Ab Herbst können Räume der Kultkneipe in Werther-Langenheide für Feiern gebucht werden
„Massenschmiede“ bleibt zu

Werther-Langenheide (WB). Eine Kultkneipe wird nach der Corona-Zwangspause nicht wieder öffnen: Udo Nagel hat die Konzession für die „Massenschmiede“ in Langenheide gestern offiziell abgemeldet. Das ist das Aus für die Gaststätte, nicht aber das Ende fröhlicher Feiern. Im Herbst, so kündigt der Inhaber an, sollen die Räumlichkeiten nach grundlegender Renovierung für private oder Vereinsfestivitäten wieder gebucht werden können.

Dienstag, 16.06.2020, 07:00 Uhr
Die Traditionsgaststätte in Langenheide war früher ein Bauernhof, davor auch eine Schmiede. Udo Nagel (59) zeigt hier eine historische Ansicht, eine zweite ist im bleiverglasten Fenster zu sehen. Nun schließt die „Massenschmiede“ als Kneipe, bleibt aber Treffpunkt. Foto: Klaus-Peter Schillig
Die Traditionsgaststätte in Langenheide war früher ein Bauernhof, davor auch eine Schmiede. Udo Nagel (59) zeigt hier eine historische Ansicht, eine zweite ist im bleiverglasten Fenster zu sehen. Nun schließt die „Massenschmiede“ als Kneipe, bleibt aber Treffpunkt. Foto: Klaus-Peter Schillig

Nein, Corona sei nicht schuld an der Schließung. „Das Virus war aber Beschleuniger für die Entscheidung, in Zukunft anders weiter zu machen”, sagt Udo Nagel, Sohn der langjährigen und weithin bekannten Wirtin Hanna Bockstede. Nach deren Tod hatte Nagel gemeinsam mit seiner Schwester Bettina Hellmann sowie weiterer familiärer Unterstützung den Betrieb seit 2017 weitergeführt.

Theke oft leer

Dass das klassische Thekengeschäft zunehmend bröckelt, habe sich schon länger abgezeichnet. „Das wandelt sich einfach. Junge Leute treffen sich anders”, sagt Udo Nagel, der im Hauptberuf Maler ist. Goldene Hochzeiten oder runde Geburtstage, bis dato Kerngeschäft in der „Massenschmiede“, sollen hier weiterhin möglich sein – nur eben unter anderer, eigener Regie.

Was nicht heißt, dass die Küche des Hauses für immer kalt bleiben müsse. „Spargel- oder Grünkohlessen wird es weiterhin geben – wir planen einen Eventkalender”, sagt Udo Nagel. Es gebe viele Ideen, noch nicht alle seien spruchreif. Auch bei der Vermittlung eines Caterers sei man gern behilflich. „Es können aber auch eigene Speisen und Getränke aufgetischt werden”, sagt der 59-Jährige. „Für Vereine, die sich hier anmelden, kann das ja sogar günstiger werden.” In verschiedenen Raum-Konstellationen finden bis zu 100 Personen Platz.

Neustart im Herbst

Seinen eigenen Sechzigsten Anfang Oktober möchte Udo Nagel im neuen Ambiente feiern, das hat er sich vorgenommen. Bis dahin soll gründlich renoviert werden. Von Thekenraum bis Wintergarten sollen alle Räume einen modernen Anstrich bekommen, ohne dass der urige Charme der „Massenschmiede” dabei komplett verloren ginge. Die schweren Tische oder die aufwendigen Glaser-Arbeiten seines Stiefvaters Werner Bockstede sollen genauso erhalten bleiben wie die Theke, an der im Laufe der Jahrzehnte so manches westfälische Gedeck gereicht wurde und manche Dorfneuigkeit die Runde machte.

Die Ursprünge der „Massenschmiede“ reichen bis 1873 zurück. Damals stellte Landrat Korff-Schmising die erste Konzession aus. Die letzte läuft nun aus. Samstag, 27. Juni, ist ab 17 Uhr bei Bratwurst und Bier noch einmal geöffnet. Nagel: „Danach gehen wir mit Schwung das Neue an.”

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