Alkoholisierte Jugendliche sollen im Gasthaus Schlattheide eine junge Servicekraft verletzt haben
Gastwirt: »Wir wollen eine Entschuldigung«

Bünde (WB). Weil sie ihnen  keinen Wodka ausschenken wollte, sollen vier alkoholisierte junge Männer einer Servicekraft im Dünner Gasthaus Schlattheide eine Zigarettenkippe auf dem Handrücken ausgedrückt haben. Die Wirtinnen Christel und Stephanie Poesze  fragen nun: »Wer kennt die Täter?«

Mittwoch, 03.02.2016, 10:03 Uhr aktualisiert: 03.02.2016, 17:00 Uhr
Alkoholisierte Jugendliche sollen im Gasthaus Schlattheide eine junge Servicekraft  verletzt haben : Gastwirt: »Wir wollen eine Entschuldigung«
Auch nach knapp zwei Wochen ist die Wunde, die von einer Zigarettenkippe herrühren soll, noch gut zu erkennen. Foto: Daniel Salmon

Zugetragen haben soll sich der Vorfall am Abend des 20. Januar. »Das war ein Mittwoch. Etwa gegen 19.30 Uhr kamen die jungen Männer, offensichtlich Deutsche, in den Gastraum. Alle Pensionsgäste waren bereits auf ihre Zimmer gegangen«, sagt die junge Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Kellnerin verweigert Ausschank

Zu diesem Zeitpunkt sei die Servicekraft somit alleine mit dem Quartett an der Theke gewesen. »Die waren so 16 bis 18 Jahre alt und schon alkoholisiert. Sie wollten Wodka bestellen«, schildert die Bünderin die damalige Situation. Da die jungen Männer allerdings keine Ausweise dabei gehabt hätten und somit nicht nachweisen konnten, dass sie volljährig seien, verweigerte die Kellnerin den Ausschank: »Daraufhin haben sie angefangen, herumzupöbeln. Ich habe sie dann gebeten, zu gehen und sie dann zur Tür begleitet.«

Noch im Gastraum habe sich einer der Jugendlichen dann eine Zigarette angezündet und sich an die Wand neben dem Ausgang gelehnt. Und dann passierte es. »Als ich ihn dann bat, endlich zu gehen, hat er seine Zigarette ohne ein Wort zu sagen auf meinem Handrücken ausgedrückt«, sagt die Servicekraft. Tatsächlich ist auch zwei Wochen nach der geschilderten Tat eine Wunde zwischen Daumen und Zeigefinger zu erkennen.

Keine Anzeige erstattet

Die junge Frau sagt: »Ich war so geschockt, dass ich gar nicht daran gedacht, habe die Polizei zu verständigen. Stattdessen habe ich erstmal meine Verletzung unter kaltem Wasser gekühlt.« Auch im Nachhinein habe sie nach Rücksprache mit ihren Eltern bei den Ordnungshütern keine Anzeige gestellt.

So ganz auf sich beruhen lassen wollen die Gasthausbetreiber den Vorfall aber nicht. Per Facebook fragten sie nach Hinweisen auf die Täter, die sie an die Polizei weiterleiten wollten. »Tatsächlich wurde unser Beitrag 400 mal geteilt und 100.000 mal angesehen«, sagt Michael Boyny, Freund der Juniorchefin des Gasthauses. Mittlerweile habe er den Facebook-Eintrag jedoch gelöscht.

»Wir möchten wissen, warum sie das getan haben«

Boyny sagt: »Weil uns als Gasthaus kein Schaden entstanden ist, können wir selbst keine Anzeige erstatten, aber wir drängen unsere Mitarbeiterin auch nicht dazu, das zu tun. Wir würden aber trotzdem gerne wissen, wer die Täter sind und wollen zumindest eine Entschuldigung von ihnen. Wir möchten wissen, warum sie das getan haben. Dann würden wir die Sache auf sich beruhen lassen und ihnen einfach nur Hausverbot erteilen.«

Allerdings könnte die Angelegenheit – auch ohne Anzeige – doch noch die Polizei auf den Plan rufen. »Denn es gibt das so genannte Legalitätsprinzip. Wenn wir von möglichen Straftaten Kenntnis erhalten, sind wir verpflichtet, tätig zu werden und zu ermitteln. Selbst wenn keine Anzeige vorliegt«, sagt Kreispolizeisprecher Michael Albrecht auf Anfrage dieser Zeitung. Im Fall der jungen Kellnerin liege demnach eine gefährliche Körperverletzung vor.

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