BEG legt der Stadtverwaltung »akzeptables« Angebot vor – Investor könnte einsteigen
Rat soll über Bahnhofskauf entscheiden

Bünde (WB). Was passiert mit dem Bünder Bahnhof? Schon seit Jahren überlegt die Stadtverwaltung, den Gebäudekomplex samt 4400 Quadratmeter großem Grundstück zu erwerben. Nun gibt es Neuigkeiten in der Sache.

Sonntag, 28.08.2016, 07:00 Uhr
Soll die Stadt den Bahnhof erwerben? Der Rat soll am 29. September darüber entscheiden Foto: Daniel Salmon
Soll die Stadt den Bahnhof erwerben? Der Rat soll am 29. September darüber entscheiden Foto: Daniel Salmon

Die Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (BEG) hat der Stadt ein Angebot vorgelegt, das Bürgermeister Wolfgang Koch für »akzeptabel« hält. Die Summe liege im sechsstelligen Euro-Bereich. Den genauen Betrag wollte das Stadtoberhaupt jedoch nicht nennen.

Sitzung am 29. September

Entscheiden müssen über den Ankauf aber letztendlich die Mitglieder des Bünder Rates. »Für die kommende Sitzung am 29. September werden wir das Thema daher auf die Tagesordnung setzen«, sagt Koch, der die Fraktionen über den Stand der Dinge bereits in Kenntnis gesetzt hat. »Ich gehe auch davon aus, dass die Ratsmitglieder zustimmen werden«, so der Bürgermeister auf Anfrage dieser Zeitung.

Bereits Anfang dieses Jahres hatte ein Gutachter der BEG einen möglichen Kaufpreis taxiert. Dieser erschien den Bünder Stadtverantwortlichen allerdings zu hoch. Daraufhin rief die Verwaltung den Gutachterausschuss des Kreises Herford an, ebenfalls eine Schätzung abzugeben. Koch: »Die beiden Gutachten wichen nicht unerheblich voneinander ab. Allerdings waren die gutachterlichen Ansätze, was die Nutzungsmöglichkeiten betrifft, auch andere.« Im Juli reiste dann eine Bünder Delegation zu Nachverhandlungen mit der BEG nach Essen – mit dem nun vorliegenden Ergebnis.

Neubau oder Abriss?

Kauft die Stadt den Bahnhof, müsste der Rat entscheiden, ob das Gebäude komplett oder zumindest teilweise neugebaut wird, oder ob eine Sanierung erfolgen soll. »Welche Variante man wählt, müssen wir sehen. Ich bin aber der Meinung ein Neubau wäre die sicherste und schönste Variante«, so der Bürgermeister. Er habe Sorge, »dass im Falle einer Sanierung Dinge auftauchen, die schlussendlich zu höheren, nicht kalkulierbaren Kosten führen«.

Zudem müsse überlegt werden, ob die Stadt einen Investor mit ins Boot holt. Der Bürgermeister stellt klar: »Wir haben vonseiten der Stadt nicht unbedingt den Ehrgeiz, das Gebäudeeigentum zu behalten. Wir wollen nur Einfluss darauf haben, was dort passiert.«

Koch fährt fort: »Wir wollen an der Stelle schließlich nicht irgendwas haben, sondern ein attraktives Entree für Reisende, die in die Stadt kommen«, sagt Koch. Er stellt sich den Bahnhof als eine »Mobilitätsdrehscheibe« vor, an der man all das bereitstellt, was Reisende benötigen: »Verpflegungs- und Informationsmöglichkeiten und einen Fahrkartenverkauf. Wer noch andere Ideen hat, kann mir diese gern zutragen.«

Sollte sich indes kein Investor finden, könnte der Bahnhof auch alternativ über eine städtische Gesellschaft bewirtschaftet werden.

Kommentare

AB  schrieb: 28.08.2016 09:41
Barrierefreiheit?
Viel wichtiger als das Gebäude zu sanieren fände ich, dass die Gleise endlich einmal barrierefrei nutzbar wären. Was hab ich davon, dass ein ICE hält, wenn ich meinen Gehwagen nicht die Treppen hoch und runter bekomme? Ein 'Hinterausgang' von den Gleisen direkt zur Roonstraße, ohne zuvor quer durch Berg und Tal um den Bahnhof zu dackeln wäre bei der Gelegenheit genauso wünschenswert - natürlich ebenfalls mit Fahrstuhl bitte.
1 Kommentare
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