Böckstiegel-Gräber in Werther gehören zum Gesamtkunstwerk des Künstlers
Grabstätten unter Denkmalschutz

Werther (WB/jog). „Nach fachlicher Überprüfung sind wir zur Auffassung gelangt, dass es sich um ein Denkmal handelt.“ So heißt es in einem Schreiben des LWL. Es geht um die Grabstätten von Friederike und Friedrich Wilhelm Böckstiegel, den Eltern von Peter August und sein eigenes Grab, in dem auch Ehefrau Hanna (1894 – 1988) und seine Kinder Sonja (1920 – 2005) und Vincent Böckstiegel (1925 – 2007) beigesetzt wurden.

Donnerstag, 01.10.2020, 03:30 Uhr
Hugo Peters hat diese Skulptur von Peter August Böckstiegel und seiner Tochter Sonja geschaffen. Foto: Johannes Gerhards
Hugo Peters hat diese Skulptur von Peter August Böckstiegel und seiner Tochter Sonja geschaffen. Foto: Johannes Gerhards

Einstimmig empfiehlt der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt dem Rat der Stadt Werther, die beiden Grabstätten in die örtliche Denkmalliste aufzunehmen.

Positive Rückmeldungen

Sarah Huxohl vom Fachbereich Planen und Bauen betont, es handele sich um Teile aus dem Gesamtkunstwerk Böckstiegels, zumal Originalskulpturen die Gräber auf dem Wertheraner Friedhof schmücken. Auch von der Kirche als Grundstücksbesitzerin und der nutzungsberechtigten Böckstiegel-Stiftung kommen positive Rückmeldungen.

Gemäß § 2 Abs. 1 des Denkmalschutzgesetzes sind Denkmäler „Sachen, Mehrheiten von Sachen und Teile von Sachen, an deren Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht“. Ein öffentliches Interesse besteht, wenn die Sache bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen oder für die Entwicklung der Arbeits-und Produktionsverhältnisse sind und für die Erhaltung und Nutzung künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vorliegen.

Tonköpfe später in Bronze umgegossen

Böckstiegels Mutter Friederike starb 1929, sein Vater Friedrich Wilhelm zwei Jahre später. Nach dessen Tod beginnt der Künstler, die Grabstätte zu gestalten. Er benutzt dafür die kurz vor dem Tod der Eltern entstandenen Porträtköpfe als zentrale Elemente, und lässt die ursprünglich aus Ton modellierten Köpfe in Bronze umgießen. Nach seinem eigenen Tod schafft die Familie mit formalen Elementen und in Bezug auf grundlegende Materialien deutlich sichtbare Analogien zwischen beiden Grabstätten. Dazu gehören Einfassung, Stelen, Bronzebüsten, Schrifttafel und Blumenschale. Die Bronzeplastik auf Böckstiegels Grab zeigt die fragmentarische Darstellung von Peter August und seiner Tochter Sonja. Sie wurde von Hugo Peters Anfang der 1920er Jahre geschaffen.

Wie Gutachter Dr. David Gropp klar ausführt, liegen künstlerische und geschichtswissenschaftliche Gründe für Erhaltung und Nutzung vor. So könne ein vollständiges Bild des Künstlers und seines Wirkens im Zusammenhang mit Böckstiegelmuseum, künstlerischem Nachlass und weiteren Archivalien entstehen. Das eigene Grab sei ein wichtiger Teil seines an vielen Stellen im Ort erkennbaren künstlerischen Schaffens.

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