Anklage: Störung des öffentlichen Friedens – Prozess in zwei Wochen
Bombendrohung gegen Polizei: Rödinghauser (64) vor Gericht

Bünde/Rödinghausen (WB). Weil er gedroht haben soll, die Herforder Polizeiwache in die Luft zu jagen, muss sich ein 64-Jähriger Mitte September vor dem Bünder Amtsgericht verantworten. Die Anklage wirft ihm unter anderem Störung des öffentlichen Friedens, versuchte Nötigung und Beleidigung vor.

Samstag, 01.09.2018, 14:36 Uhr aktualisiert: 01.09.2018, 17:24 Uhr
In zwei Briefen soll der Mann eine Sprengung der Herforder Polizeiwache angedroht haben. Sprengstoff hatten die Beamten damals im Haus des heute 64-jährigen Rödinghauser s aber nicht entdecken können. Archiv-Foto: Moritz Winde
In zwei Briefen soll der Mann eine Sprengung der Herforder Polizeiwache angedroht haben. Sprengstoff hatten die Beamten damals im Haus des heute 64-jährigen Rödinghauser s aber nicht entdecken können. Archiv- Foto: Moritz Winde

Mit der angedrohten Sprengung wollte der Rödinghauser im Dezember 2016 laut Anklage erreichen, dass die Behörde ihm seine einige Monate zuvor beschlagnahmten Waffen wieder aushändigen (wir berichteten). Denn bereits kurz vor den Osterfeiertagen des gleichen Jahres hatte der Mann in der Wiehengemeinde für mächtig Aufregung gesorgt und einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst.

Soll auch Nachbar mit Waffe bedroht haben

So soll er am Abend des Gründonnerstags einen Nachbarn zunächst mit einer Machete und einer Pistole bedroht haben. Als dann eine Streifenwagenbesatzung anrückte, verschanzte sich der damals 62-Jährige zunächst in seinem Wohnhaus.

Neben weiterer Verstärkung aus dem Kreisgebiet waren auch Sondereinsatzkräfte der Polizei aus Dortmund und Münster nach Rödinghausen beordert worden. Zwischenzeitlich waren 40 Beamte im Einsatz. Der nun Angeklagte war wegen ähnlicher Vorfälle bereits polizeibekannt und soll sich seinerzeit auch in psychiatrischer Behandlung befunden haben. Als er versuchte, aus seinem Haus zu flüchten, setzten ihn die Elitepolizisten fest.

Anwohner alarmierten nach Drohung Polizei

Nach Informationen dieser Zeitung waren in dem Gebäude später mehrere Hieb- und Stich- sowie Schusswaffen sichergestellt worden, die sich der Rödinghauser später auf ungewöhnlichem Weg zurückholen wollte. Dazu soll er knapp eine Woche vor Weihnachten 2016 bei seinen Nachbarn zwei Briefe mit seiner Forderung und der angedrohten Sprengung hinterlegt haben.

Die Anwohner hatten dann die Polizei alarmiert – die sofort mit einem Großaufgebot nach Rödinghausen ausrückte. Der Angeklagte hatte sich abermals in seinem Haus verschanzt. Erneut musste das SEK eingreifen. Bei dem Einsatz war der Mann leicht verletzt worden. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung konnten die Beamten später aber weder Sprengstoff noch andere Hinweise finden, die auf einen Anschlag auf die Polizeiwache hindeuteten.

Prozess am 13. September

Der geistige Zustand des Rödinghausers war nach diesem Einsatz – wie auch schon bei dem Vorfall einige Monate zuvor – von einem Psychologen in einem Krankenhaus untersucht worden. »Dieser hat nach der medizinischen Untersuchung festgestellt, dass derzeit keine Fremd- oder Eigengefährdung bestehe, so dass der Beschuldigte wieder entlassen wurde«, hatte ein Polizeisprecher damals erklärt.

Auch nach dem ersten Vorfall war der 64-Jährige zunächst in eine psychiatrische Einrichtung gebracht worden, die er tags darauf aber wieder verlassen konnte. Zu diesem Zeitpunkt soll durch den Mann keine Gefahr mehr ausgegangen sein. Für einen Haftbefehl hätten damals somit keine Voraussetzungen bestanden.

Der Prozess gegen den Mann beginnt am Donnerstag, 13. September, um 10.30 Uhr.

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