Fr., 12.10.2018

Retro-Tage an der Recyclingbörse: Feinripp-Slips und Wählscheibentelefon im Angebot – mit Video Darf’s ein bisschen älter sein?

Gut 70 Quadratmeter ist die Sonderverkaufsfläche groß, die Kerstin Elbracht und ihr Team liebevoll gestaltet haben. Zu erstehen gibt’s auch schicke Cocktailssessel für 25 Euro das Stück.

Gut 70 Quadratmeter ist die Sonderverkaufsfläche groß, die Kerstin Elbracht und ihr Team liebevoll gestaltet haben. Zu erstehen gibt’s auch schicke Cocktailssessel für 25 Euro das Stück. Foto: Daniel Salmon

Von Daniel Salmon

Bünde (WB). Wie wär’s mit einem mobilen Kaffeekocher fürs Auto in knallorange für 3,99 Euro? Oder doch lieber ein schicker Cocktailsessel aus den 1970ern – braungestreift versteht sich. Den gibt’s für 25 Euro bei den Retro-Aktionstagen in der Bünder Recyclingbörse.

Alltagsgegenstände mit Nostalgie-Charme, gerne auch in grellen Farben, liegen aktuell voll im Trend. Das weiß man auch im Second-Hand-Kaufhaus an der Franz-Werfel-Straße. »Die Jüngeren, die nicht damit aufgewachsen sind, finden die Sachen daher ziemlich interessant. Bei Älteren werden Erinnerungen an Wählscheibentelefon und Co. geweckt«, sagt Filialleiterin Kerstin Elbracht.

Die meisten Artikel sind Originale

Gut 70 Quadratmeter ist die Aktionsfläche groß, auf der Küchen- und Elektrogeräte, Geschirr, Kleinmöbel, Kleidungstücke, Bücher und Spielzeug präsentiert werden. »Wir haben alles, was das Leben so hergibt«, sagt Elbracht.

Die meisten Artikel sind tatsächlich Originale, vor allem aus den Fünfziger bis Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Beispielsweise ein kultiger Trainingsanzug (70 Prozent Acryl, 30 Prozent Schurwolle), Feinripp-Wäsche für Damen und Herren (noch mit original D-Mark-Preisschild), eine Krapfenspritze, diverse urig anmutende Heizlüfter oder ein handbetriebener »Tischstaubsauger«. »Einige Sachen sind allerdings auch auf Alt ›gemacht‹, sind also neueren Datums«, gibt die Filialleiterin zu.

Ab 2019 vier Retro-Tage

Das Gros der Retro-Angebote stamme aus Haushaltauflösungen. Elbracht: »Etwa, wenn Leute die Wohnungen ihrer Mütter oder Omas ausräumen, für die vielen alten Sachen keine Verwendung mehr haben und dann bei uns als Spende vorbeibringen. Wir sammeln die Sachen zunächst und bieten sie dann alle auf einmal an.«

Elektronische Geräte werden von den Mitarbeitern der Recyclingbörse stets auf Funktionstüchtigkeit geprüft und mit einem entsprechenden Zeichen versehen. »Und vieles geht auch tatsächlich noch«, sagt die 55-Jährige.

Bislang gibt es die Retro-Tage an der Recyclingsbörse zwei mal jährlich. »Aber das erscheint uns zu wenig. Die Nachfrage ist riesengroß. Ab 2019 wollen wir vier Termine anbieten«, so Elbracht. Die jüngste Aktion ist am vergangenen Mittwoch gestartet: »Die Kunden haben uns regelrecht die Bude gestürmt, als wir um Punkt 10 Uhr aufgemacht haben.« Allein bis zum Nachmittag seien etwa 200 »alte Schätzchen« über den Ladentresen gegangen.

Aktion läuft bis Samstag

Noch bis zum morgigen Samstag, 13. Oktober, geht der Sonderverkauf regulär. »Stücke, die dann noch übrig sind, werden wir aber auch noch in der kommenden Woche anbieten«, verspricht Kerstin Elbracht. Danach wird erst einmal wieder gesammelt. Für die nächsten Retro-Aktionstage im kommenden Frühjahr

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