Sa., 15.09.2018

300 Jahre Stadtrechte: Museumsfest und Ausstellungen am 5. Mai 2019 Soldatenkönig machte Bünde zur Stadt

Industriegebiet, Wohnsiedung, historischer Stadtkern und ein Wespennest: Museumsleiter Michael Strauß hat mit den Vorbereitungen zur Sonderausstellung anlässlich des Jubiläums der Bünder Stadtrechte im nächsten Jahr begonnen.

Industriegebiet, Wohnsiedung, historischer Stadtkern und ein Wespennest: Museumsleiter Michael Strauß hat mit den Vorbereitungen zur Sonderausstellung anlässlich des Jubiläums der Bünder Stadtrechte im nächsten Jahr begonnen. Foto: Karl-Hendrik Tittel

Von Karl-Hendrik Tittel

Bünde (WB). Die groß angelegten Verwaltungsreformen des preußischen Monarchen Friedrich Wilhelm I. bedeuteten auch für einen kleinen Ort an der Else eine große Zäsur: 1719 bekam Bünde als eines von insgesamt acht Gebieten und Dörfern vom »Soldatenkönig« die Stadtrechte verliehen.

Auch wenn die Ernennung Bündes zur Titularstadt damals nicht auf ungeteilte Gegenliebe stieß, brachte sie doch einen Vorläufer der heutigen Mehrwertsteuer und eine deutliche Beschneidung der Selbstverwaltungsrechte mit sich, ebnete das königliche Dekret den Weg für eine moderne Bünder Stadtentwicklung. Dieser wirtschaftliche und politische Wendepunkt jährt sich im nächsten Jahr zum 300. Mal – und soll mit einem Bündel an Ausstellungen, Aktionen und Publikationen gewürdigt werden. »Am Sonntag, 5. Mai 2019, findet ein Museumsfest statt, das sich thematisch um die Stadtrechtsverleihung drehen wird, der Kulturbeirat arbeitet bereits an einem Rahmenprogramm«, sagt Hartmut Bokel von der Stadt Bünde.

Vorbereitungen laufen

Für Museumsleiter Michael Strauß und sein Team haben die Vorbereitungen für die große Sonderausstellung längst begonnen, die während des Museumsfestes eröffnet und danach mehrere Monate zu sehen sein wird. Passend zum Jubiläum der Bünder Stadtrechte wird dabei die urbane Siedlungsform in all ihren Facetten im Mittelpunkt stehen. »Wir beschäftigen uns unter anderem mit den Fragen, was eine Stadt überhaupt ist, wie sich Städte entwickelt haben oder auch, wie die Städte der Zukunft aussehen könnten«, gibt Strauß einen Einblick ins Konzept. Gut ein Dutzend Modelle sollen einen Überblick über unterschiedliche urbane Strukturen und Entwicklungen bieten. »Anhand dieser Beispiele können die Besucher entdecken, was davon auf Bünde anzuwenden ist«, so Strauß.

Ein zweiter Schwerpunkt der Ausstellung soll sich dann unmittelbar auf Bünde beziehen, zum Beispiel was von den unterschiedlichen Stadien der Stadtentwicklung heute noch zu sehen ist. Thematisiert werden sowohl die Historie der Elsesiedlung im Allgemeinen als auch markante Ereignisse, wie Bausünden, im Speziellen. Mit den Herausforderungen und Potenzialen der Stadt der Zukunft wird sich ein dritter Schwerpunkt der Ausstellung beschäftigen. »Vertikale Landwirtschaft oder ›tiny Houses‹ sind hier einige der Stichworte«, so der Museumsleiter.

Wanderausstellung gebucht

Ferner geht die Wanderausstellung »300 Jahre Stadtrechte« intensiv auf die Auswirkungen der Stadtrechtsverleihung durch die preußische Krone ein, von der acht Orte in der ebenfalls 1719 neu geschaffenen preußischen Verwaltungseinheit Minden-Ravensberg betroffen waren: Bünde, Enger, Vlotho, Borgholzhausen, Halle, Versmold, Werther und Preußisch-Oldendorf.

»Wir haben die Wanderausstellung inzwischen fest gebucht, sie wird ebenfalls beim Museumsfest am 5. Mai 2019 eröffnet und einige Wochen zu sehen sein«, so Bokel und ergänzt: »An diesem Tag wird zudem der Bünder Autor Norbert Sahrhage seine neue lokalgeschichtliche Publikation vorstellen.«

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