Mi., 04.07.2018

Karl-Josef Laumann informiert sich bei MuM über elektronische Visite NRW-Minister lobt Ärztenetzwerk

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (rechts) hat dem Bünder Ärztenetzwerk MuM am Montagabend einen Besuch abgestattet und kam bei der Gelegenheit auch mit Landrat Jürgen Müller ins Gespräch.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (rechts) hat dem Bünder Ärztenetzwerk MuM am Montagabend einen Besuch abgestattet und kam bei der Gelegenheit auch mit Landrat Jürgen Müller ins Gespräch. Foto: Daniel Salmon

Von Daniel Salmon

Bünde  (WB). Wie kann die Digitalisierung den Gesundheitsbereich voranbringen? Über dieses Thema hat sich NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann mit Vertretern des Bünder Ärztenetzwerks »Medizin und Mehr« (MuM) am Montag unterhalten.

Generell scheint das Bünder Land eine beliebte Anlaufstelle für Mitglieder der Landesregierung zu sein. Erst vor einem Monat war Ministerpräsident Armin Laschet in Kirchlengern zu Besuch. Nun kam Laumann, der sich in den Räumen an der Viktoriastraße bei Dr. Hans-Jürgen Beckmann, Dr. Gesa Fiedler, Dr. Kai Könemann und MuM-Geschäftsführerein Annette Hempen unter anderem über die sogenannte elektronische Visite für Pflegeheime– kurz elVi – informierte. Die Videosprechstunde (wir berichteten mehrfach) wurde in der Elsestadt erdacht, programmiert und permanent weiterentwickelt. »Ich finde das, was hier vom Ärztenetzwerk gemacht worden ist, wirklich sehr beeindruckend«, lobte der NRW-Minister.

Erleichterungen durch elektronische Visite

Eingeladen worden war der CDU-Politiker von Landtagsfrau Angela Lück. »Damit der Minister erfährt, welche Erleichterungen es durch die elektronische Visite gibt«, so die Sozialdemokratin. Vor dem Hintergrund der erst kürzlich durch den Ärztetag beschlossenen Aufhebung des Fernbehandlungsverbots zeigte sich Laumann überzeugt, das digitale Strukturen bei der Behandlung von Patienten künftig eine immer größer werdende Rolle spielen würden.

E-Visite bietet große Chancen für Pflegeheime

Vor allem für Pflegeheime biete die E-Visite laut Laumann großen Chancen: »Dem Personal dort können wir so größere Sicherheit in medizinischen Fragen geben, wenn es sich schnell und unkompliziert einen ärztlichen Rat holen kann«, so Laumann. Schließlich wäre es oftmals nicht einfach, mehrfach erkrankte ältere Menschen in die Arztpraxen zu transportieren. Auch die Ausstellung von Rezepten für Medikamente, die bislang einen Praxisbesuch voraussetzen, könne durch die Telemedizin künftig vereinfacht werden.

Weiterhin sprach sich Laumann dafür aus, dass Ärztenetzwerke künftig auch Facharztzentren gründen könnten: »Das wäre auch für ärztlich unterversorgte Gebiete auf dem Land gut.« Allerdings müssten die notwendigen Schritte dafür auf Bundesebene eingeleitet werden. »Ärztliche Versorgung ist ein Aspekt der Daseinsvorsorge«, stellte Laumann klar.

Ärztemangel in Bünde

Laut MuM betreffe das Thema Ärztemangel auch Bünde. Zum 1. Juli hätten demnach zwei Arztpraxen mit zusammen 3000 Patienten pro Quartal geschlossen. Auch hier könne der Einsatz von Telemedizin eine Chance bieten. Etwa, wenn eine medizinische Fachangestellte in einer Netzzentrale den Erstkontakt mit dem Patienten übernehme, und ihn an Haus- oder Fachärzte vermittelt, die freie Kapazitäten an das Netz gemeldet haben. In einer digitalen Sprechstunde könnten die Hilfesuchenden dann ihr Problem schildern. Das Ärztenetzwerk bekräftigte zudem, sich auch künftig für »eine wohnortnahe, persönliche und hochwertige« Patientenversorgung unter Nutzung moderner Technologien einzusetzen.

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