Landfrauen Werther nähen für Brustkrebs-Patientinnen – Arzt hält Vortrag
Herzen gegen Schmerzen

Werther (WB). Brustkrebs – diese Diagnose ist erst einmal niederschmetternd. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts erkranken daran in Deutschland jedes Jahr etwa 69.700 Frauen – und 750 Männer. Zunehmend sind auch Jüngere betroffen. Eine wertvolle Unterstützung für Patientinnen leisten die Landfrauen Werther: Sie haben in den vergangenen Wochen die Nähnadeln glühen lassen, ganz unter dem Motto „Herzen gegen Schmerzen“. Außerdem laden sie zum Vortrag mit einem Facharzt ein.

Mittwoch, 30.09.2020, 09:55 Uhr aktualisiert: 30.09.2020, 09:58 Uhr
Zu den Herzen nähen die Landfrauen auch Umhängetaschen, damit die Patientinnen trotz Infusion mobil bleiben. Obendrein geben sie ihnen Genesungswünsche mit: „Verliere niemals den Mut, und werde schnell wieder ganz gesund!“ Foto: Wilgund Ermshaus
Zu den Herzen nähen die Landfrauen auch Umhängetaschen, damit die Patientinnen trotz Infusion mobil bleiben. Obendrein geben sie ihnen Genesungswünsche mit: „Verliere niemals den Mut, und werde schnell wieder ganz gesund!“ Foto: Wilgund Ermshaus

Was zunächst einmal nach reiner Deko klingen könnte, stellt vor allem eine wichtige Alltagshilfe dar: Seit Monaten haben die Landfrauen kleine, farbenfrohe Umhängetaschen in speziellem Format genäht. „Mit diesen optisch verschönerten Infusionstaschen können sich die operierten Frauen während der Zeit, in der die Infusion gegeben wird, frei bewegen und sind nicht ans Bett gebunden“, erklärt Wilgund Ermshaus vom Vorstand der Wertheraner Landfrauen. Passend dazu haben die fleißigen Handarbeiterinnen Herzkissen genäht. „Wenn auch die Taschen nach dem Krankenhausaufenthalt nicht mehr benötigt werden – die Herzkissen dagegen nehmen die Frauen mit nach Hause, sie dienen weiterhin als bequeme Stütze“, beschreibt Ermshaus die kreative Idee.

Schon 50 Kissen genäht – und es geht weiter

„Schon im Frühjahr hatten wir zum gemeinsamen Nähen von Herzkissen (‚Herzen gegen Schmerzen‘) aufgerufen und zu einer Infoveranstaltung im Juni eingeladen. Doch coronabedingt kam es ganz anders.  Daher haben wir die ersten 50 Herzkissen und Infusionstaschen in Heimarbeit genäht und gefüllt und im Juli an das Brustzentrum am Klinikum Bielefeld überreicht“, berichtet Wilgund Ermshaus. Wurde seinerzeit die Infoveranstaltung abgesagt, so soll diese nun nachgeholt werden: „Wir möchten alle interessierten Frauen zu einem Vortrag über die Brustkrebsvorsorge am Donnerstag, 15. Oktober, einladen. Beginn ist um 19 Uhr im großen Saal im Haus Werther.“ Dr. Sebastian Wojcinski, ab 1. Oktober Chefarzt im Brustzentrum am Klinikum Bielefeld, wird an diesem Abend über die Möglichkeiten der Vorsorge informieren und Fragen beantworten. „Wir werden ihm weitere genähte ‚Herzen gegen Schmerzen‘ überreichen und möchten damit Frauen Mut machen, die an Brustkrebs operiert wurden“, planen die Landfrauen.

Die nützliche Handarbeit geht derweil weiter. Wer die Aktion unterstützen möchte, sollte Stoff haben und nähen können, das Schnittmuster können die Landfrauen Werther zur Verfügung stellen (Kontakt: 0 52 03/88 30 10). „Der benötigte weiche Baumwollstoff muss bei mindestens 30 Grad waschbar sein“, empfiehlt Wilgund Ermshaus.

Wie wichtig dieser Einsatz ist, können die Landfrauen aus eigener Erfahrung bestätigen: „Auch unserer Mitglieder haben Erfahrungen mit Brustkrebs gemacht. Viele haben ein Kissen bekommen und sich sehr darüber gefreut, als Mutmacher und zur Schmerzlinderung“, so Ermshaus.

Fachleute in Bielefeld

Brustkrebs ist heute die häufigste bösartige Erkrankung von Frauen in Deutschland. Eine gezielte Behandlung ermöglichen speziell dafür ausgerichtete Zentren wie das Brustzentrum am Klinikum Bielefeld. Es hat sich auf Diagnostik, Therapie, Prävention und Erforschung von Brustkrebserkrankungen spezialisiert.

Durch Kooperationen mit allen an der Behandlung notwendigen Fachdisziplinen und Koordination der notwendigen Maßnahmen unter einem Dach entstehen für die Patientinnen kurze Wege.

Zudem ist eine Vernetzung der ambulanten und stationären Betreuung gewährleistet. So verfügt das Brustzentrum über zahlreiche Kooperationspartner im medizinischen Bereich, etwa der Klinik für plastische Chirurgie, Diagnostische Radiologie, Strahlentherapie, Pathologie, die Onkologische Schwerpunktpraxis, Nuklearmedizin und Psychoonkolgie

 

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