Fr., 16.11.2018

Natalie W. seit 2017 verschwunden – Haftbefehl gegen Ehemann erlassen Handy der Vermissten entdeckt

Von Christian Althoff

Bünde (WB). Ein Mann aus Bünde steht im dringenden Verdacht, vor einem Jahr seine Ehefrau getötet und die Leiche beseitigt zu haben. Das Amtsgericht Bielefeld erließ gestern Haftbefehl wegen Totschlags gegen Markus W. (47), der zuletzt in einer Möbelfabrik in Niedersachsen gearbeitet hatte. Von seiner Frau Natalie (34) fehlt jede Spur.

Wie gestern berichtet, hatte die Mutter von Natalie W. am 30. November 2017 Vermisstenanzeige erstattet – da war die Bäckereiverkäuferin bereits seit drei Tagen weg. Doch die Kripo Herford hatte das Verschwinden der zweifachen Mutter offenbar nicht ernstgenommen und nicht entsprechend ermittelt. Als die Staatsanwaltschaft Bielefeld jetzt von der Sache erfuhr, übertrug sie den Fall dem Polizeipräsidium Bielefeld, das eine Mordkommission (Leitung Ralf Östermann) aufstellte. Die nahm den Ehemann am Mittwoch in dem gemieteten Haus der Familie in Bünde-Holsen fest.

Es gibt nicht deneinen Beweis, der ihn belastet. Es ist das Gesamtbild, das die Ermittler nicht glauben lässt, dass die Frau weggelaufen ist oder sich das Leben genommen hat. Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen gibt es u.a. folgende Auffälligkeiten:

  • Natalie W. war am Tag ihres Verschwindens mit einer Freundin verabredet. Sie erschien aber nicht zu dem Treffen und ging auch nicht mehr an ihr Telefon.
  • Ehemann Markus W. meldete seine Frau nicht als vermisst.
  • Im Haushalt blieben die beiden Kinder der Frau zurück, ein 15-jähriger Sohn aus ihrer ersten Ehe und die gemeinsame Tochter (9).
  • Markus W. soll schon damals Kontakt zu einer Frau aus Südamerika gehabt haben, mit der er jetzt zusammenlebte.
  • Natalie W. veranlasste seit November 2017 keine Kontobewegungen mehr.
  • Ihre Krankenkassenkarte soll nicht mehr benutzt worden sein.
  • Bei der Hausdurchsuchung am Mittwoch wurde das Samsung-Handy der Vermissten entdeckt. Der Ehemann hatte zuvor aber nie angegeben, dass seine Frau das Telefon zurückgelassen habe.

In seiner ersten Vernehmung am Mittwoch hatte der Beschuldigte ausgesagt, er wisse nichts über den Verbleib seiner Frau. Gestern wurde er auf Antrag von Staatsanwalt Christopher York einer Ermittlungsrichterin vorgeführt, die den 47-Jährigen in Untersuchungshaft schickte.

Die Vertretung des Beschuldigten übernahmen der Bielefelder Strafverteidiger Dr. Holger Rostek und sein Sohn Peter Rostek. Nach der Vorführung sagte Dr. Rostek: »Mein Mandant hat keine Angaben gemacht und wird das auch vorläufig nicht tun. Ich warte jetzt darauf, dass man mich in die Ermittlungsakte sehen lässt.«

Die Familie W. war erst vor knapp zwei Jahren nach Bünde gezogen. Davor hatte sie in Spenge gelebt. Damals soll Markus W. in Löhne als Lkw-Fahrer für eine Spedition gearbeitet haben..

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