Für die Windkraftanlage in Häger rollen demnächst Schwertransporte durch Werther
Kommt ein Rotorblatt gefahren

Werther (WB). Ampeln müssen vorübergehend demontiert werden, eine Reihe von Verkehrszeichen ebenfalls, und auf dem letzten Stück werden die Lkw mehrere Kilometer rückwärts fahren: Zwischen Borgholzhausen und Werther laufen derzeit die Vorbereitungen für mehrere Schwertransporte. Sie sollen im August die Bauteile für die neue Windkraftanlage in Häger anliefern.

Freitag, 24.07.2020, 08:00 Uhr
Vor vier Jahren rollte auch dieser Schwertransport durch Werther: Seinerzeit wurden die Komponenten für das Windrad in Rotenhagen angeliefert. Anfang August werden mehrere solcher Transporte erneut nachts durch Werther fahren. Foto: WB
Vor vier Jahren rollte auch dieser Schwertransport durch Werther: Seinerzeit wurden die Komponenten für das Windrad in Rotenhagen angeliefert. Anfang August werden mehrere solcher Transporte erneut nachts durch Werther fahren. Foto: WB

„Es sind erst einmal fünf solcher Schwertransporte vorgesehen“, kündigt Lars Dilba vom Fachbereich Planen und Bauen der Stadt Werther an. Sie sollen in folgenden Nächten fahren: 4./5. August, 5./6. August, 6./7. August, 9./10. August und 16./17. August. Dann werden jeweils mehrere riesige Einzelteile auf die Reise bis zu ihrem Montageort an der Holzstraße in Häger gehen.

Von Cuxhaven nach Häger

Die groß dimensionierten Teile wie Rotorblätter, Getriebe und Maschinenhaus für die Anlage des dänischen Herstellers Vestas werden auf dem Seeweg bis Cuxhaven transportiert. „Von dort aus geht es über die Autobahn bis nach Borgholzhausen“, kündigt Eric Großmann an. Großmann ist Disponent bei der Firma SLT Schwerlasttransportservice aus Kühlungsborn – SLT wiederum ist buchstäblich „Wegbereiter“ für die Schwertransporte der Spedition Schwandner aus dem bayerischen Pfreimd. Denn damit die Schwandner’schen Lkw ohne Hindernisse auf die nächtliche Reise gehen können, ist einiges an baulichen Vorbereitungen entlang der Strecke nötig. Zumindest ab Borgholzhausen: „Die Autobahnen dagegen bieten schließlich Platz genug“, so Großmann.

Erst ab der A33-Abfahrt Borgholzhausen kommen seine Kollegen vorbereitend zum Einsatz. Ein Vorwegtrupp hat die Strecke von dort bis nach Häger in Augenschein genommen und ein Protokoll erstellt. Anhand dessen sind jetzt vier Mitarbeiter des darauf folgenden Ausbautrupps in Borgholzhausen und Werther im Einsatz: „Es werden 38 Wegweiser und andere Verkehrszeichen samt Betonsockeln vorübergehend entfernt und durch provisorische ersetzt. Außerdem müssen wir 144 Meter Schutzplanken und sechs Straßenlaternen demontieren“, zählen Großmanns Kollegen Andi Clausen und Charly Arndt beim Vor-Ort-Termin in Werther auf.

Transport ist 67 Meter lang

Hauptproblem für die bis zu 67 Meter langen Transporte seien die Kurvenradien und die Höhe, sagt Eric Großmann. An der A33-Abfahrt müsse die Ampel demontiert werden. Am aufwendigsten sei das „Abschieben“ der Bepflanzung auf dem ersten Kreisverkehr in Borgholzhausen, die später wieder ersetzt werde, wie der Disponent betont. Um Fahrbahn und Gehwegplatten vor den großen Achslasten zu schützen, verlegen die SLT-Mitarbeiter in diesen Tagen 1111 Quadratmeter an Stahlplatten, über die der Schwertransport rollen wird. Denn jeder Transport bringt bis zu 173 Tonnen Gewicht auf die Straße. Der „Golf-Kreisel“ am Hapkenberg wird außen umfahren. Um an Werthers Hauptkreuzung links abbiegen zu können, stehen schon jetzt Sperrschilder auf der angrenzende Parkfläche.

Und schließlich steht noch ein besonderes Wendemanöver an: Fürs Rechtsabbiegen von der Engerstraße in die Schröttinghau­sener Straße wird es für das mehrachsige 67-Meter-Gespann zu eng. Also wird der Lkw-Fahrer von der Engerstraße in die Straße Kerkenbrock einbiegen, den Transport rückwärts zurück auf die Enger­straße lenken und dort zwei Kilometer lang rückwärts fahren. Anschließend kann er von der Engerstraße nach links in die Schröttinghausener Straße abbiegen.

Rotorblätter sind je 62 Meter lang

Insgesamt sollen mit diesen Schwertransporten zwölf große Bauteile nach Häger geliefert werden, wie die Spedition Schwandner mitteilt: darunter die ersten beiden Sektionen des Turms mit Durchmessern von bis zu 6,50 Metern. Die einzelnen Rotorblätter sind je 62 Meter lang, der Turmadapter 53 Meter lang.

Alle Genehmigungen für die Transporte sind inzwischen erteilt; die Stadt bittet bezüglich der Verkehrs-Beeinträchtigungen um Verständnis. „Der Rückbau der Strecke soll bis zum 4. September erfolgt sein“, plant Lars Dilba.

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