Straßen NRW will Ampelanlage an der Volksbank-Kreuzung in Bünde prüfen
Rentner sagt: »Grünphasen sind zu kurz«

Bünde (WB). Die Volksbankkreuzung in Ennigloh ist Siegfried Gottsleben (78) ein Dorn im Auge. Er sagt: »Die Grünphasen der Fußgängerampel sind viel zu kurz. Man kann in der Zeit kaum die Straße überqueren. Außerdem wurde ich dort neulich fast totgefahren.«

Freitag, 17.02.2017, 11:08 Uhr aktualisiert: 17.02.2017, 11:11 Uhr
Vor allem für ältere Menschen reiche die Dauer der Grünphasen an den Fußgängerampeln an der Volksbankkreuzung nicht aus, um sicher die Straße überqueren zu können. Der Rentner fragt daher: »Kann man da nichts machen?« Foto: Daniel Salmon
Vor allem für ältere Menschen reiche die Dauer der Grünphasen an den Fußgängerampeln an der Volksbankkreuzung nicht aus, um sicher die Straße überqueren zu können. Der Rentner fragt daher: »Kann man da nichts machen?« Foto: Daniel Salmon

Mit der Aussage spielt der Rentner auf ein Erlebnis vom Donnerstag vor einer Woche an: »Es war gegen 19 Uhr. Ich kam von der Volksbank, wollte die Holzhauser Straße an der Ampel überqueren. Das Licht zeigte grün für Fußgänger.« Plötzlich seien aus Richtung Borriesstraße zwei Fahrzeuge nach rechts in die Holzhauser Straße eingebogen. »Die hatten ein hohes Tempo drauf. Ich befand mich gerade zwei Meter auf der Fahrbahn, konnte gerade noch zurückspringen.« Er meint nun: »Die Kreuzung ist gefährlich.«

Kreuzung war Unfallschwerpunkt

In der Tat galt der Bereich, in dem Levisonstraße, Borriesstraße, Holzhauser und Holser Straße aufeinandertreffen, bis vor einigen Jahren als Unfallschwerpunkt (diese Zeitung berichtete mehrfach). Daher hatte sich die zuständige Unfallkommission seinerzeit mit der Kreuzung beschäftigt. Mit einer optischen Sperrfläche, die im Einmündungsbereich der Borriesstraße aufgetragen wurde, sollte das Gefährdungspotenzial verringert werden.

Scheinbar mit Erfolg. Seither sanken die Unfallzahlen statistisch ab. »In diesem Jahr gab es da noch gar keinen Unfall. In der zweiten Hälfte von 2016 gab es vier Unfälle mit Sachschaden. Bei einem weiteren Unfall wurde eine Person leicht verletzt«, informiert Kreispolizeisprecher Steven Haydon . Aus polizeilicher Sicht sei die Kreuzung zwar ein Bereich, der in die Verkehrsüberwachung mit einbezogen werde, um eine Unfallhäufungsstelle handele es sich aber nicht mehr.

Ampel nur zehn Sekungen grün

Aber auch die seiner Meinung nach zu kurzen Grünphasen der Fußgängerampeln stören Siegfried Gottsleben . Eine Messung vor Ort ergibt: Um die Holzhauser Straße zu queren, bleiben Fußgängern rund zehn Sekunden. Bei der längeren Strecke über die Verkehrsinsel der Borriesstraße springt die Fußgängerampel nach etwa 20 Sekunden wieder auf Rotlicht. »Das ist zu wenig. Vor allem für ältere Menschen, die eventuell noch mit einem Rollator unterwegs sind. Es wäre schön, wenn man das ändern könnte.«

Aus dem Bünder Rathaus war in Erfahrung zu bringen, dass es eine Richtlinie für Ampelanlagen, die sogenannte RILSA, gibt. Da sich an der Kreuzung zwei Landesstraßen kreuzen, ordnet die Stadt im Zuge dessen eine bestimmte Schaltung an, der Landesbetrieb Straßen NRW kümmert sich als zuständiger Straßenbaulastträger um die Installation eines Programms zur Steuerung der Anlage. Die Behörde müsste nun schauen, ob das aktuelle Programm noch passt. Würden Defizite entdeckt, fiele es in die Zuständigkeit der Stadt Bünde , ein neues Signalprogramm zu erstellen. Allerdings: Diese Maßnahme wäre mit hohen Kosten verbunden.

Schaltkasten wird öfters angefahren

Auf Anfrage erklärte Sven Johanning, Sprecher von Straßen NRW in Bielefeld: »Wir werden die Sache auf jeden Fall prüfen lassen. Der Schaltkasten für die Anlage steht auf dem Volksbank-Parkplatz. In der Vergangenheit sind öfters Autofahrer, die dort parkten, dagegen gefahren. Dadurch kann die empfindliche Anlage beschädigt werden.« In diesem Fall werde ein Notprogramm aktiviert, das vom normalen Betrieb abweiche. Johanning: »Die Ampelschaltung läuft dann auch nicht mehr verkehrsabhängig.« Zwar sei direkt vor dem Schaltkasten bereits ein Poller angebracht. »Aber wir denken auch hier über eine Absicherung nach, damit niemand mehr dagegen fährt.«

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