Horst Hartmann erklärt in Beamerpräsentation Flüchtlingen die Besonderheiten von Deutschland und Unterschiede zu Herkunftsländern
Integration einmal leicht verständlich

Kirchlengern (WB). Wie kann Integration überhaupt gelingen? Mit dieser Frage hat sich Horst Hartmann, Vorsitzender des Vereins Kultur offensiv, beschäftigt. Er hat eine Powerpoint-Präsentation entwickelt, die Flüchtlingen ohne Kommentare erklären soll, was Deutschland von ihren Herkunftsländern unterscheidet und was speziell die Gemeinde Kirchlengern ausmacht.

Donnerstag, 28.01.2016, 00:00 Uhr aktualisiert: 31.01.2016, 14:21 Uhr
Horst Hartmann, Vorsitzender des Vereins Kultur offensiv, hat eine Powerpoint-Präsentation entwickelt, die die Integration von Flüchtlingen erleichtern soll. Foto: Daniel Salmon
Horst Hartmann, Vorsitzender des Vereins Kultur offensiv, hat eine Powerpoint-Präsentation entwickelt, die die Integration von Flüchtlingen erleichtern soll. Foto: Daniel Salmon

Die Spannbreite der Themen reicht dabei von Essensgewohnheiten in Deutschland, Gesetzgebung, Religionen, Gleichberechtigung der Geschlechter und Umgangsformen bis hin zu den Festen in der Gemeinde Kirchlengern, richtiges Fahren mit dem Fahrrad, Notrufnummern und hilfreichen Apps für das Smartphone.

Als Vorsitzender des Kulturvereins habe er praktisch von Anfang an im Sprachcafé für Flüchtlinge mitgewirkt, dass zweimal wöchentlich im evangelischen Gemeindehaus Kirchlengern angeboten wird. »Zuerst habe ich Malkurse angeboten – immerhin müssen die Menschen, die hier Zuflucht suchen, ja irgendwie beschäftigt werden.«

Gleichberechtigung dargestellt.

Gleichberechtigung dargestellt. Foto: WB

Mit der Zeit sei ihm aber deutlich geworden, dass zur Integration von Flüchtlingen mehr gehöre. »Man muss auf einfache Weise verständlich machen, was uns in Deutschland ausmacht und uns von den Herkunftsländern der Flüchtlinge unterscheidet.« Dabei verstehe er Integration nicht als Einbahnstraße, sondern als ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Immer nur »Willkommen« zu sagen, sei aus seiner Sicht allerdings zu wenig.

In vielen Gesprächen habe er die Erfahrung gemacht, dass in der Bevölkerung die Befürchtung bestehe, Integration bedeute nur, sich selber einzuschränken. Diesem Eindruck wolle er entgegen wirken. Das sei mit einer der Beweggründe für ihn gewesen, die Präsentation zu entwerfen. »Am Grundgerüst habe ich zwei Tage gesessen. Seitdem entwickelt sie sich stetig weiter.« Das Interesse der Flüchtlinge im Sprachcafé an der Präsentation sei groß. »Etliche von ihnen sprechen bereits relativ gut Deutsch, so dass man bei Fragen ins Detail gehen kann.«

Vielleicht, so Hartmann, könne die Präsentation auch in anderen Kommunen hilfreich sein. »Die Probleme und Herausforderungen sind doch überall die gleichen.« Natürlich müssten dann die Besonderheiten der Gemeinde Kirchlengern durch die anderer Kommunen ersetzt werden. Die Präsentation hat Hartmann inzwischen an den heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Tim Ostermann weitergeleitet. Auf dessen Kommentar ist er schon gespannt.

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