Verein steht vor Auflösung – Polizei ermittelt gegen Vorsitzenden – Fahrzeug verschrottet
Kältebus: »Das Projekt ist gestorben«

Bünde (WB). Die Idee war nobel, aber nun steht das Bünder Kältebus-Projekt vor dem Aus. Der erst im Januar gegründete Trägerverein wird sich bald auflösen, wie Vorsitzender Peter Keusgen jetzt auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES bestätigt hat. Das Fahrzeug soll bereits verschrottet worden sein.

Donnerstag, 05.05.2016, 10:00 Uhr aktualisiert: 06.05.2016, 11:33 Uhr
Verein steht vor Auflösung – Polizei ermittelt gegen Vorsitzenden – Fahrzeug verschrottet : Kältebus: »Das Projekt ist gestorben«
Der Bus ist bereits verschrottet. Foto: Daniel Salmon

»Das Projekt ist gestorben und wird nicht fortgeführt. Der Bus ist vor zweieinhalb Wochen abgeschleppt worden. Er konnte nicht mehr repariert werden, hatte unter anderem einen Wasserschaden«, sagt der 30-Jährige. Zudem habe es Probleme mit der Anmeldung beim Straßenverkehrsamt gegeben. Wegen der zahlreichen Mängel hätte das Fahrzeug wohl auch keine neue TÜV-Plakette bekommen, mutmaßt Keusgen.

Hilfe in kalten Wintermonaten

Wie berichtet sollte der Omnibus umgebaut werden und in kalten Wintermonaten Obdachlosen als Anlaufstelle dienen. Dort sollten sie Essen und Kleidung erhalten. Der ursprünglich anvisierte Starttermin für das Projekt war der 15. Februar. Der Trägerverein hatte unter anderem bei den Städten Herford und Bielefeld nach einem Standort für das Fahrzeug gefragt. Beide Kommunen hatten allerdings kein Interesse bekundet. Noch Anfang März zeigte sich Peter Keusgen überzeugt davon, mit dem Kältebus Ende 2016 in Paderborn an den Start gehen zu können. »Die Stadt hat auch Interesse gezeigt. Aber wir mussten ihnen ja nun absagen«, behauptet der ehemalige Bünder, der mittlerweile in Herford lebt.

Ehemaliges Vereinsmitglied erstattete Anzeige

Für das Scheitern des Kältebusses macht Keusgen andere verantwortlich. »Über das Projekt sind viele Lügen erzählt worden. Darum haben wir keine Spendengelder mehr bekommen und wurden auf einer Spendenplattform im Internet blockiert«, echauffiert sich der 30-Jährige. Ein ehemaliges Vereinsmitglied habe ihm schaden wollen und daher vor knapp drei Monaten auch Anzeige wegen des Verdachts der Untreue bei der Polizei erstattet, ist sich Peter Keusgen sicher. Unter anderem hatten ehemalige Unterstützer des Kältebus-Projekts seinerzeit bezweifelt, dass eingegangene Sach- und Geldspenden satzungsgerecht eingesetzt worden sein sollen. Laut dem Vereinsvorsitzenden sei die Anzeige gegen ihn aber mittlerweile eingestellt worden. »Weil ich alle geforderten Belege eingereicht habe«, betont Keusgen. Allerdings: Diese Aussage deckt sich nicht mit den Angaben der Herforder Kreispolizeibehörde zu dem Fall. »Die Ermittlungen in dieser Sache dauern an«, so Polizeisprecher Uwe Maser.

Etwa 9000 Euro an Spenden

Für sein Projekt soll der Kältebusverein zwischen 8000 und 9000 Euro an Spendengeldern eingeworben haben. »2000 bis 3000 Euro davon sind noch übrig«, sagt Peter Keusgen. Diese Mittel sollen nach der Vereinsauflösung nun der Deutschen Kinderkrebshilfe zugute kommen. Allerdings müssten von dieser Summe auch noch einige Kosten gedeckt werden – etwa für die Verschrottung des Busses und die Altöl-Entsorgung.

Nach dem Scheitern des Kältebus-Vorhabens plant Keusgen bereits ein neues Projekt. »Was das ist, verrate ich aber nicht.«

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