Dobergmuseum in Bünde bereitet eine neue Sonderausstellung vor
Mythos und Lebensraum Wald

Bünde (WB). Der Wald – für den einen ist er in erster Linie Holzlieferant, für den anderen ein Mythos und faszinierender Lebensraum. Mit der Bedeutung des Waldes, seiner erdgeschichtlichen Entwicklung und heutigen Formen setzt sich eine Ausstellung auseinander, die derzeit im Dobergmuseum vorbereitet wird.

Mittwoch, 19.04.2017, 10:15 Uhr aktualisiert: 19.04.2017, 10:20 Uhr
Museumsleiter Michael Strauß vor einem von ihm erstellten Diorama. Die Ausstellung zum Thema Wald wird im Juni im Dobergmuseum eröffnet. Fotos: Hilko Raske

»Der Wald ist als Thema unglaublich vielfältig«, sagt Museumsleiter Michael Strauß, von dem die Idee und das Konzept für diese Ausstellung stammen. Strauß will den Wald gleich aus verschiedenen Perspektiven erfahrbar machen. So soll zum Beispiel die Entwicklungsgeschichte der Pflanzen vorgestellt werden – von den ersten Landpflanzen, wahrscheinlich Moosen, bis hin zu den Kulturpflanzen, die Ergebnis des menschlichen Einflusses sind. Gleichzeitig werden verschiedene Erscheinungsformen des Waldes beschrieben. »Das reicht vom Regenwald bis hin zum borealen Nadelwald«, so Strauß. In einem nächsten Schritt soll es dann direkt vor die eigene Haustür gehen. Und hier trifft Strauß eine wichtige Unterscheidung: »In Mitteleuropa haben wir eigentlich keine Wälder im Sinne eines Urwaldes mehr, sondern Forste, die vom Menschen angelegt wurden.« Der Museumsleiter hat mit Blick auf die Ausstellung selber in der näheren Umgebung eine Vielzahl an Ausstellungsstücken gesammelt. »Hauptsächlich Objekte, die den Wald während des Winters zeigen.« Doch dabei soll es nicht bleiben. Für Strauß steht fest, dass die Ausstellung sich im Laufe des Jahres weiterentwickeln und entsprechend der Jahreszeiten ergänzt werden soll.

Sensibilisieren für Lebensraum Wald

Mit der Ausstellung will Strauß unter anderem für den Lebensraum Wald sensibilisieren und gleichzeitig aufzeigen, wie wichtig die Pflanzenwelt ist. »Ohne sie gäbe es praktisch kein Leben. Wir sind zu 100 Prozent abhängig von den Pflanzen.« Diese enorme Bedeutung soll auch Schulklassen vermittelt werden, die im Rahmen von museumspädagogischen Angeboten die heimische Pflanzenwelt und ganz speziell Bäume kennenlernen können.

 

»Waldland Nordrhein-Westfalen«

Von Strauß stammen nicht nur Konzept und zahlreiche Ausstellungsstücke. Er selber hat die Vitrinen dafür angefertigt – natürlich aus Holz – und so genannte Dioramen, also Schaubilder zum Thema Wald, gemalt. Ergänzend kommt noch eine Wanderausstellung der forstlichen Dokumentationsstelle Arnsberg hinzu: »Waldland Nordrhein-Westfalen«. Dabei handelt es sich um zehn Säulen, die verschiedene Aspekte des Waldes in NRW darstellen. Unterstützung erhält das Museum zudem vom Naturschutzbund, der Biologischen Station Ravensberg (Stift Quernheim) sowie dem Paläontologischen Arbeitskreis. »Dadurch können wir auch etwa 70 Fossilien präsentieren«, informiert der Museumsleiter.

Doch vorerst gehen die Vorbereitungen für die Ausstellung noch weiter. Voraussichtlich Ende Juni wird sie eröffnet und soll dann bis Ende November im zentralen Raum des Dobergmuseums präsentiert werden.

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