Di., 24.07.2018

Bünder Jugendliche helfen Senioren beim 22. Workcamp im weißrussischen Lepel 27 Stunden mit dem Zug nach Belarus

Gut gelaunt startet ein Teil der Jugendgruppe zusammen mit Ulrike Jaeger (links) am Bahnhof in Bünde seine lange Reise. In Minden kamen noch zwei Workcamper dazu. Über Berlin ging es dann mit dem Zug bis nach Minsk. Die komplette Zugfahrt dauert 27 Stunden.

Gut gelaunt startet ein Teil der Jugendgruppe zusammen mit Ulrike Jaeger (links) am Bahnhof in Bünde seine lange Reise. In Minden kamen noch zwei Workcamper dazu. Über Berlin ging es dann mit dem Zug bis nach Minsk. Die komplette Zugfahrt dauert 27 Stunden. Foto: Thomas Klüter

Von Thomas Klüter

Bünde/Lepel  (WB). Es ist eine beschwerliche Reise für die zehn Jugendlichen. Aber auch ein Abenteuer. Insgesamt 27 Stunden Zugfahrt lagen vor ihnen, als sie nun ihre Tour Richtung Weißrussland starteten. Zum 22. Mal leitet Gemeindepädagogin Ulrike Jaeger das Jugendworkcamp in Lepel.

Gut gelaunt hievten die Jugendlichen ihre Koffer in den Zug und winkten den Eltern und Geschwistern auf dem Bahnsteig. Sie freuten sich auf die kommenden drei Wochen. Dabei könnte man eigentlich meinen, dass die typischen Jugendlichen heutzutage keine Lust auf derartige Aktionen haben.

Auf die Jugendlichen wartet viel Arbeit

Arbeit wartet auf sie im weißrussischen Lepel. Zusammen mit zwölf Jugendlichen aus Weißrussland werden die Teilnehmer aus der evangelischen Jugendregion Bünde-Ost Fußböden reparieren, Holzwände instand setzen, abschleifen und neu streichen, Zäune bauen und Dächer abdichten. Für die Nächte rollen sie ihre Schlafsäcke in einer alten Turnhalle aus, das Duschwasser muss über dem Feuer erhitzt werden und es gibt nur Plumsklos.

All das macht aber den Reiz des Jugendworkcamps aus und stärkt die Gemeinschaft. »Und es gibt das gute Gefühl dazu, Menschen geholfen zu haben, für die sonst niemand da ist«, sagt Leonhard von Zabeltitz. Der 15-Jährige steigt schon zum zweiten Mal mit in den Zug Richtung Belarus. Vorher war sein Bruder Johannes schon mit beim Workcamp. »Und diesmal kommen noch zwei meiner Cousins aus Minden mit«, sagt von Zabeltitz.

Hilfe für alte Menschen ohne Angehörige

In der ehemaligen Sowjetrepublik renovieren die Jugendlichen Häuser von alten Menschen, die keine Angehörigen haben und um die sich niemand kümmert. »Wir bekommen die Kontakte vom Sozialamt in Lepel«, sagt Jaeger. »Dort bewerben sich die Menschen um Hilfe.«

Jedes Jahr im April fährt die Jugendreferentin dann in die Region im Nordosten des Landes, schaut sich die Baustellen an und entscheidet, was möglich ist in den drei Wochen Arbeitseinsatz. »Ich bestelle dann auch schon das Material im Handel vor Ort«, so Jaeger.

Mit dem Kleinbus zur Baustelle

Sind die Jugendlichen dann vor Ort, werden sie auf die verschiedenen Baustellen verteilt. Jeden Morgen fährt sie ein Kleinbus zu den jeweiligen Häusern und dann geht es an die Arbeit. Handwerkliche Erfahrung haben die meisten nicht, aber der gesunde Menschenverstand und der Wille zu Helfen führt sie zum Ziel. »Im vergangenen Jahr hab ich viel gestrichen«, erinnerte sich Leonhard von Zabeltitz. »Ich möchte diesmal auch gern andere Arbeiten machen.«

Seit 1996 organisiert Ulrike Jaeger das Workcamp: »Im Jahr davor war ich mit Dietrich von Bodelschwingh in der Region, wo dessen Verein Heimstatt Tschernobyl eine Siedlung hat.« Daraus sei dann das eigene Hilfsprojekt entstanden.

Für Sie vor Ort

Unser freier Mitarbeiter Thomas Klüter wird das

Thomas Klüter berichtet aus dem weißrussischen Lepel.

Jugendworkcamp im weißrussischen Lepel besuchen und exklusiv für das WESTFALEN-BLATT berichten. Bei den Renovierungsarbeiten an den Häusern wird er den Jugendlichen über die Schulter schauen, mit den Bewohnern sprechen und vielleicht auch bei der ein oder anderen Aufgabe in Belarus mit anpacken.

 

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