Zustand des Opfers (19) aus Bünde ist weiter »besorgniserregend«
Messer-Attacke: Tatverdächtiger schweigt

Bünde (WB). Der Zustand des 19-Jährigen, der bei einer Messer-Attacke in der Bünder City am Sonntagabend lebensgefährlich verletzt wurde, ist weiterhin besorgniserregend. Das sagte Staatsanwältin Stefanie Lange der WESTFALEN-BLATT.

Donnerstag, 13.04.2017, 07:00 Uhr aktualisiert: 13.04.2017, 11:29 Uhr
Auf dem Parkplatz an der Laurentiuskirche hat sich die Bluttat am vergangenen Sonntagabend ereignet. Foto: Daniel Salmon
Auf dem Parkplatz an der Laurentiuskirche hat sich die Bluttat am vergangenen Sonntagabend ereignet. Foto: Daniel Salmon

»Er ist im Moment zwar wach und ansprechbar, aber noch nicht über den Berg, da innere Organe verletzt wurden«, erklärte Lange. Sobald es dem jungen Mann besser gehe, solle er zu Sache vernommen werden.

Während die übrigen Beteiligten bereits vernommen wurden und Angaben zu dem Vorfall auf dem Parkplatz an der Laurentiuskirche gemacht haben, schweigt der Tatverdächtige (17) bislang. Der mutmaßliche Messerstecher hatte sich kurz nach dem Vorfall der Polizei gestellt. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung erlassen.

Verteidiger wartet auf Akten

Der 17-Jährige wird vom Bielefelder Strafverteidiger Dr. Carsten Ernst anwaltlich vertreten. »Wir warten derzeit noch auf die Akten zu dem Fall. Wenn wir die haben, werden wir uns gegebenenfalls zur Sache äußern«, sagte der Jurist.

Nach Informationen dieser Zeitung soll der Beschuldigte dem Opfer mehrfach in den Rücken gestochen haben – möglicherweise sogar, als der 19-Jährige schon am Boden lag. »Zeugenaussagen tendieren zumindest in diese Richtung«, bestätigte Staatsanwältin Lange.

Zu der Bluttat war es am Sonntag gegen 22.55 Uhr gekommen. Zwei Gruppen Jugendlicher sollen sich auf dem Parkplatz nach einer verbalen Auseinandersetzung auch körperlich angegangen haben.

Erst Gerangel, dann Messerstiche

Auslöser des spätabendlichen Treffens ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Beleidigung gewesen. Demnach soll sich der Ex-Freund eines Mädchens abfällig über den neuen Partner der jungen Frau geäußert haben. Bei letzterem handelt es sich um das Opfer, das ein versierter Amateur-Boxer sein soll. Allerdings endete die vermeintliche Aussprache zwischen den Konfliktparteien blutig. Stefanie Lange: »Laut der Zeugen haben sich der Freund und der Ex-Freund des Mädchen geschlagen, sind gestrauchelt und zu Boden gegangen. In dem Moment soll der 19-jährige mehrfach von einem Messer getroffen worden sein.« Eine Polizeistreife hatte den blutüberströmten Bünder kurz darauf entdeckt.

Für Strafverteidiger Dr. Carsten Ernst stellt sich derzeit die Frage, ob es sich bei dem Treffen auf dem City-Parkplatz möglicherweise um eine abgesprochene Schlägerei handelte. Ob alle Beteiligten davon im Vorfeld gewusst hätten, sei aber noch unklar, erklärte Rechtsanwalt Ernst.

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