Jugendlicher aus Bünde muss sich vor dem Bielefelder Landgericht verantworten
Nach Messerstecherei: 18-Jähriger zeigt Reue

Bünde (WB/hr). Weil er im vergangenen April auf einem Bünder Parkplatz mehrfach mit einem Messer auf einen Kontrahenten eingestochen haben soll, hat sich ein 18-Jähriger am Freitag vor dem Landgericht Bielefeld verantworten müssen. Der junge Mann wird unter anderem des versuchten Mordes verdächtigt.

Samstag, 07.10.2017, 00:00 Uhr aktualisiert: 10.10.2017, 14:02 Uhr
Auf dem Parkplatz Laurentiuskirche kam es im April zu einer Messerstecherei, bei der ein 19-Jähriger schwer verletzt wurde Foto: Daniel Salmon
Auf dem Parkplatz Laurentiuskirche kam es im April zu einer Messerstecherei, bei der ein 19-Jähriger schwer verletzt wurde Foto: Daniel Salmon

Der 18-Jährige und ein weiterer Mittäter sollen sich gemeinsam mit zwei der Geschädigten in der Nacht auf den 9. April verabredet haben, um eine Streitigkeit zu klären. Dabei soll es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sein, in deren Verlauf der Angeklagte Reizgas aus geringer Entfernung ins Gesicht zweier Anwesenden gesprüht haben soll. Dann soll der 18-Jährige unerwartet ein Messer gezogen und mit Tötungsvorsatz mehrfach heftig in den Rücken eines 19-Jährigen eingestochen und diesen damit lebensgefährlich verletzt haben.

Beleidigung soll zu Streit geführt haben

Auslöser des spätabendlichen Treffens ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Beleidigung gewesen. Demnach soll sich der Ex-Freund eines Mädchens abfällig über den neuen Partner der jungen Frau geäußert haben. Bei Letzterem handelt es sich um das Opfer. Allerdings endete die vermeintliche Aussprache zwischen den Konfliktparteien blutig.

Laut Zeugen hätten sich der Freund und der Ex-Freund des Mädchen geschlagen, seien gestrauchelt und zu Boden gegangen. In dem Moment soll der 19-jährige mehrfach von einem Messer getroffen worden sein. Eine Polizeistreife hatte den blutüberströmten Bünder kurz darauf entdeckt.

Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Da der Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat erst 17 Jahre alt war, fällt er unter das Jugendgerichtsgesetz. Somit fand die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der junge Mann wird vom Bielefelder Strafverteidiger Dr. Detlev Binder anwaltlich vertreten. Der 18-Jährige habe vollumfänglich gestanden und sein Bedauern über das Geschehen zum Ausdruck gebracht, sagte Binder. »Der junge Mann bereut seine Tat.«

Es seien Streitigkeiten eskaliert und außer Kontrolle geraten. Ein Tötungsdelikt könne hier nicht ernsthaft in Erwägung gezogen werden, betonte der Rechtsanwalt. Vielmehr sehe er einen sogenannten strafbefreienden Rücktritt. »Der junge Mann hätte ja weiterstechen können.« Es handele sich somit eine gefährliche Körperverletzung.

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