>

Sa., 15.10.2016

Tierpsychologin Sylvia Rattai behandelt Verhaltensauffälligkeiten bei Stubentigern Die Katzentherapeutin

Sylvia Rattai sagt: »Tierpsychologische Angebote für Katzen sind noch recht selten. Für Hunde gibt es da schon viel mehr.« Mit ihrer Katzenberatung hat sich die 27-Jährige daher selbstständig gemacht. Insgesamt beherbergt sie acht Katzen, darunter auch Romy.

Sylvia Rattai sagt: »Tierpsychologische Angebote für Katzen sind noch recht selten. Für Hunde gibt es da schon viel mehr.« Mit ihrer Katzenberatung hat sich die 27-Jährige daher selbstständig gemacht. Insgesamt beherbergt sie acht Katzen, darunter auch Romy. Foto: Daniel Salmon

Von Daniel Salmon

Bünde (WB). Ihre Leidenschaft für Katzen hat die Bünderin Sylvia Rattai jetzt zum Beruf gemacht: Egal ob ein Stubentiger aggressiv gegenüber seiner Umgebung auftritt, ängstlich ist oder sonst eine Verhaltenauffälligkeit an den Tag legt – die Tierpsychologin weiß Rat.

Bereits im Juli hat die 27-Jährige im Stadtteil Ahle die »Katzenberatung« gegründet. »Tierpsychologische Angebote für Katzen sind noch recht selten. Für Hunde gibt es da schon viel mehr«, sagt Rattai. Ohnehin sei das Verhalten des »besten Freundes des Menschen« weitaus besser erforscht als das der Katze. »Dabei gibt es bundesweit mehr Katzen als Hunde. Sie sind hierzulande somit die beliebtesten Haustiere.«

Falsche Ernährung

Neben der Verhaltenstherapie bietet Sylvia Rattai auch eine Ernährungsberatung an. »Ich gebe Tipps, wie die Katze durch richtiges Futter dauerhaft gesund bleiben kann.« Dabei hat sie festgestellt, dass viele Besitzer ihre Stubentiger hauptsächlich mit Trockenfutter versorgen. »Das ist aber eigentlich eine Katastrophe. Katzen sind eigentlich Wüstentiere, nehmen Flüssigkeit durch ihre Nahrung auf.« Von daher sei Nassfutter vorzuziehen.

In ihrem Berufsalltag wird Rattai mit ganz verschiedenen Symptomen konfrontiert. Sie sagt: »Standardlösungen gibt es bei der Therapie nicht. Ich mache mir immer ein Gesamtbild. Die Ursache von Verhaltensauffälligkeiten herauszufinden, ist manchmal eine ganz schöne Detektivarbeit.«

Wenn ein Tier beispielsweise besonders ängstlich ist, verschafft sich die Tierpsychologin einen Überblick über das Umfeld der Katze und ermittelt, in welchen Zusammenhängen Stresssituationen auftreten. »Oftmals sind diese ›Angstkatzen‹ schlecht sozialisiert«, so die Expertin. Um solch einem Tier zu helfen, muss der Mensch auch immer willig sein, bei der Problemlösung mitzuarbeiten. »Sonst bringt das alles nichts«, sagt Rattai.

Oftmals wird die 27-Jährige auch gerufen, wenn die Katze ihr Geschäft in der Wohnung verrichtet, anstelle im bereitgestellten Katzenklo. »Unsauberkeit ist wirklich das Thema Nummer 1«, berichtet die Tierpsychologin. Sie fährt fort: »Viele Haustierbesitzer vermuten, ihre Katze wolle sie mit so einem Verhalten ärgern. Aber das ist natürlich Quatsch. Katzen sind eigentlich von Grund auf saubere Tiere« Zumeist seien es lediglich Kleinigkeiten, die solch ein untypisches Verhalten auslösen würden. »Eventuell ist das Katzenklo zu klein, oder das falsche Streu wird verwendet. Bei Mehrkatzenhaushalten kommt es zudem vor, dass ein Tier das andere bedroht und dieses sich dann nicht mehr aufs Katzenklo traut.«

Ihre Erfahrung mit Stubentigern beruht bei der Tierpsychologin übrigens nicht nur auf den Kenntnissen, die sie während ihres Studiums an der Akademie für Tiernaturheilkunde erworben hat: »Vor sieben Jahren habe ich meine erste Katze bekommen: Leo. Mit der Zeit wurden es immer mehr. Daher habe ich mir nebenher eine Menge Wissen angeeignet, mich mit dem Feld der Tierpsychotherapie zunächst privat beschäftigt.«

Mittlerweile leben acht Katzen bei Sylvia Rattai. »Und die vertragen sich prima, sind sogar ziemlich gelehrig«, sagt die Ahlerin, die zudem mit einem gängigen Vorurteil aufräumen will: »Viele Leute denken, man könnte Katzen einfach nicht erziehen, ihnen zudem keine Tricks beibringen, weil sie ihren eigenen Kopf hätten.«

Dabei seien die Stubentiger durchaus kooperativ. »Sie können genauso konditioniert werden wie Hunde. Man muss ein entsprechendes Verhalten belohnen. Dann können sie genauso lernen, Pfötchen zu geben oder durch Reifen zu springen. Das geht hervorragend mit dem so genannten Klickertraining«, erklärt die Tierpsychologin.

Kommentare

Quaksalber

Immer wieder erschreckend für welche selbsternannten Heilsbringer sich drittklassige regionale Käseblätter vor den Karren sperren lassen.
Leute, geht zum Tierarzt wenn ihr Probleme mit Euren Vierbeiner habt. Aber liefert Sie nicht irgendwelchen unqualifizierten Quacksalbern aus, die sich eine Urkunde im Internet bestellt haben und dass dann Studium nennen.

Kennt jemand einen Therapeuten für Katztherapeuten?

2 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4370323?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198393%2F2514621%2F