Polizei durchsucht Geschäftsräume von bereits bekannten Verdächtigen
Autohändler sollen Tachos manipuliert haben

Bünde (WB). Vor dem Landgericht Bielefeld läuft seit Monaten ein  Prozess gegen Mitglieder eines Familienclans, die Weihnachten 2011 ein Wohnhaus in Rödinghausen in die Luft gesprengt haben sollen, um die Versicherungssumme zu kassieren. Jetzt stehen nach Informationen dieser Zeitung Clan-Mitglieder in einem weiteren Fall unter Betrugsverdacht.

Freitag, 29.01.2016, 04:05 Uhr aktualisiert: 29.01.2016, 08:55 Uhr
An der Hansastraße liegt der Kfz-Handel, den Polizeibeamte am Mittwochnachmittag auf richterliche Anordnung hin durchsucht haben. Hintergrund waren zwei Strafanzeigen von Autofahrern, die auf manipulierte Tachos an Gebrauchtwagen hingewiesen hatten. Foto: Daniel Salmon
An der Hansastraße liegt der Kfz-Handel, den Polizeibeamte am Mittwochnachmittag auf richterliche Anordnung hin durchsucht haben. Hintergrund waren zwei Strafanzeigen von Autofahrern, die auf manipulierte Tachos an Gebrauchtwagen hingewiesen hatten.

Demnach haben Polizeibeamte am Mittwochnachmittag die Geschäftsräume eines Autohandels in Muckum durchsucht, dort Unterlagen beschlagnahmt und drei Gebrauchtfahrzeuge sichergestellt.

Der Anlass: Am frühen Mittwochnachmittag hatte ein 73-jähriger Mann aus Berlin bei dem Gebrauchtwagenhändler ein Fahrzeug kaufen wollen. Dieses war zusammen mit einer größeren Anzahl anderer Gebrauchtwagen bei einem Internetportal zum Verkauf angeboten worden.

Kilometerstand passte nicht

Dem Kaufinteressenten aus der Bundeshauptstadt fiel der für das Alter des Fahrzeugs allerdings geringe Kilometerstand auf. Er entdeckte bei der Inaugenscheinnahme des Fahrzeugs einen Hinweis auf einen tatsächlich mehr als doppelt so großen Kilometerstand. Der Berliner nahm daraufhin Abstand von dem Kauf und rief die Polizei in Bünde an.

Etwa zeitgleich hatte ein Geschädigter aus Melle dort eine Strafanzeige gegen den Muckumer Autohändler erstattet. Der Meller hatte einen Wagen gekauft, der eigentlich nur 80.000 Kilometer Fahrleistung gehabt haben sollte. Tatsächlich lag die Fahrleistung schon bei mehr als 200.000 Kilometer.

Die Polizei Bünde, der der Name des Autohändlers bekannt war, nahm unmittelbar Kontakt zur Staatsanwaltschaft Bielefeld auf. Diese stellte einen Antrag auf Ausstellung eines Durchsuchungsbeschlusses, den das Amtsgericht Bielefeld anschließend ausfertigte.

Angehöriger leistete Widerstand

Noch am späten Mittwochnachmittag wurde dann der Durchsuchungsbeschluss vollstreckt. Dabei leistete ein 25-jähriger Familienangehöriger des 46-jährigen Gewerbeinhabers Widerstand, indem er Polizeibeamte an dem Betreten der Büros hindern wollte und wegstieß. Ein 41-jähriger Verwandter drohte den Beamten zudem, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Im Rahmen der Durchsuchung der Geschäftsräume wurden Unterlagen zu den zum Verkauf angebotenen Fahrzeugen sichergestellt. Drei auf dem Gelände zum Verkauf angebotene Fahrzeuge wurden sichergestellt. Die Ermittlungen gegen die polizeibekannten Personen dauern an.

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