Grundwasserspiegel ist in Werther noch viel zu niedrig – Stadt mahnt zum Sparen
Verbrauch ist drastisch gestiegen

Werther (WB). Die Ampel steht noch nicht auf Rot. „Aber auf Gelb“, sagt Volker Kahmann, technischer Leiter des Wasserwerkes. Nicht ohne Sorge stellt er fest, dass der Wasserverbrauch an manchen Tagen auf nahezu das Doppelte gegenüber üblichen Mengen angestiegen ist.

Donnerstag, 16.07.2020, 07:00 Uhr
Der kleine Jens kühlt sich in einem Garten unter einem Rasensprenger ab. Doch auch wenn’s manchmal schwer fällt: In diesen Wochen heißt es beim Gartenbewässern und beim Pool-Befüllen: Weniger ist mehr. Foto: dpa
Der kleine Jens kühlt sich in einem Garten unter einem Rasensprenger ab. Doch auch wenn’s manchmal schwer fällt: In diesen Wochen heißt es beim Gartenbewässern und beim Pool-Befüllen: Weniger ist mehr. Foto: dpa

Weil das immer dann der Fall war, wenn es draußen warm und sonnig war, liegt der Grund hierfür auf der Hand: Da werden nicht nur die Geranien im Balkonkasten, sondern auch der Rasen und die Stauden im Garten gründlich gewässert. Kahmann bittet darum, hier zurückhaltend zu sein. „Noch liegen wir nicht im kritischen Bereich. Aber die extrem trockenen Sommer 2018 und 2019 wirken deutlich nach“, mahnt er. „Grundwasser ist eine endliche Ressource. Das sollte man früh ins Bewusstsein rücken.“

Pools sind zur Abkühlung heiß begehrt

Auch der Trend zu Wasserspaß im eigenen Garten lasse sich im Corona-Sommer 2020 an den Verbrauchsmengen ablesen. Viele Leute entscheiden sich für einen kleinen  Pool zum Aufstellen oder Aufblasen; zum Teil sind diese im Handel vergriffen. Bei der Stadt Werther wollen sich Bürger vermehrt so genannte Standrohre ausleihen, mit denen sie direkt aus dem Hydranten die großen Behälter befüllen möchten. Günstiger sei das keinesfalls, gibt Kahmann zu bedenken. Aufgrund von Leihgebühren und Tagesmieten sei es billiger, den Gartenschlauch und den Hausanschluss zu nutzen. „Das dauert halt nur seine Zeit.“

Der Wasserwerksleiter steht den kleinen Schwimmbecken durchaus kritisch gegenüber. Sie schlucken schließlich eine Menge Wasser. „Und das eben meist doch nicht nur einmal im Jahr“, sagt er. Wer Algen und Bakterien vermeiden möchte, die sich im stehenden Wasser gerne bilden, müsse zu entsprechender Technik mit guten Filtern und Umlaufpumpen greifen oder aber Chemie einsetzen. „Aber die Aufbereitung ist auch nicht ohne. Die Abbauprodukte verbleiben im Wasser. Das kann von roten Augen bis hin zu Allergien führen“, gibt er zu bedenken.

Hoffnung auf regelmäßige Niederschläge

Vor allem aber hofft er, nein – nicht gerade auf einen verregneten Sommer, aber doch auf regelmäßige Niederschläge. „Die beiden vorangegangenen Sommer haben Spuren hinterlassen. Der Grundwasserspiegel muss sich dringend erholen!“ Drei Tage bedeckter Himmel und hier und da ein kurzer und kräftiger Gewitterschauer helfen da wenig. „Da freut sich die Vegetation, oder vieles läuft weg“, sagt Kahmann. Die Grundwasser führenden Schichten im Erdreich aber werden erst mit großem Verzug erreicht: Zwei Monate und manchen Millimeter Niederschlag braucht es, bis hier der Pegel wieder steigt.

Entsprechend wichtig sei es, Wasser im Moment mit Bedacht zu verbrauchen. Am Ende sei das auch eine finanzielle Frage. Denn das Produkt Leitungswasser sei in der Herstellung in Werther vergleichsweise teuer. Das in weiten Teilen sehr harte Rohwasser müsse durch entsprechende Mittel aufbereitet werden. „Das kostet“, sagt Kahmann. Und  das merkt am Ende eben der Gebührenzahler.

Hochbehälter Egge: Sanierung kurz vor dem Abschluss

Die Sanierungsarbeiten am Hochbehälter an der Egge stehen kurz vor dem Abschluss. „Anfang bis Mitte August werden wir ihn wieder in Betrieb nehmen können“, blickt Volker Kahmann, technischer Leiter des Wasserwerkes, zuversichtlich nach vorn. Damit liegt die Baustelle an dem großen „Sammelbehälter“ im Plan. Aktuell erfolgen noch Rohrleitungsarbeiten vor dem Gebäude.

Bevor das Wasser aus den drei verschiedenen Brunnen im Stadtgebiet hier wieder zusammenläuft und dann auf das Rohrnetz verteilt wird, muss die Desinfektion abgeschlossen sein. Mehrere Proben müssen – vom Kreisgesundheitsamt überwacht – frei von Bakterien und anderen unerwünschten Stoffen sein. Sollte sich der Sommer einigermaßen feucht und nicht zu heiß werden, soll im Oktober mit der nächsten großen Baustelle begonnen werden: der Neubohrung des Brunnens Schanze.

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