Bäder-Debatte: Bürgermeister Koch ist verstimmt über seinen Amtskollegen Meier
»Schwerer Vertrauensbruch«

Bünde/Kirchlengern (WB). Dass Kirchlengern ein neues Bad auf dem Gelände des Aqua Fun bauen möchte, konnte nach der Grundsatzentscheidung des Rates vom 14. Januar niemand überraschen. Überlegungen, gemeinsam mit Bünde ein neues Bad zu errichten, sind so gut wie vom Tisch. Und Bündes Bürgermeister Wolfgang Koch ist auf seinen Kirchlengeraner Amtskollegen und Parteifreund Rüdiger Meier schlecht zu sprechen.

Dienstag, 26.04.2016, 09:34 Uhr aktualisiert: 26.04.2016, 17:52 Uhr
Sowohl das Freizeitbad Aqua Fun in Kirchlengern als auch das Freibad in Bünde (Foto) mit dem Sprungturm sind sanierungsbedürftig. In einem von der Stadt Bünde in Auftrag gegeben Gutachten wurden jetzt Kooperationsmöglichkeiten geprüft. Foto: Kathrin Brinkmann
Sowohl das Freizeitbad Aqua Fun in Kirchlengern als auch das Freibad in Bünde (Foto) mit dem Sprungturm sind sanierungsbedürftig. In einem von der Stadt Bünde in Auftrag gegeben Gutachten wurden jetzt Kooperationsmöglichkeiten geprüft. Foto: Kathrin Brinkmann

Hintergrund: Am Montag, 18. April, hatten sich die Verwaltungsspitzen der beiden Kommunen und Alfred Würzinger, Chef der Bünder Bäder GmbH, in Hamm vom Unternehmen PROVA einen Rohentwurf des Gutachtens erläutert, das Möglichkeiten für ein Gemeinschaftsprojekt aufzeigen sollte.

Kirchlengeraner konzentrieren sich auf eigenes Bad

In Auftrag gegeben hatte es, im Einvernehmen mit Kirchlengern, die Bünder Bäder GmbH. Dieses Gutachten sei nun sinnlos geworden, sagte Koch. Nach seiner Darstellung muss Rüdiger Meier umgehend Daten und Kernaussagen des Entwurfs »in seinem bürgerlichen Lager« publik gemacht und eine Vorlage für den nächsten Haupt- und Finanzausschuss erstellt haben.

Darin empfiehlt die (Kirchlengeraner) Verwaltung, die »konzeptionellen Überlegungen« auf ein eigenes Bad zu konzentrieren, da angedachte gemeinsame Lösungen nicht zu realisieren seien.

Gemeinsames Projekt wird es wohl nicht geben

Zum einen befänden sich die vorgeschlagenen drei Standorte (alle im Grenzbereich, aber alle auf Bünder Gebiet) ganz oder teilweise im Privatbesitz, was längere Planungszeiten verursache.

Zum anderen lägen Betriebs- und Baukosten sehr hoch und seien die vom Gutachter prognostizierten Besucherzahlen sehr optimistisch angesetzt. Fazit: Ein eigenes Bad sei kostengünstiger und eher im Interesse der Bevölkerung als ein gemeinsames Projekt mit Bünde.

Interkommunale Zusammenarbeit, heißt es jedoch in der Vorlage, sei »auch im Bereich des Betriebes von Bädern« denkbar. Wörtlich: »Eine Idee könnte in diesem Zusammenhang eine Beteiligung der Stadt Bünde am neuen Aqua Fun sein. Das Bad hat seit langem einen hohen Anteil von Besuchern aus Bünde.«

Geht es nach Bündes Bürgermeister Koch, wird aus einer solchen Finanzbeteiligung der Stadt am Neubau der Nachbarkommune nichts. »Wir werden uns jetzt auf eine eigene Lösung konzentrieren müssen und dazu verschiedene Alternativen erarbeiten«, sagte Koch auf Anfrage.

Bündes Bürgermeister ist verärgert

Wenn Kirchlengern sich für eine eigene Lösung entscheide, »ist das eine Sache. Aber wie das angegangen wird, hat mich schon sehr irritiert. Das habe ich Rüdiger Meier auch deutlich gesagt.«

Was Koch verärgert: In der seit Freitag, 22. April, im Internet einsehbaren Sitzungsvorlage werden nicht nur die Privatgrundstücke genannt, die als Bad-Standorte gehandelt wurden. Auch sei Meier mit Bünder Daten in die Öffentlichkeit gegangen« – aus einem von der Stadttochter Bäder GmbH bezahlten Gutachten.

»Dieses Vorgehen war nicht abgestimmt. Das ist ein schwerer Vertrauensbruch. Und für die künftige Zusammenarbeit alles andere als förderlich.« Letzte Meldung: Das Freibad Bünde wird am 21. Mai öffnen.

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