Sebastian Grobstich (19) vollführt waghalsige Sprünge vor den Augen staunender Spaziergänger
Kitesurfen auf überschwemmter Wiese

Bünde (WB). Bisher war Bünde nicht gerade als Surferparadies bekannt. Die Spaziergänger im Bünder Elsebruch trauten deshalb in dieser Woche kaum ihren Augen. Sebastian Grobstich aus Börninghausen nutzte dort die überfluteten Wiesen mehrfach zum Kitesurfen. Bis zu fünf Meter hohe Sprünge vollführte er auf den Riesenpfützen.

Donnerstag, 04.02.2016, 08:22 Uhr
»Das Niedrigwasser auf den Wiesen im Bünder Elsebruch bietet top Bedingungen zum Kitesurfen. Auch die Windverhältnisse sind perfekt«, sagt Sebastian Grobstich. Foto: Hans-Walter Becker
»Das Niedrigwasser auf den Wiesen im Bünder Elsebruch bietet top Bedingungen zum Kitesurfen. Auch die Windverhältnisse sind perfekt«, sagt Sebastian Grobstich. Foto: Hans-Walter Becker

»Der Wind war außergewöhnlich gut«, sagte der 19-Jährige gegenüber dieser Zeitung. Normalerweise ist der Auszubildende zum Technischen Systemplaner mit seinem Kite am Steinhuder Meer oder an der Nordsee unterwegs. »Dort hinzukommen dauert aber immer lange und wegen der Vögel darf man viele Monate des Jahres nicht surfen«, sagt Sebastian Grobstich.

Deshalb sei ihm bereits im vergangenen Jahr die Idee gekommen, einfach eine überflutete Wiese zu nutzen. »Damals war ich in Stemwede auf einem Feld unterwegs. Das hat super geklappt«, so der 19-Jährige.

30 Zentimeter Wasser auf den Feldern

Als sein Freund aus Hiddenhausen ihm am Wochenende von den überfluteten Wiesen in Bünde berichtet habe, habe er es dort einfach mal ausprobieren wollen. »Ich achte darauf, so etwas nicht im Naturschutzgebiet zu machen. Und das Wasser auf den Feldern, das zwischen 30 Zentimetern und einem Meter tief ist, eignet sich perfekt gut zum Fahren. Man hat zwar keine Wellen, aber dafür super Windverhältnisse.«

Sebastian Grobstich springt mit seinem Kiteboard mehrere Meter hoch. Die Höhe der Baumwipfel erreicht er locker.

Sebastian Grobstich springt mit seinem Kiteboard mehrere Meter hoch. Die Höhe der Baumwipfel erreicht er locker. Foto: Hans-Walter Becker

Viele Spaziergänger zeigten sich beeindruckt vom Können des 19-Jährigen. So auch Hans-Walter Becker, der die baumhohen Sprünge des Börninghausers gleich mit seiner Kamera festhielt. »Er war so schnell, dass viele der Fotos verwackelt sind. So etwas habe ich echt noch nicht gesehen. Das ist doch toll, wenn junge Leute so etwas machen und nicht einfach zu Hause auf dem Sofa rumhängen.«

»Außer Muskelkater nichts zu befürchten.«

Als besonders gefährlich schätzt Sebastian Grobstich sein ungewöhnliches Hobby nicht ein. »Im vergangenen Jahr bin ich einmal bei einer 360-Grad-Drehung, dem sogenannten Kite-Loop, durch den starken Wind nach vorne gezogen worden und auf den Kopf geknallt. Da war ich einige Sekunden lang bewusstlos und hatte eine Gehirnerschütterung. Aber das ist eine absolute Ausnahme. Normalerweise hat man außer Muskelkater nichts zu befürchten.«

Da das Wasser mittlerweile stark zurückgegangen ist, wird der Azubi auf das nächste Kitesurfing wohl noch etwas warten müssen – oder ganz herkömmlich den Weg zum Steinhuder Meer oder zur Nordsee zurücklegen müssen.

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