Bünderin lässt Tasche in ihrem Dienstwagen liegen und bleibt auf Schaden sitzen – 53-Jährige hofft auf Hinweise
Schmuck im Wert von 60.000 Euro gestohlen

Bünde (WB). Eine Tasche mit Schmuck im Verkaufswert von 60.000 Euro haben Unbekannte am Montag vor einer Woche aus einem Auto an der Südlenger Straße entwendet. Eine Mitarbeiterin der Schmuckfirma Kadó hatte die Tasche nachts unbeaufsichtigt im Kofferraum ihres Dienstwagens gelassen.

Dienstag, 23.02.2016, 07:00 Uhr
Die Bünderin (53) zeigt eine schwarze Tasche, die der geklauten sehr ähnelt. Die verschwundene Tasche war etwas größer und enthielt 13 Laden mit Schmuck im Wert von 60.000 Euro. Foto: Kathrin Brinkmann
Die Bünderin (53) zeigt eine schwarze Tasche, die der geklauten sehr ähnelt. Die verschwundene Tasche war etwas größer und enthielt 13 Laden mit Schmuck im Wert von 60.000 Euro. Foto: Kathrin Brinkmann

»Ich bin so verzweifelt«, sagt die 53-jährige Außendienstmitarbeiterin. Sie sei eigentlich krank gewesen, aber trotzdem an dem Montag wieder zur Arbeit gegangen. »Als ich abends nach Hause kam, ging es mir nicht gut. Ich habe meinen schweren Schmuckkoffer mit aus dem Wagen genommen und meine Tochter gebeten, noch eben die Getränke und die kleine Tasche zu holen«, berichtet die Bünderin.

Danach habe sie sich direkt aufs Sofa gelegt, weil sie sich nicht wohl gefühlt habe und nicht mehr kontrolliert, ob die 14-Jährige die Tasche tatsächlich aus dem Auto geholt habe. »Das war ein großer Fehler.« Am nächsten Morgen gegen 7.30 Uhr habe sie die Tochter zum Auto geschickt, um die Scheiben frei zu kratzen.

Trauringkollektion ist ebenfalls gestohlen

Dieser Schmuck aus Edelstahl zählte zur Beute. Die Polizei hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Dieser Schmuck aus Edelstahl zählte zur Beute. Die Polizei hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung. Foto: Brinkmann

»Als sie raus kam, standen alle Türen und der Kofferraum offen. Das Auto war durchwühlt worden«, berichtet die 53-Jährige. Die schwarze Tasche mit 13 Laden Schmuck fehlte, ebenso das private Navi. »Merkwürdig ist, dass der Täter meine Tasche nicht einfach mitgenommen, sondern durchwühlt hat. Einen Teil der Ringe hat er herausgeworfen und im Auto liegen lassen. Fast alle Ringe waren aus Edelstahl, allesamt in Größe 56.«

Auch eine Trauringkollektion und einige wenige Brillantringe, von denen jeder einzelne schon 1000 Euro kostet, habe der Täter erbeutet. »Warum aber einige der Edelstahlringe mitgenommen und andere dagelassen wurden, ergibt keinen Sinn. Vielleicht wurde der Täter gestört«, mutmaßt die Bünderin. Auch zwei Sonnenbrillen von Prada und Gucci seien im Auto liegen gelassen worden. Den Einkaufswert des Schmucks schätzt die Bünderin auf 20.000 Euro. »Das macht einen Verkaufswert von 60.000 Euro.«

Bünderin hofft auf Zeugen

Auf diesen Kosten wird die 53-Jährige nun sitzen bleiben. »Meine Versicherung zahlt nicht. Auch die Firma nicht. Schließlich steht in meinem Arbeitsvertrag, dass ich den Schmuck nicht im Auto lassen darf.« Die 53-Jährige hofft daher, dass Nachbarn oder Hundebesitzer, die abends mit ihrem Vierbeiner draußen waren, vielleicht etwas gesehen haben. »Das alles muss zwischen Montag um 19.30 Uhr und Dienstag um 7.30 Uhr passiert sein«, sagt sie.

Eines erscheint ihr im Nachhinein seltsam: Am Montagnachmittag vor dem Vorfall hat mich meine Tochter angerufen und mir gesagt, dass unsere Haustür offen steht. Aber keiner von uns hatte sie offen gelassen.«

Polizeisprecher Michael Albrecht ermahnt alle Bürger eindringlich, niemals Wertsachen im Auto liegen zu lassen. Es gebe Täter, die sich darauf spezialisiert hätten, auf Parkplätzen unverschlossene Wagen ausfindig zu machen und zu durchsuchen.

In der vergangenen Woche habe es im gesamten Kreisgebiet mehrere Autoaufbrüche gegeben, bei denen zahlreiche Werkzeuge und Elektromaschinen der Marke Hilti im Wert von mehreren Tausend Euro entwendet wurden. Ein Tatzusammenhang mit dem Schmuckdiebstahl könne nicht ausgeschlossen werden. Zeugen sollten sich bei der Polizei melden.

Kommentare

Carsten  schrieb: 23.02.2016 15:24
Muss die Kosten nicht doch der Arbeitgeber tragen bzw. mittragen?

Sie hat zwar entgegen Ihres Arbeitsvertrages gehandelt, doch ob auch der Schaden von der Frau getragen werden muss, erscheint mir schleierhaft.
Wobaus  schrieb: 23.02.2016 12:40
Genau...
Sischer, sischer....ganz sischer....
Welch "Zufälle" es auf diesem Planeten es gibt.
Mein Auto steht teilweise tagelang auf, ohne das es überhaupt jemand beachtet.
Da kann eine Tasche auf allen Sitzen stehen .... nichts.
Aber Schmuck im Kofferaum, da wird das Auto schnell leer geräumt.
Das richt nach "Superzufall"! hahaha
2 Kommentare
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