Am Montag »Bünder Runde« der CDU zur Zukunft der Bäder
Bürgerentscheid zum Freibad?

Bünde (WB). Freibad und Hallenbad sind der Stadt Bünde lieb – und teuer. Die macht mit beiden Einrichtungen ein jährliches Minus von etwa 1,6 bis 1,7 Millionen Euro. Und kurz- bis mittelfristig fallen Sanierungskosten in Höhe von etwa 5,5 Millionen Euro an.

Donnerstag, 04.02.2016, 09:29 Uhr
Große Wasserflächen und allzu häufig gähnende Leere: Das Freibad Bünde-Mitte gilt als nicht eben attraktiv.. Und hat an Anziehungskraft weiter verloren, nachdem nacheinander der Zehn-Meter-Turm, der Fünf-Meter-Sprungturm und die Rutsche geschlossen werden mussten.

Reine Sanierungskosten wohlgemerkt, keine Investitionen, die die Attraktivität der Bäder steigern, mehr Besucher anlocken und somit die Einnahmesituation verbessern könnten. Im Auftrag der Stadt hat eine Unternehmensberatung mit Sitz in Hamm ein Gutachten erstellt. Dessen Ergebnisse will die CDU am kommenden Montag, 8. Februar, in der »Bünder Runde« im Gasthaus »Zur Klinke« vorstellen und mit interessierten Gästen diskutieren.

Kooperation mit Kirchlengern?

Die Gutachter haben mehrere Varianten erarbeitet. Dabei reicht die Palette von der Schließung beider Bäder bei Neubau eines kombinierten Freizeit-/Sport-/hallenbades gemeinsam mit der Nachbarkommune Kirchlengern bis zur oben geschilderten reinen Sanierung.

Bürgermeister Wolfgang Koch könnte sich eine Kooperation mit Kirchlengern durchaus vorstellen und will diese Möglichkeit morgen noch einmal mit seinem Amtskollegen Rüdiger Meier erörtern. Allzu optimistisch gehe er allerdings nicht in dieses Gespräch, sagte er gestern dieser Zeitung. Dabei könne er sich durchaus mit einem Standort auf Kirchlengeraner Gebiet anfreunden – sofern dieser aus Bünde gut erreichbar sei.

Bünder welle steht für Bürgermeister nicht zur Debatte

Nicht zur Debatte steht für ihn die Bünder Welle, schon allein wegen des Bedarfs der Sportvereine und der Schulen. Die möchten dort bekanntlich noch weitere Belegungszeiten. Für den Schwimmunterricht spielt das bald 80 Jahre alte Freibad hingegen eine eher untergeordnete Rolle: Im Jahr 2014 entfielen nur etwas mehr als 400 der etwa 35 000 Besucher auf den Bereich Schulsport.

Laut Gutachten sind die Wasserflächen im Freibad deutlich zu groß, ist das Angebot im Freizeit-/Spaßbereich, das gerade von Familien und Jugendlichen immer stärker nachgefragt wird, unzureichend.

Das Freibad schließen und ein Außenschwimmbecken an der Bünder Welle neu bauen? Auch das ist eine der Varianten, die die Gutachter darstellen. Diese würde allerdings emissionstechnische Probleme aufwerfen. Die seien lösbar, aber nur mit großem Kostenaufwand, sagte Koch.

Den denkbaren Verzicht auf das Freibad hält er für eine so einschneidende Maßnahme, dass er die Bürger mit einbeziehen will: »Ich könnte mir vorstellen, dass der Rat mit der notwendigen Zweidrittel-Mehrheit den Weg für einen Bürgerentscheid bereitet. Das wäre die sauberste und demokratischste Lösung.« Auch dieser Vorschlag wird bei der »Bünder Runde« am Montag diskutiert werden. Beginn der öffentlichen Veranstaltung ist um 19 Uhr .

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