Veith Lemmen (SPD) wird Werthers neuer Bürgermeister – hohe Wahlbeteiligung
Vom Radhaus ins Rathaus

Werther (WB). Als eine knappe halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale Veith Lemmen im Wahlbezirk 3 die Nase vorn hat, ist das nur eine erste Momentaufnahme. Was keiner in der Wahllobby im Rathaus ahnt: Schon das zweite Zwischenergebnis aus Langenheide wenige Minuten später nimmt das Endresultat vorweg: 55 Prozent für den 36-Jährigen, 45 Prozent für Johannes Decius von der UWG. Werther behält einen Bürgermeister von der SPD.

Sonntag, 27.09.2020, 21:27 Uhr aktualisiert: 28.09.2020, 12:12 Uhr
Einen Händedruck für ihren Nachfolger ließ sich Bürgermeister Marion Weike nicht nehmen: „Ich gehe auch gleich desinfizieren”, rief sie, bevor sie Veith Lemmen herzlich zur Wahl gratulierte. Zuvor hatte Guido Neugebauer (hinten) Blumen überreicht. Foto: Margit Brand
Einen Händedruck für ihren Nachfolger ließ sich Bürgermeister Marion Weike nicht nehmen: „Ich gehe auch gleich desinfizieren”, rief sie, bevor sie Veith Lemmen herzlich zur Wahl gratulierte. Zuvor hatte Guido Neugebauer (hinten) Blumen überreicht. Foto: Margit Brand

Bürgermeister-Stichwahl in Werther

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Als Wahlleiter Guido Neugebauer um 18.42 Uhr den Raum mit Blumen betritt, herrscht kurze Irritation: Gut, Lemmen liegt inzwischen deutlich vorn, allenfalls in Häger hätte Decius Bürgermeister werden können. Aber noch fehlen drei Stimmbezirke...?! Neugebauer lächelt. Er weiß mehr als die Statistik auf dem Bildschirm und verkündet das Ergebnis persönlich: 2848 Wertheraner haben für Lemmen gestimmt – ein klarer Sieg.

Stein vom Herzen

Applaus brandet auf und mehren fällt ein Stein vom Herzen. „Meiner war ein richtiger Brocken”, räumt SPD-Fraktionschef Georg Hartl erleichtert ein, und auch Annette Milke-Gockel atmet endlich auf. Sie sei wohl noch aufgeregter gewesen als Lemmen selbst, gesteht sie.

Während die Glückwunsch-SMS im Minutentakt eintreffen und SPD-Bundesvorsitzender Norbert Walter-Borjans persönlich am Telefon gratuliert, kann der befreit erzählen, dass er seine Nervosität tagsüber mit Kirchgang, Rundtour bei den Wahlhelfern und Besuch auf dem Fußballplatz (BV-Mädels gegen Arminia) versucht hat in Schach zu halten. „Ich glaube, das wird gut!”, blickt Lemmen mit Optimismus nach vorn.

„Mach das ordentlich!”

In den nächsten Wochen werde er mit Marion Weike („Mach’ das ordentlich!”, hat sie ihm bei der Gratulation gesagt) die Amtsübergabe am 1. November vorbereiten. Und dann freue er sich darauf, die vielen Ideen, die er im Wahlkampf unter dem Slogan „Radhaus” gesammelt habe, gemeinsam mit allen Beteiligten umzusetzen. Dass seine Mitbewerber Ralf Eckelmann (CDU) und Thorsten Schmolke (Grüne) weiter im Rat vertreten seien, begrüße er sehr.

„Ich hätte mir natürlich ein etwas offeneres Rennen gewünscht”, räumt UWG-Vorsitzender Olaf Wöhrmann unterdessen ein. „Aber das Ergebnis zeigt, dass die Demokratie lebendig ist. Auch ohne ‚Stallgeruch‘ kann jemand etwas erreichen”, sagt er und freut sich auch über die für eine Stichwahl mit 57,1 Prozent recht hohe Wahlbeteiligung. „Wir gehen hier nicht mit weinendem Auge raus. Unser Grinsen ist nur nicht so breit wie vor 14 Tagen.”

Zurück am Lehrer-Pult

Und Johannes Decius? Der bereitet am Montag in der dritten Stunde wie sonst seinen Bio-Leistungskurs weiter aufs Abi vor. Ein wenig Verbitterung schwingt mit, als er mit Blick auf den Endspurt im Wahlkampf anmerkt: „Es gab zum Teil Unsägliches. Da werden sich die SPD, aber auch andere noch etwas sagen lassen müssen. Ich jedenfalls habe ein reines Gewissen und muss mir nichts vorwerfen.” Als Bürgermeisterkandidat unterlegen und als Ratsmitglied nicht angetreten, ist Decius eigentlich raus. Ein Mitwirken als sachkundiger Bürger der UWG kann er sich durchaus vorstellen. „Wir werden mal sehen.“

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