Do., 02.08.2018

Dobergmuseum präsentiert Trilobiten als Exponat des Monats Von Marokko nach Bünde

Museumsmitarbeiter Fritz Hasenburger mit der Versteinerung eines Trilobiten. Das Fossil ist mindestens 360 Millionen Jahre und wird als Exponat des Monats in den kommenden Wochen im Dobergmuseum zu sehen sein.

Museumsmitarbeiter Fritz Hasenburger mit der Versteinerung eines Trilobiten. Das Fossil ist mindestens 360 Millionen Jahre und wird als Exponat des Monats in den kommenden Wochen im Dobergmuseum zu sehen sein. Foto: Hilko Raske

Von Hilko Raske

Bünde (WB). Er hat einen sehr langen Weg hinter sich – der Trilobit, den das Dobergmuseum als Exponat des Monats präsentiert. Das Fossil stammt ursprünglich aus dem Südosten von Marokko. Und hat ein Alter, das selbst die Bünder Seekuh als relativ jung dastehen lässt.

Mindestens 360 Millionen Jahre ist die Versteinerung nämlich alt, die als Einzelstück in einer Vitrine im Eingangsbereich des Museums präsentiert wird. Seine Länge beträgt etwa 13 Zentimeter – und damit ist der »Dreilapper«, wie er auf Deutsch heißt, ein seltenes Fundstück. »Das Fossil wurde 1986 vom damaligen Museumsleiter Dr. Eberhard Pankoke gekauft – ein Glücksfall für unsere Sammlung«, sagt Museumsmitarbeiter Fritz Hasenburger. Hasenburger, der auch gleichzeitig Mitglied im Paläontologischen Arbeitskreis ist, weiß, wovon er spricht. Zwar könnten Trilobiten bis zu 30 Zentimeter groß werden. Aber auch ein Fundstück von 13 Zentimetern Länge fällt schon in die Kategorie »Rarität«.

Viele Nachbildungen im Umlauf

Das jetzt ausgestellte Fossil habe sich ursprünglich in einer harten Kalksteinknolle befunden, aus der es in mühevoller Kleinarbeit herausgearbeitet wurde, sagt Hasenburger. »Bis zu 200 Stunden benötigt man schon, um alle Feinheiten darzustellen.« Die Präparation von Fossilien sei etwas für Menschen mit sehr viel Geduld und Fingerspitzengefühl, betont Hasenburger. Mit einem sogenannten Druckluftstichel – einem kugelschreibergroßen Gerät mit kleinen Meißelaufsätzen – würden die Grobarbeiten vorgenommen, bevor man die Details per Sandstrahl ins rechte Licht rücke.

In Fachkreisen seien derartig gut erhaltene Trilobiten sehr begehrt. Inzwischen würden sie auch verstärkt auf diversen Internetplattformen angeboten. »Hier ist allerdings Vorsicht geboten – da tummeln sich etliche schwarze Schafe.« So komme es vor, dass Nachbildungen aus Kunstharz als Originale präsentiert würden. »Ich habe neulich einmal auf einer derartigen Internetseite fünf identische Trilobiten gesehen – ist doch klar, dass es sich nur um Nachbildungen handeln kann.« Spätestens dann, wenn man mit einer heißen Nadel diese »Versteinerung« teste, könne man Fälschung von Original unterscheiden.

Wer sich mit der Präparation von Fossilien oder ihrer Bestimmung beschäftigen möchte, findet dazu übrigens im Internet die passende Anleitung. »Es gibt eine Seite der Fossilien-Community, die inzwischen etwa 8000 Mitglieder hat und auf der sehr detaillierte Präparationsberichte zu finden sind«, sagt Hasenburger.

Über Trilobiten

Trilobiten (zu Deutsch »Dreilapper«), die zumeist den Meeresboden in Küstennähe bewohnten, gehören zu den wirbellosen Tieren. Sie erschienen vor etwa 520 Millionen Jahren und starben vor etwa 250 Millionen Jahren aus. Sie werden dem Tierstamm der Gliederfüßler zugeordnet und waren daher mit den heute lebenden Insekten, Spinnentieren und Krebstieren verwandt. Ihren Namen verdanken sie der deutlichen Dreigliederung in Kopfschild, Rumpf und Schwanzschild.

www.steinkern.de

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