Ausstellung aus Amsterdam gastiert in der Gesamtschule
Vom Leben der Anne Frank

Bünde (WB). In einem Versteck in den Niederlanden schrieb sie ihr weltberühmtes Tagebuch: Anne Frank gilt vielen seither als Symbolfigur gegen die Unmenschlichkeit des Völkermordes in der Zeit des Nationalsozialismus. Eine Ausstellung zum Leben des jüdischen Mädchens ist ab Donnerstag in der Erich-Kästner-Gesamtschule in Bünde zu sehen.

Mittwoch, 07.09.2016, 08:00 Uhr
Die Jugendreferentinnen Ulrike Jaeger und Manuela Müller-Riepe sowie EKG-Lehrerin Inge Pilz (von links) betreuen die Anne-Frank-Ausstellung. Die Ausstellung ist speziell für Kinder und Jugendliche konzipiert, aber auch für Erwachsene sehenswert. Foto: Kathrin Heeren
Die Jugendreferentinnen Ulrike Jaeger und Manuela Müller-Riepe sowie EKG-Lehrerin Inge Pilz (von links) betreuen die Anne-Frank-Ausstellung. Die Ausstellung ist speziell für Kinder und Jugendliche konzipiert, aber auch für Erwachsene sehenswert. Foto: Kathrin Heeren

»Lesen und Schreiben mit Anne Frank« lautet der Titel der Ausstellung, die Jugendreferentin Ulrike Jaeger über persönliche Kontakte zum Anne-Frank-Haus in Amsterdam nach Bünde holen konnte. Veranstalter sind das Jugendzentrum TimeOut und der CVJM Ennigloh, unterstützt durch den Kirchenkreis Herford. »Für das Projekt haben wir uns die Erich-Kästner-Gesamtschule als Kooperationspartner mit ins Boot geholt, in deren Räumen die Ausstellung bis zum 6. Oktober präsentiert wird«, sagt Jaeger.

Sie hofft, dass viele Schüler durch Anne Franks Vorbild inspiriert werden, sie als Schriftstellerin kennenlernen und etwas über die Geschichte der Familie Frank erfahren. Etwa, dass Anne Frank, die ursprünglich aus Deutschland kam und mit ihrer Familie in die Niederlande flüchtete, zu ihrem 13. Geburtstag ihr Tagebuch bekam, dem sie später alles anvertraute, als sie mit ihrer Familie untertauchen musste, um den Nazis zu entkommen. Nachdem das Versteck der Familie in einem Hinterhaus in Amsterdam verraten wurde, starb Anne Frank 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen – im Alter von gerade einmal 15 Jahren. Nach ihrem Tod setzte sich Vater Otto für die Veröffentlichung des Tagebuchs ein. Es wurde in viele Sprachen übersetzt und sogar verfilmt.

»Tatsächlich haben viele unserer Schüler – mit Ausnahme der Jugendlichen in der Oberstufe – noch nie etwas von Anne Frank gehört«, bedauert Lehrerin Inge Pilz. Die Zeit des Nationalsozialismus werde im Fach Gesellschaftswissenschaften oft erst in den Jahrgängen 9 und 10 thematisiert.

»Ich finde es super, dass wir nun die Gelegenheit haben, über die Person Anne Frank auf diese Zeit in der Geschichte einzugehen. Mit meinen sechsten und achten Klassen werde ich im Unterricht mit der Ausstellung arbeiten – wie ganz viele andere Kollegen auch«, sagt Pilz. Einige Schüler der Geschichts-AG und des Oberstufenkurses sollen eine Einführung ins Thema erhalten und als Multiplikatoren für die jüngeren Schüler fungieren.

Zudem seien an die benachbarten Schulen ebenfalls Einladungen rausgegangen, die Ausstellung zu Unterrichtszwecken zu nutzen. Auch für Konfirmanden und Jugendliche aus Jugendzentren sei die Ausstellung sicherlich interessant.

»Es gibt ein pädagogisches Begleitheft für den Unterricht, in dem Jugendliche Aufgaben lösen können und auch selber versuchen können, Texte zu verfassen«, sagt Inge Pilz. Pro Stück kostet das Heft 80 Cent. Der Besuch der Ausstellung selbst ist kostenlos.

Eröffnet wird die Ausstellung für alle Interessierten an diesem Donnerstag um 16 Uhr. Zu diesem Anlass wird ein fünfminütiger Kurzfilm über Anne Frank gezeigt.

Vom 8. September bis 6. Oktober ist die Ausstellung im Forum der Erich-Kästner-Gesamtschule in Bünde zu sehen. Anmeldungen für Führungen sind im Sekretariat, Telefon 05223/68880, möglich. Vom 10. bis 28. Oktober gastiert die Ausstellung danach in der Stadtbibliothek Herford. Dort kann sie dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr besichtigt werden.

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