Bürgerbusverein setzt Wahlprüfsteine – Fahrer erwarten von Politik auch weitere Verbesserungen
Bürgerbus-Verein fordert niedrigeren Fahrpreis

Montag, 17.08.2020, 07:32 Uhr aktualisiert: 17.08.2020, 07:36 Uhr
Mit schicken neuen Hemden hat die BVO jetzt die Fahrer des Bürgerbusvereins Werther ausgestattet. Der Verein hat nun Wahlprüfsteine vor der Kommunalwahl formuliert, in denen Verbesserungen wie ein niedrigerer Fahrpreis gefordert werden. Foto: BVO
Mit schicken neuen Hemden hat die BVO jetzt die Fahrer des Bürgerbusvereins Werther ausgestattet. Der Verein hat nun Wahlprüfsteine vor der Kommunalwahl formuliert, in denen Verbesserungen wie ein niedrigerer Fahrpreis gefordert werden.

Werther (WB). »Da muss der Knoten endlich mal durchgehauen werden«, sagt Heinz Deppermann in Anspielung auf das zunehmende Verkehrsaufkommen in der Innenstadt. Zahlreiche Bürgerbusfahrer verlieren nach seinen Angaben die Lust, durch die Stadt zu fahren. Einer habe bereits sein ehrenamtliches Engagements beendet, weil er sich nicht weiter von genervten Verkehrsteilnehmern anpöbeln lassen möchte.

Viel zu beengte Verhältnisse

Die beengten Verhältnisse hätten darüber hinaus auch schon zu Blechschäden am Bus geführt, beklagt der für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Eduard Siekendieck. Der Vorstand des allseits anerkannten Bürgerbusvereins hat mit den Fahrern ein Positionspapier verabschiedet. Einige »Wahlprüfsteine« haben sie aufgelistet und wollen vor der Wahl den vier Bürgermeisterkandidaten »auf den Zahn fühlen«. »Gerne treten wir mit dem neuen Stadtrat in Verbindung und hoffen, dass wir auch weiterhin gemeinsam an einem Strang ziehen«, betont Heinz Deppermann.

Als Praktiker haben die Busfahrer beispielsweise festgestellt, dass es am aufwändig umgestalteten Omnibusbahnhof kaum Möglichkeiten gibt, sich bei Regen und Wind im Trockenen aufzuhalten. Hier könne mit zickzackförmigen Windschutzeinrichtungen an geeigneter Stelle die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert werden. Auch bei den Wartehäuschen an den relativ hoch frequentierten Haltestellen entlang der Bürgerbusstrecken sei eine einheitliche und zielgruppengerechte Ausstattung wünschenswert. Das reiche von Sitzbänken über Fahrradbügel bis zur Beleuchtung, um das individuelle Sicherheitsgefühl in der dunklen Jahreszeit zu erhöhen.

Kehrtwende bei Fahrpreisen bringt mehr Fahrgäste

»Wir sind der festen Überzeugung, dass eine Kehrtwende bei den Fahrpreisen mehr Fahrgäste in die Busse bringt«, sagt Heinz Deppermann. Die derzeitige Tarifstruktur sei unpraktisch, die Preise zu hoch. Anstatt 1,60 Euro für bis zu vier Haltestellen und einem Ortstarif von 2,50 Euro fordert der Bürgerbusverein den Einheitspreis von einem Euro. Die erwarteten Einnahmeausfälle in der Größenordnung eines niedrigen vierstelligen Betrages könnte die Stadtkasse an das beauftragte Verkehrsunternehmen BVO erstatten, schlagen die Bürgerbusvertreter vor.

Ernüchternd seien die Fahrgastzahlen der neuen, im Februar in Betrieb genommenen »Museumslinie« entlang der Schloßstraße. Vor allem wegen der coronabedingten Schließung des Böckstiegelmuseums bleiben die Fahrgastzahlen hinter den Erwartungen zurück. Hier plädiert der Verein für eine Weiterentwicklung mit regelmäßigen Wochenendfahrzeiten während der Öffnungszeiten des Museums und langfristig für die Anbindung der Bielefelder Ortsteile Deppendorf und Schröttinghausen.

Verkehrskonzept dringend angeraten

Der Bürgerbus leistet heute durch die Anbindung der Wertheraner Ortsteile an das Zentrum einen wertvollen Beitrag, damit die Menschen in Verbindung bleiben können. Auch weil es in Fahrerteam und Verein sehr unterschiedliche Positionen zur Verkehrsentwicklung gibt, möchte man sich mit konkreten Vorschlägen zurück halten und regt dringend ein von Fachleuten erstelltes Verkehrskonzept an.

 

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