Dr. Sebastian Wojcinski zur Vorsorge: Landfrauen Werther begrüßen 40 Gäste
Brokkoli heilt keinen Brustkrebs

Werther (WB). Der zweite Anlauf nach der coronabedingten Absage dieser Veranstaltung im Juni war jetzt erfolgreich: Der Vortrag zur Brustkrebsvorsorge und -Früherkennung stieß auf großes Interesse bei den etwa 40 Besuchern im Saal des Hauses Werther. Dafür hatten die Landfrauen Werther einen Fachmann engagiert: Dr. Sebastian Wojcinski, seit dem 1. Oktober Chefarzt im Brustzentrum am Klinikum Bielefeld.

Samstag, 17.10.2020, 02:10 Uhr
Für Patientinnen nähen die Landfrauen weitere Herzkissen und Infusionstaschen. Roswitha Diembeck (links) und Wilgund Ermshaus überreichen sie an Dr. Sebastian Wojcinski. Foto: Sandra Homann
Für Patientinnen nähen die Landfrauen weitere Herzkissen und Infusionstaschen. Roswitha Diembeck (links) und Wilgund Ermshaus überreichen sie an Dr. Sebastian Wojcinski. Foto: Sandra Homann

Der Saal ist gefüllt mit interessierten Frauen und auch einigen Männern, allesamt mit Mund-Nase-Schutz und reichlich Abstand zueinander. Dr. Sebastian Wojcinski will aufklären. Warum beides wichtig ist, Vorsorge und Früherkennung. Es geht erst einmal darum, die Entstehung von Brustkrebs zu vermeiden. Wie bei jeder Krebsart kann eine ausgewogene Ernährung und überhaupt ein gesunder Lebensstil viel dazu beitragen, nicht zu erkranken.

Eine deutliche Risikoreduktion erreicht man mit körperlicher Aktivität, wichtigen Vitaminen durch gesunde Lebensmittel, wenig Alkohol und möglichst durch Nichtrauchen.

Dr. Sebastian Wojcinski

Wojcinski betont: „Eine deutliche Risikoreduktion erreicht man mit körperlicher Aktivität, einer ausreichenden Balance an wichtigen Vitaminen durch gesunde Lebensmittel, wenig Alkohol und möglichst durch Nichtrauchen.“ Schon ein Body-Mass-Index (BMI) über 28 (was rein rechnerisch „leichtes Übergewicht“ bedeutet) erhöhe das Brustkrebs-Risiko um 2,6 Prozent.

Aber bei Brustkrebs kommen noch viele andere Faktoren hinzu. Es kann einfach jeden treffen. Man könne, so der Fachmann, letztlich „nur“ das Risiko minimieren. Dr. Wojcinski hat viele Beispiele im Gepäck. So wie die Aussage, dass Brokkoli gegen Krebs helfe. Kein Gemüse der Welt kann gegen Brustkrebs oder andere Erkrankungen an sich schützen. Immerhin wird der grüne Strunk aber niemandem schaden.

Früherkennung ist gesetzlich geregelt

Neben der eigenen Vorsorge, die ein jeder selbst in der Hand hat, ist die Früherkennung ein wichtiger Baustein der Heilungsrate. Hier kommen die Ärzte und die moderne Technik ins Spiel. In Deutschland ist die Früherkennung sogar gesetzlich geregelt; das heißt, im Fall von Brustkrebs, dass jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren jedes Jahr zur Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust) eingeladen wird.

Je früher eine Veränderung entdeckt wird, desto größer sind somit auch die > Heilungschancen. Der Referent nennt durchschnittliche Erfahrungswerte: „Von 1000 Frauen werden 120 an der Brust erkranken, die dann im Krankenhaus eine schwierige Zeit überstehen müssen.“ Jede Frau hat da ihre eigene Geschichte, und die Realität sieht manchmal nicht gut aus.

Helfen mit Herzkissen

An dieser Stelle wiederum kommen die bunten Herzkissen der Wertheraner Landfrauen ins Spiel. In der schweren Zeit der Infusionen und Drainagen spenden die selbst genähten Umhängetaschen und Kissen nicht nur Trost und Hoffnung. Das Kissen hilft auch, gerade wenn man in der Achselhöhle operiert ist, gegen den Druck und Wundschmerz.

Dr. Sebastian Wojcinski ist den Landfrauen um die Initiatorinnen Wilgund Ermshaus und Roswitha Diembeck dankbar für ihr Engagement und für die Einladung, schließlich ist jede Aufklärung und Erinnerung daran wichtig. Der Arzt ist froh über den Wandel in den Krankenhäusern, in denen es hauptsächlich um die medizinische Versorgung geht, es aber auch immer klarer wird, dass auch seelisches Wohlbefinden entscheidend zum Genesen gehört.

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