Tom Saller kommt: Nach sechs Monaten endlich wieder eine Lesung in Werther
Neues Blau, neue Saison

Werther (WB). Es ist ein Abend, der Buchhändlerin Bettina Gehle und Bibliotheks-Vizechefin Susanne Damisch sehr am Herzen liegt: Trotz umfassender Auflagen wollen sie am Freitag, 25. September, die Lesung mit Buchautor Tom Saller im Haus Werther auf die Beine stellen. Karten gibt es ausschließlich im Vorverkauf.

Mittwoch, 16.09.2020, 04:00 Uhr
Hoch, die Tasse, denn es geht auch um Porzellan: Bettina Gehle von der Buchhandlung „Lesezeichen“ (links) und Stadtbibliothekarin Susanne Damisch laden für 25. September zur Autorenlesung ins Haus Werther ein. Foto: Volker Hagemann
Hoch, die Tasse, denn es geht auch um Porzellan: Bettina Gehle von der Buchhandlung „Lesezeichen“ (links) und Stadtbibliothekarin Susanne Damisch laden für 25. September zur Autorenlesung ins Haus Werther ein. Foto: Volker Hagemann

Vor allem aus zwei Gründen wird dies eine besondere Veranstaltung: Tom Saller kommt bereits äußerst gut bei den Lesern an: „Sein 2018 erschienener Debütroman ‚Wenn Martha tanzt‘ wurde ein Bestseller“, berichtet Bettina Gehle. „Und auch sein aktuelles Buch ‚Ein neues Blau‘, das er am 25. September im Haus Werther vorstellen wird, hat ähnlich gute Chancen.“ Zum anderen berichten Bettina Gehle und Susanne Damisch, dass die geplante Lesung zum Wertheraner „Leseherbst“ die erste Lesung überhaupt seit dem coronabedingten Lockdown im März sei. Zur Erinnerung: Für den 17. März hatte man bereits Sasa Stanisic für eine Lesung in Werther gewinnen können, der war obendrein zuvor mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden – doch kurz vor dem März-Termin kamen die Einschränkungen, und die Lesung musste abgesagt werden. Auch aus den schon zugesagten Lesungen mit Judith Bergmann und Rainer Rudloff wurde nichts mehr.

Die junge Lili im Berlin der 1920er Jahre

Umso größer ist nun die Vorfreude auf Tom Saller. „Ihn hatten wir letztes Jahr angefragt, im März kam seine Zusage für den diesjährigen ‚Leseherbst‘, und wir blieben optimistisch, dass das schon klappen wird. Das Daumendrücken hatte offenbar Erfolg“, so die Veranstalterinnen. „Sein Roman ‚Martha‘, eine Frauen-Geschichte im Bauhaus-Umfeld, hat uns schon sehr gut gefallen und den Lesern genauso; seine Lesung in Brackwede war bestens besucht.“ Susanne Damisch findet: „Saller hat einfach Talent: mit seiner poetischen Sprache, seinem ganz besonderen Erzählstil.“

Das gelte auch für „Ein neues Blau“: „Darin gibt es Erzählstränge aus der Gegenwart und der Vergangenheit, in kleinen Kapiteln leicht zu lesen. Auch diesmal geht es um eine Frauengeschichte“, so Damisch: Der Autor beschreibt eine ungewöhnliche Kindheit und Jugend der Protagonistin im Berlin der 1920er Jahre. Das Leben der jungen Lili ist eine ständige Identitätssuche. Als Lilis Mutter früh stirbt, kümmert sich ihr Vater Jakob rührend um sie. Doch der ist oft auf Reisen, und so kümmert sich der Halb-Japaner Takeshi um Lili, wird zum väterlichen Freund und Lehrer. Aber erst als sie Günther von Pechmann kennenlernt, den Direktor der Königlichen Porzellan-Manufaktur, findet sie ihre Bestimmung: die Welt des Porzellans. Doch die Nationalsozialisten kommen an die Macht, und Lili muss aus Berlin fliehen.

50 Jahre später wird ein Geheimnis gelüftet

50 Jahre später lebt Lili wieder in Charlottenburg, zurückgezogen in ihrem Haus mit dem japanischen Garten. Sie spricht nicht viel über sich und ihr bewegtes Leben. Erst die 18-jährige Anja, widerspenstig und quer, kann Lili dazu bewegen, sich ihr zu öffnen. Stück für Stück enthüllt sich Lilis Geschichte, doch auch Anja hat ein Geheimnis.

Die Lesung im Haus Werther beginnt um 20 Uhr im großen Saal, Einlass ist ab 19.30 Uhr. Wegen der Corona-Hygienebestimmungen gibt es Eintrittskarten ausschließlich gegen Vorkasse in der Buchhandlung „Lesezeichen“ in Werther und in der Stadtbibliothek (Haus Werther). „Es gibt 50 feste Plätze, und die Besucher müssen beim Kartenkauf ihre Kontaktdaten hinterlassen. Maskenpflicht gilt beim Betreten und Verlassen des Gebäudes, nicht am Platz. Die Abstände der Besucher untereinander bleiben gewahrt, lediglich Personen desselben Haushalts dürfen zusammensitzen“, erklärt Bettina Gehle. Und so wird es in der etwa eineinhalbstündigen Veranstaltung diesmal auch keine Pause und keine Getränke geben. Nach der Lesung können Interessierte aber mit Autor Tom Saller ins Gespräch kommen.

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