Wolfgang Lamek aus Werther pflegt sein historisches Wohnmobil, einen Peugeot J7
44, gutaussehend, mit Liebhaber

Werther-Häger (WB). Wenn Wolfgang Lamek in den hellgrünen Polstern seinen Cafe serre schlürft oder abends irgendwo an der Mecklenburgischen Seenplatte eine Flasche Bordeaux entkorkt, dann sitzt er mit Blick aufs Wasser am liebsten in seinem gemütlichen Peugeot J7. Mit 44 Jahren ist das französische Wohnmobil mit dem sympathischen Blick im allerbesten Alter.

Freitag, 23.10.2020, 02:27 Uhr aktualisiert: 23.10.2020, 02:30 Uhr
Ein Herz und eine Seele: Seit mittlerweile zehn Jahren unternimmt Wolfgang Lamek bei schönem Wetter entspannte Touren mit seinem 44 Jahre alten Peugeot J7. Das Wohnmobil begleitete ihn schon an zahlreiche Ziele zwischen Rhein und Rhön. Foto: Volker Hagemann
Ein Herz und eine Seele: Seit mittlerweile zehn Jahren unternimmt Wolfgang Lamek bei schönem Wetter entspannte Touren mit seinem 44 Jahre alten Peugeot J7. Das Wohnmobil begleitete ihn schon an zahlreiche Ziele zwischen Rhein und Rhön. Foto: Volker Hagemann

„Ein technisch innovativer Lieferwagen und Kleinbus, der Kultstatus gewann. Neue Maßstäbe setzte der J7 durch sein modisch-schickes, leicht gerundetes Wellblechkleid mit Panorama-Fensterverglasung“, schreibt Peugeot heute traditionsbewusst über sein vor 55 Jahren erstmals vorgestelltes Nutzfahrzeug. Wolfgang Lamek bringt es kürzer auf den Punkt: „Er hat Charme, Stil und keinen elektronischen Schnickschnack.“

Im Zelt war’s zu kalt und feucht

Seine Liebe zu dem Wagen begann vor zehn Jahren: „Ich habe oft mit Kumpels gezeltet, aber wenn das Wetter nicht mitspielt, wird es im Zelt kalt und feucht. Also stöberte ich in Kleinanzeigen nach einem Wohnmobil.“ Bei einem Kfz-Meister in Fulda wurde er fündig: „Liebe auf den ersten Blick – der Wagen hatte nachweisbar 55.000 Kilometer, einen frischen Rundum-Service und ein Oldtimer-Gutachten.“ Lamek erinnert sich lebhaft an Vertragsunterzeichnung und Übergabe: „Für die Verkäufer war das Auto ein richtiges Familienmitglied, wir feierten bei ihnen deswegen eine Abschiedszeremonie mit französischem Rotwein!“

Beste Voraussetzungen offenbar für das weitere wohlbehütete Leben des 5,20 Meter langen Mobils bei seinem neuen Eigner in Häger. Der fand heraus, dass es nur noch einen weiteren Vorbesitzer gab: „Ein bayerisches Ehepaar hatte den Wagen exakt in dieser Ausführung 1976 bei Peugeot bestellt, mit einem individuellen Auf- und Ausbau der Karosseriebaufirma Pourtout aus Paris. Damit dürfte er wohl einmalig sein“, vermutet Wolfgang Lamek. Er staunt noch immer über den guten Zustand: „Ich habe lediglich das Holzfurnier der Schränkchen poliert, einen Fensterrahmen bei Küstermann nachfertigen lassen und ebenfalls in Werther die Polster neu beziehen lassen“, berichtet der 64-jährige Designer. Lampenringe und Stoßstange hat er aufarbeiten lassen, „eine gewisse Patina sollte aber bleiben. Ein Oldtimer gehört nicht ins Museum, sondern bei schönem Wetter auf die Straße.“ Technische Verschleißteile gebe es problemlos und günstig bei Spezialisten. Für das Fahrwerk ebenso wie für den 52-PS-Vierzylinder, der zwischen den Vordersitzen thront. Dank Frontantrieb hat man in dem wohnlichen Oldie sogar Stehhöhe.

Polizei wollte schon Eis und Eier kaufen...

Und – oh là là! – wie komfortabel es sich damit urlauben lässt: Im Handumdrehen sind zwei Schlafplätze hergerichtet, es gibt einen dreiflammigen Gaskocher, ein Waschbecken mit Frischwassertank und einen Kühlschrank für den Rosé, für weitere Behaglichkeit sorgt bei Bedarf eine Gasheizung. Wolfgang Lamek schwärmt von entspannten Touren, etwa 20.000 weitere Kilometer sind in den vergangenen zehn Jahren bislang dazu gekommen: „Ich war mit dem J7 in Königswinter am Rhein, in der Rhön, im Erzgebirge...“ Immer wieder wird er auf sein stilvolles Reisemobil angesprochen – auf Campingplätzen und im Straßenverkehr: „Die Polizei hält mich gerne an – um zu gucken und zu plaudern. Die fragten mich schon, ob ich nicht eine Palette Eier oder Eis verkaufe.“

Zu guter letzt holt Lamek außerordentlich wichtige Accessoires aus den Schränkchen: „Schwiegermutter Hildegard hatte zum Glück noch altes Porzellangeschirr für mich – natürlich aus den Siebzigern.“ Und dann entspannt der 64-Jährige mit einer Zigarette in der weit geöffneten Hecktür seines liebgewonnenen Franzosen...

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