Gutachter soll klären, wer als Verursacher belangt werden kann
230.000 Euro Schaden nach Gülleunfall in der Else

Bünde (WB). Ein halbes Jahr nach dem Gülleunfall in der Else sind die Gutachten über den Schaden fertig. Dennoch ist man noch weit davon entfernt, die Kosten von dem Verursacher des Schadens, dem Betreiber der Biogasanlage in Melle, wiederzubekommen.

Samstag, 21.11.2015, 08:55 Uhr aktualisiert: 21.11.2015, 21:47 Uhr
Gutachter soll klären, wer als Verursacher belangt werden kann : 230.000 Euro Schaden nach Gülleunfall in der Else
Tonnenweise war Gülle in die Else geflossen und hatte dort ein großes Fischsterben verursacht. Foto: WB

Wie der Kreis Herford auf Anfrage mitteilte, sind der Behörde Kosten in Höhe von 30.000 Euro für die eingeleiteten Sofortmaßnahmen entstanden. »Diese Kosten fordert der Kreis vom Verursacher gemäß Umweltschadensgesetz zurück«, sagte Petra Scholz vom Kreis Herford auf Anfrage. Der Kreis habe dem Verursacher zur beabsichtigten Auferlegung der Kosten Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Die Rechtsanwälte des Verursachers hätten jedoch um eine Fristverlängerung zur Stellungnahme gebeten. »Erst wenn die Stellungnahme vorliegt, wird ein rechtsbehelfsfähiger Bescheid erlassen, gegen den Rechtsmittel eingelegt werden können«, sagte Scholz.

Else verseucht: Fischsterben in Bünde

1/13
  • Foto: Kathrin Brinkmann
  • Foto: Kathrin Brinkmann
  • Foto: Kathrin Brinkmann
  • Foto: Kathrin Brinkmann
  • Foto: Kathrin Brinkmann
  • Foto: Kathrin Brinkmann
  • Foto: Kathrin Brinkmann
  • Foto: Kathrin Brinkmann
  • Foto: Kathrin Brinkmann
  • Foto: Kathrin Brinkmann
  • Foto: Kathrin Brinkmann
  • Foto: Kathrin Brinkmann
  • Foto: Kathrin Brinkmann

Weit größer als die Kosten, die dem Kreis durch Sofortmaßnahmen entstanden sind, sind die Kosten, die im Gutachten als Schaden für die Allgemeinheit beziffert wurden. »Das sind weitere 200.000 Euro«, erklärte Dr. Andreas Hoffmann vom Büro für Umweltplanung, Gewässermanagement und Fischerei auf Anfrage. Die Kosten seien vor allem den Angelvereinen entstanden, die für die Hege und Pflege des Fischbestandes zuständig seien. Ein Großteil der Fische könne nicht einfach so nachgekauft werden, sondern müsse aus anderen Flüssen aufwendig wiederbeschafft werden.

Zwar sei der seltene Steinbeißer glimpflicher davongekommen als befürchtet, da sich die Steinbeißer vor allem in den Außenkurven der Else aufhalten, die Güllewelle aber vor allem die Innenkurven getroffen habe, dennoch sei der komplette Abschnitt der Else zwischen Violenbach und Ahle nach dem Unfall biologisch tot gewesen. Zwischen Ahle und kurz vor Bünde habe die Schädigung zwischen 30 und 50 Prozent betragen. »Je weiter man in die Nähe der Mündung in die Werre kommt, desto geringer fielen die Schäden aus«, fasste Dr. Hoffmann die Ergebnisse des Gutachtens zusammen.

Während die endgültigen Ergebnisse nicht überraschend seien, gebe es ein unvorhergesehenes Problem bei der Rückforderung der entstandenen Kosten. So sei für die Anwältin der Gutachtervereinigung und der Fischereiverbände noch nicht klar, wer überhaupt als Verursacher zu sehen sei. Denn die Gülle sei auf dem Weg vom Güllelager unter dem Hof in Melle zum Fermenter ausgetreten. Der Hof werde als landwirtschaftlicher Betrieb geführt, während der Fermenter als GmbH geführt werde. Ein Gutachter sei nun eingeschaltet worden, um zu ermitteln, ob die GmbH oder der landwirtschaftliche Betrieb für den Schaden haftbar zu machen sei. Wann das Ergebnis des neuen Gutachtens vorliegen wird, sei derzeit aber nicht abzusehen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3641423?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F
Steuer-Strafverfahren eingestellt
DSC-Geschäftsstelle (Archivfoto).
Nachrichten-Ticker