André Dorn handelt reaktionsschnell und verhindert Schlimmeres
Nach schwerem Unfall: Polizei lobt Brummifahrer

Bünde (WB). Das hätte auch Tote geben können: Nur durch seine Reaktionsschnelligkeit hat André Dorn (34) am Dienstag wohl einen dramatischeren Ausgang des Unfalls auf der Enger­straße verhindert. Dafür wurde der Lkw-Fahrer jetzt von der Polizei ausdrücklich gelobt.

Samstag, 18.02.2017, 07:00 Uhr
Nur weil André Dorn geistesgegenwärtig handelte, hatte der Unfall keine gravierenderen Folgen, sagt die Polizei. Für den Bielefelder war es das erste Mal in seiner neunjährigen Laufbahn als Lkw-Fahrer, dass er in einen Crash verwickelt wurde. Foto: Daniel Salmon
Nur weil André Dorn geistesgegenwärtig handelte, hatte der Unfall keine gravierenderen Folgen, sagt die Polizei. Für den Bielefelder war es das erste Mal in seiner neunjährigen Laufbahn als Lkw-Fahrer, dass er in einen Crash verwickelt wurde. Foto: Daniel Salmon

Wie berichtet war ein 81-Jähriger mit seinem Golf etwa zur Mittagszeit in Fahrtrichtung Enger zunächst etwa in Höhe der Einmündung zur Theodor-Heuss-Straße auf einen Passat aufgefahren.

Das Fahrzeug des Rentners geriet anschließend auf die Gegenspur, streifte die Beifahrerseite eines entgegenkommenden 40-Tonners, überfuhr einen Zaun und zerstörte die Fensterfront einer Fahrschule bevor er in einem Vorgarten zum Stehen kam.

Besonnenes Verhalten verhindert Schlimmeres

Am Steuer des Lastwagens saß André Dorn . Geistesgegenwärtig hatte der Berufskraftfahrer, der für die Spedition Gronemeier Transport aus Herford arbeitet, sein schweres Gefährt kontrolliert nach links in die Gegenfahrspur gebracht, ohne dabei einen anderen Verkehrsteilnehmer zu gefährden und somit eine direkte Kollision mit dem Golf des Rentners vermieden. Ermittlungen des Verkehrskommissariats kommen nun zu dem Schluss, dass Dorns besonnenes Verhalten Schlimmeres verhindert hat.

André Dorn erzählte am Freitag dieser Zeitung: »Ich hatte kaum eine Sekunde Zeit, um die Situation einzuschätzen. Ich dachte zunächst, der Golf wollte noch vor mir abbiegen, tat er aber nicht. Der war ziemlich zügig unterwegs.« Wie die Polizei nun bekannt gab, hatte der Volkswagenfahrer wohl aufgrund eines internistischen Vorfalls die Kontrolle über sein Auto verloren und war auf das Gaspedal geraten – mit den bekannten Folgen. Der Engeraner und dessen Frau (78), die mit im Golf saß, sowie der Passat-Fahrer (63) waren nur leicht verletzt worden.

Lkw-Fahrer bleibt unverletzt

Brummifahrer Dorn kam indes ohne Blessuren davon, lenkte seinen Lkw nach der Unfallaufnahme sogar noch zu einer Firma nach Ahle und ließ ihn dort entladen. Erst am Dienstagabend geriet er ins Grübeln. »Ich hatte zum Zeitpunkt des Unfalls 25 Tonnen Stahl geladen. Wären bei einem Frontalcrash die Sicherheitsketten der Ladung gerissen, hätte mich das Metall im Führerhaus platt gemacht«, so der Bielefelder, der sich über das Lob der Polizei sehr gefreut hat: »Der Beamte hat deswegen sogar extra meinen Chef angerufen.« Steven Haydon, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Herford betont: »Das wir so etwas machen, kommt auch nur sehr selten vor.« 

Für den Beamten steht fest: »Nur durch seine schnelle Reaktion vermied der Lkw-Fahrer einen Frontalzusammenstoß mit dem Golf. Wer weiß, was sonst geschehen wäre. Aus dienstlicher Erfahrung kann ich aber sagen: Das hätte tödlich ausgehen können.« Erst im September 2016 hatte sich ganz in der Nähe des jüng­sten Crashs auf der Engerstraße ein ganz ähnlicher Unfall ereignet. Beim Zusammenstoß eines Kleinwagens mit einem Lastwagen war eine 89-Jährige ums Leben gekommen.

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