Planungsausschuss in Werther debattiert über Umgestaltung der Gartenstraße
Als Schleichweg ausgedient

Werther (WB/jog). Zur ersten Sitzung nach fast zehn Wochen Corona-Pause begrüßte der Vorsitzende Rainer Schütz die Mitglieder des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt in ungewohnter Umgebung. Die Versammlung war in den großen Saal von Haus Werther verlegt worden, um die geltenden Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können.

Sonntag, 24.05.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 24.05.2020, 14:00 Uhr
Wer hier weiterfahren will auf die Engerstraße, steht bald vor Pollern. Die Gartenstraße macht bald die Kurve auf die Bahnhofstraße. Foto: Margit Brand
Wer hier weiterfahren will auf die Engerstraße, steht bald vor Pollern. Die Gartenstraße macht bald die Kurve auf die Bahnhofstraße. Foto: Margit Brand

Das Thema Umbau der Gartenstraße am Rand des Zentrums stand bereits vor 20 Jahren auf der Tagesordnung des Bau- und Wegeausschusses. Nach den Neubauten der vergangenen Jahren ist eine grundsätzliche Erneuerung der Straße nach Ansicht der Verwaltung unumgänglich. Dieser Eindruck bestätigte sich im Januar bei einer Bürgerversammlung mit 27 Anliegern. Nach den von Ralf Düspohl vorgestellten Planungen soll die Gartenstraße künftig von der Enger­straße abgebunden werden. Der Verkehr soll von der Bahnhofstraße bis zur Ravensberger in beiden Richtungen fließen.

Bei einer Straßenbreite von fünf Metern und einem zwei Meter breiten Gehweg sei Begegnungsverkehr von PKW und Anlieferfahrzeugen durchaus möglich. Zudem seien bei einer Verkehrszählung in Spitzenzeiten maximal 100 Fahrzeuge pro Stunde gelistet worden. Diese Zahl werde sich weiter reduzieren, wenn der Abkürzungseffekt für den Durchgangsverkehr wegfalle. Die bisherige Verbindung zur belebten Engerstraße soll für Fußgänger und Radfahrer weiterhin nutzbar sein.

Zwei herausnehmbare Poller ermöglichen die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge und den einzigen Anlieger in diesem Bereich. Zur Gartenstraße hin werde der Weg so gestaltet, dass im Ausnahmefall Rangieren und Wenden – etwa für die Müllabfuhr - möglich ist. Als weiteren Punkt führte Stadtplaner Ralf Düspohl aus, dass Bewohner und Gäste von Tagespflege und Wohngruppe in Zukunft ohne die Straße zu queren über den Bürgersteig zur Innenstadt gelangen.

Eine Anregung von Dr. Hans-Dieter Kübler (Grüne), die Gartenstraße in zwei unterschiedliche Bereiche aufzuteilen, fand nicht die Zustimmung des Stadtplaners, weil für den gesamten Bereich eine Tempo-20-Zone angestrebt werde. Die ins Gespräch gebrachte Variante Einbahnstraße liegt dagegen nicht im Ermessen der Wertheraner Verwaltung. Wie Bürgermeisterin Marion Weike ausführte, sei hier der Kreis Gütersloh die zuständige Behörde.

Für die Neugestaltung der Gartenstraße einschließlich Straßenbeleuchtung sind im Finanzplan 368.000 Euro veranschlagt. Dazu kommen Kosten für Vermessung, Entwässerung und Grunderwerb von 122.000 Euro. Die Gesamtinvestitionssumme beläuft sich somit auf 490.000 Euro. Davon gehen 50 Prozent zu Lasten der Anwohner, was einem Beitrag von 16,37 Euro je Quadratmeter anrechenbarer Grundstücksfläche entspricht. Bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen folgte der Ausschuss den Vorschlägen des Stadtplanerbüros.

Zu einem weiteren Tagesordnungspunkt beschlossen die Ausschussmitglieder die Festlegung des Straßen- und Wegekonzeptes für die Jahre 2020 bis 2024. Das ist laut Bürgermeisterin Marion Weike eine Voraussetzung dafür, dass Anwohner Zuschüsse für Straßenbaubeteiligungen beantragen können. Die Regelung basiert auf einer Änderung des Kommunalabgabengesetzes, die im Januar in Kraft getreten ist.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7419900?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516078%2F
Wieder von Paderborn nach Mallorca
Aus Sicht von Geschäftsführer Marc Cezanne ist die Wiederbelebung der Eurowings-Flüge nach Paderborn ein wichtiges Signal. Foto: Hannemann
Nachrichten-Ticker