DRK bietet Spielgruppe für Flüchtlingskinder
Integration leicht gemacht

Bünde  (WB). Die Verständigung ist nicht ganz einfach – aber was an Vokabeln fehlt, wird durch Gestik und Mimik wettgemacht. Doch den Mädchen und Jungen gefällt es in der Spielgruppe, die die Stadt Bünde in Kooperation mit dem DRK-Kreisverband Herford-Land anbietet.

Dienstag, 25.04.2017, 20:00 Uhr aktualisiert: 26.04.2017, 10:52 Uhr
Die Erzieherinnen Mona Werner (Mitte) und Sabine Brölhorst mit Müttern und Kindern in der DRK-Spielgruppe. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Spracherwerb. Aber auch die Gelegenheiten zum Spielen und Bewegen kommt nicht zu kurz. Foto: Hilko Raske
Die Erzieherinnen Mona Werner (Mitte) und Sabine Brölhorst mit Müttern und Kindern in der DRK-Spielgruppe. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Spracherwerb. Aber auch die Gelegenheiten zum Spielen und Bewegen kommt nicht zu kurz. Foto: Hilko Raske

In einem der Reihenhäuser in Hunnebrock, in denen früher britische Soldaten mit ihren Familien lebten, ist die Gruppe untergebracht. Bis zu 15 Kinder im Kindergartenalter können zweimal wöchentlich, jeweils montags und mittwochs von 9.30 bis 12 Uhr, gemeinsam mit ihren Eltern das Angebot nutzen. »Die Spielgruppe soll für die Kinder und Eltern ein Ort sein, an dem sie sich angenommen und wohl fühlen«, sagt Ina Klaus-Petrach, Leiterin des DRK-Familienzentrums Kieselstein, die für diese Betreuungseinrichtung zuständig ist. Alle Familien würden hier die Achtung ihrer Kultur und Sprache erfahren, um so in der Lage zu sein, eine vertrauenvolle Basis aufzubauen. »Außerdem können Kinder und Erwachsene bei uns erste Erfahrungen in einer kleinen Spielgruppe machen, was später einen Einstieg in eine Kindertagesstätte erleichtert.«

Zwei Erzieherinnen kümmern sich um die Kinder

Speziell für diese Gruppe habe das DRK das Personal aufgestockt – zwei Erzieherinnen kümmern sich nun um die Kinder. Dabei sollen alle Entwicklungsbereiche eines Kindes angesprochen werden, um ein ganzheitliches Lernen zu ermöglichen. »Besonderer Schwerpunkt ist dabei natürlich der Sprachbereich, da Sprache ein wichtiger Aspekt für eine gute Integration ist.« Man wolle den Kindern viele Möglichkeiten zum Erwerb der deutschen Sprache geben, was den Übergang in eine Regeleinrichtung sehr erleichtern könne. Aber auch Gelegenheiten zum Spielen, Toben und Bewegen würden nicht zu kurz kommen. Dabei solle stets eine enge Bezugsperson des Kindes in der Nähe sein. Dadurch könne eine Vertrauensbasis zu den Erzieherinnen hergestellt werden.

Während die Mädchen und Jungen in den unteren Räumen spielen, können sich die Eltern in die obere Etage des Reihenhauses zurückziehen. »Hier können sie sich untereinander kennenlernen und austauschen«, so Ina Klaus-Petrach. Außerdem würden Eltern so erste Informationen bekommen, welche Angebote in Bünde für Kinder und Eltern zur Verfügung stehen.

Unterstützung vom Bundesministerium

Finanziell unterstützt werde das Projekt vom Bundesministerium für Familie und Jugend, informiert Karin Schäffer, Leiterin des Bünder Jugendamtes. Der derzeitige Bewilligungsantrag laufe bis Juli. Es sei aber vorgesehen, einen Folgeantrag zu stellen und die Gruppe danach fortzuführen. Auch der Erste Beigeordnete der Stadt Bünde, Günther Berg, begrüßt diese Einrichtung. »Wir sind froh, dass das DRK diese Spielgruppe anbietet. Sie ist eine hervorragende Ergänzung zu schon bestehenden Angeboten«, betont Berg. Von Seiten der Stadt sei nicht nur das Jugendamt, das sich um die Formalitäten kümmere, beteiligt, sondern auch das Sozialamt und das Stadtteilbüro Hunnebrock. Letzteres mache Flüchtlinge mit Kindern auf das DRK-Angebot in ihrer Nachbarschaft aufmerksam.

Nach wie vor sei die Spendenbereitschaft der Bünder für Flüchtlinge groß, stellt Sven Kampeter, Leiter des DRK-Ortsverbandes, fest. Sach- und Geldspenden würden direkt vor Ort eingesetzt, so auch in der Spielgruppe.

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