Naturschützer sehen Teichanlage in einem schlechten Zustand
Entenplage im Dustholz

Bünde (WB). Das Dustholz ist ein beliebtes Naherholungsziel im Ortsteil Ennigloh. Ein kleiner Bach entspringt hier, der in einem Teich mündet. Auf den ersten Blick wirkt alles fast schon idyllisch – gebe es nicht die 83 Enten, die hier ihr Zuhause haben. Die Vögel sind nicht nur Anwohnern, sondern auch Luciano Appolloni ein Dorn im Augen.

Donnerstag, 08.09.2016, 07:00 Uhr
Luciano Appolloni hat den Teich am Dustholz mit zwei weiteren Naturfreunden gepachtet. Hier soll ein Biotop für den seltenen Eisvogel entstehen. Derzeit ist der Teich aber die Wohnstube von 83 Enten, die sich hier sehr wohl fühlen.

Seit vielen Jahren ist Appolloni schon aktiver Naturschützer. Gemeinsam mit Karl-Heinz Weßling und Axel Becker hat er vor vier Jahren die Gründung des Vereins »Else-Auen und Naturschutz« vorangetrieben. Zusammen mit Becker und Weßling hat er den Dustholzteich von der Stadt gepachtet – ebenso wie den Steinmeisterteich und eine weiteres Gewässer im Park am ehemaligen Kurhaus Ernstmeier. Ihr Ziel: Biotope für den seltenen, aber in Bünde heimischen Eisvogel zu schaffen.

Gleich nach Beginn der Pacht hatte Appolloni in allen Teichen den Müll entfernt und heimische Fische ausgesetzt, die auf der Speisekarte des Eisvogels stehen. Ein ambitioniertes Ziel, das durch die 83 Enten – »ich habe sie selber gezählt«, so Appolloni – aber kaum umsetzbar ist. »Die Enten sind hier stets auf Futtersuche. Mit ihren Schnäbeln wühlen sie nicht nur das Ufer um, sondern zerstören auch das Wurzelwerk der Weiden am Teichrand.« Aus seiner Sicht sei es nur eine Frage der Zeit, bis die Bäume den Halt verlieren und umstürzen.

Ein mindestens genauso großes Problem sei, dass der Vogelkot inzwischen auf den Wegen und vor allem auf der Steinmauer am Teich liege. »Die Mauer ist eine reine Katastrophe, die Enten verwandeln die ganze Umgebung in ein Drecksloch«, schimpft er. Das Ganze sei extrem unhygienisch, er befürchte, dass so Krankheiten durch die Vögel übertragen werden könnten. »Viele Anwohner haben sich inzwischen beschwert.«

Das können Julia Katharina Sasse und Marion Binz, die im Dustholz regelmäßig spazieren gehen, nur bestätigen. »In der direkten Nachbarschaft gibt es drei Kindergärten, die hier regelmäßig unterwegs sind. Die müssen immer durch den Mist marschieren, den die Enten hinterlassen«, sagt Julia Katharina Sasse. Generell sei es eine Schande, dass das Dustholz so vernachlässigt werde. »Hier könnte doch ein Naturlehrpfad oder am Rande eine Wiese mit Schmetterlingspflanzen angelegt werden.« Und auch der kleine Bachlauf, der in den Teich münde, sei kaum noch zu erkennen. »Ich gehe seit 20 Jahren hier spazieren. Früher war er immer noch gut zu sehen. Jetzt ist er zugewuchert. Bäume, die umfallen, bleiben einfach im Bach liegen«, sagt Marion Binz. Damals habe man sich auch noch problemlos auf die Steinmauer setzen können – »das geht jetzt überhaupt nicht mehr«.

Aus Sicht von Appolloni müssen die Enten weg – »man kann sie meinetwegen einfangen und an anderer Stelle aussetzen.« Inzwischen habe er sich mit der Unteren Fischereibehörde und der Unteren Landschaftsbehörde deswegen in Verbindung gesetzt. Bei einem Termin vor Ort solle geklärt werden, wie das Problem gelöst werden könne.

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