Finanzierungslücke steigt auf 90 000 Euro – Gemeinde wirbt um Spenden
Risse im Kirchgewölbe: Laurentius-Sanierung wird teurer

Bünde (WB). Weil große Risse in der Gewölbedecke der Laurentiuskirche aufgetaucht sind, wird die seit September 2016 laufende Sanierung des Gotteshauses teurer als geplant. Die Kosten für den Innenausbau steigen laut Kirchmeister Rainer Alexander um 100 000 Euro.

Samstag, 11.02.2017, 07:10 Uhr
Deutlich sind die Risse in der Gewölbedecke zu erkennen, die Arbeiter teilweise sogar schon verputzt haben. Trotz der unangenehmen Überraschung sei die Sanierung der Laurentius-Kirche dennoch auf einem guten Weg, wie Rainer Alexander versichert. Foto: Daniel Salmon
Deutlich sind die Risse in der Gewölbedecke zu erkennen, die Arbeiter teilweise sogar schon verputzt haben. Trotz der unangenehmen Überraschung sei die Sanierung der Laurentius-Kirche dennoch auf einem guten Weg, wie Rainer Alexander versichert. Foto: Daniel Salmon

Der Gesamtbetrag für die Maßnahme beträgt nunmehr 1,4 Millionen Euro. 60 Prozent der nun ermittelten Mehrkosten wird zwar die Finanzgemeinschaft des Kirchenkreises Herford tragen. Für den Rest der Summe – immerhin 40 000 Euro – wird allerdings die Lydia-Kirchengemeinde aufkommen müssen. Damit erhöht sich die Finanzierungslücke für die Bünder auf nun 90 000 Euro.

Risse waren zunächst nur klein

»Als ich Anfang Februar nach meinem Urlaub erstmals wieder in die Kirche kam, dachte ich, hier hätte ein Erdbeben stattgefunden«, sagt Rainer Alexander . Dabei hatte alles zunächst noch nicht so dramatisch ausgesehen. Der Kirchmeister sagt: »Die Risse waren zunächst nur klein, wir dachten, mit Reinigen und Überstreichen wäre es getan.«

Aber dann folgte die unangenehme Überraschung: Als Arbeiter mit Messingbürsten den Putz vom Mauerwerk entfernten, vergrößerten sich die Löcher zusehends. Ernst Tilly vom Förderverein der Laurentiuskirche, der die Sanierung finanziell unterstützt, vermutet daher: »Das Gewölbe wurde wahrscheinlich jahrhundertelang einfach immer nur übergestrichen und nie richtig verputzt.« Das soll nun in den kommenden Tagen nachgeholt werden. Immerhin: Auf die Statik der Kirche wirken sich die Schäden nicht aus. Auch auf den ambitionierten Zeitplan sollen die Mehrarbeiten keinen wesentlichen Einfluss haben. Rainer Alexander: »Wir planen nach wie vor, dass die Sanierung im Dezember abgeschlossen ist und wir hier wieder einen Weihnachtsgottesdienst feiern können.«

Gemeinde bittet um Spenden

Bis dahin ist noch einiges zu tun in der derzeit mit Baustaub verschmutzten Kirche. Parallel zu den Arbeiten an den Rissen sollen die Wände verputzt werden. In vier Wochen, so der Plan, wird die neue Fußbodenheizung eingebaut und der Boden darüber wieder aufgebracht. Ein Großteil der Arbeiten wird von Bünder Firmen durchgeführt.

Ziel der Sanierung ist, das Gotteshaus optisch wieder an den Zustand von 1904 anzunähern. »Das Innere der Kirche soll dann in hellen Farben gestaltet sein. Auf eine Bemalung der Steinfassungen der großen Säulen wird zudem verzichtet. Bis zum Sommer soll das Gröbste fertig sein«, sagt der Kirchmeister.

Um das alles möglich zu machen und die Finanzierungslücke zu schließen, bitten Gemeinde und Förderverein nun um Spenden. Rainer Alexander betont: »Bislang haben viele Bürger schon etwas gegeben, das ist wirklich toll.« Der Förderverein selbst hat die Finanzierung bereits nach Kräften unterstützt, etwa mit der Kostenübernahme für eine neue Lautsprecheranlage oder Reparaturen an der Turmuhr – Kosten: 25 000 Euro. Auch über innovative Maßnahmen zur Unterstützung der Sanierung wird derzeit nachgedacht. Tilly: »Da nicht klar ist, ob die alten Kirchbänke wieder genutzt werden können, sollen eventuell Stühle angeschafft werden. Das könnte dann über eine Stuhlpatenschaft laufen, wie damals bei der Kirche in Ennigloh.«

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