Mann (46) soll wegen versuchten Mordes in sieben Fällen vor Gericht
Anklage wegen versuchten Mordes

Bünde (WB). Weil er mit voller Absicht mit seinem Auto in eine Gruppe von Feiernden gefahren sein soll , muss sich ein 46-jähriger Bünder demnächst vor dem Bielefelder Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat unter anderem Anklage wegen siebenfachen versuchten Mordes erhoben.

Dienstag, 22.11.2016, 09:06 Uhr aktualisiert: 22.11.2016, 15:27 Uhr
In diesem Hinterhof eines Nachtclubs in der Bahnhofstraße hatte sich die Tat ereignet. Von dem Vorfall existiert ein Überwachungsvideo. Foto: Daniel Salmon
In diesem Hinterhof eines Nachtclubs in der Bahnhofstraße hatte sich die Tat ereignet. Von dem Vorfall existiert ein Überwachungsvideo. Foto: Daniel Salmon

Es war etwa 4 Uhr morgens als der Mann am 28. August diesen Jahres – einem Samstag – seinen VW Passat in den Hinterhof eines Nachtclubs an der Bahnhofstraße steuerte, kurz abbremste und dann in eine Bierzeltgarnitur krachte, an der zehn Gäste saßen. Sechs Personen wurden verletzt. Festgehalten wurden die dramatischen Szenen auf einer Überwachungskamera.

Im Anschluss an diese Auto-Attacke wollte der 46-Jährige mit seinem Wagen türmen. Als ihm das nicht gelang, soll er mit einem Schraubendreher aus seinem Auto heraus auf die Umstehenden eingestochen und so eine weitere Person verletzt haben. Der Angeklagte flüchtete schließlich zu Fuß, meldete sich aber wenig später telefonisch bei der Polizei und konnte dann von Streifenbeamten festgenommen werden.

Seither sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Seinerzeit hatte die Kripo zunächst Ermittlungen wegen fünffachen versuchten Mordes aufgenommen. »Zu den Tatvorwürfen hat der Mann sich bislang nicht eingelassen. Er schweigt«, sagte Staatsanwalt Veit Walter gestern Nachmittag auf Anfrage. Zum möglichen Motiv konnte er daher auch keine Angaben machen.

Nach Informationen dieser Zeitung soll der Bünder zuvor auf der Geburtstagsfeier gewesen sein – allerdings nicht als eingeladener Gast. Dabei soll es laut eines Partygastes zu einem Streit gekommen sein. Beleidigungen oder Gewalttätigkeiten habe es in diesem Zusammenhang jedoch angeblich nicht gegeben.

Während der Tat soll der 46-Jährige unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol gestanden haben. Veit Walter: »Etwa 90 Minuten nach dem Vorfall hatte er 0,4 Promille im Blut.« Ein Gutachter soll im Vorfeld des Schwurgerichtsprozesses nun die Schuldfähigkeit des Angeklagten prüfen. Terminiert sei der Verhandlungsauftakt noch nicht, soll jedoch Anfang kommenden Jahres angesetzt werden, so der Staatsanwalt.

Vertreten wird der Mann von dem Bielefelder Rechtsanwalt Dr. Detlev Binder. »Die erste Frage, die sich mir stellt, ist, ob überhaupt ein Tötungsvorsatz vorliegt«, zweifelt der Verteidiger die Anklage wegen versuchten Mordes an. »Jeder, der das Überwachungsvideo kennt, sieht doch, dass mein Mandant zwar nicht mit geringer, aber auch nicht mit exorbitanter Geschwindigkeit auf den Tisch zugefahren ist«, sagt Binder. Daher geht er bei der Tat nicht von einem Tötungsvorsatz aus und will dies auch beim anstehenden Prozess darlegen.

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