. September hat weiterhin Gültigkeit, aber niemand kann mit Gewissheit sagen, ob und was sich daran ändert.

Nach wie vor sehen die Statuten körperliche Anwesenheit bei Nominierungsveranstaltungen vor. Wegen des geltenden Versammlungsverbots können diese zurzeit aber nicht durchgeführt werden. Auch Johannes Decius muss seinen Beruf gegenwärtig als „Home­officer“ ausüben. Sportlich ist er nach eigenen Angaben breit aufgestellt. Der ehemalige Mittelstreckenläufer ist oft mit dem Rennrad unterwegs und findet es bedauerlich, wegen Corona auf sein Hobby Kite-Surfen verzichten zu müssen. Zumindest körperlich sei er in der Lage und „einem guten Alter, den Bürgermeisterjob 20 Jahre lang zu machen“ und mit der noch amtierenden Marion Weike gleich zu ziehen, so zeigt sich Uwe Gehring hoffnungsfroh.

Die Zustimmung des Ortsvereins zur Nominierung von Johannes Decius gilt als reine Formsache.

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