Sa., 08.12.2018

Nach Zeugenhinweis zunächst schwere Straftat in Bünde befürchtet Prügelei löst Polizei-Großeinsatz aus

Von Daniel Salmon

Bünde  (WB). Eine Schlägerei zwischen zwei betrunkenen Männern hat am Donnerstag in Bünde, wie berichtet, einen Großeinsatz der Polizei nach sich gezogen. Denn nach einem Hinweis aus der Bevölkerung konnte ein Kapitalverbrechen zunächst nicht ausgeschlossen werden.

Etwa gegen 12 Uhr hatte sich ein Zeuge bei den Beamten gemeldet. »Er hatte berichtet, dass sich zwei Männer an der Holser Straße geprügelt hätten und einer der Beteiligten den anderen dann in ein Auto gezerrt habe. Das Fahrzeug sei dann davon gefahren. Das Kennzeichen hatte der Zeuge notiert«, schildert Herfords Kreispolizeisprecher Steven Haydon.

Die Ordnungshüter nahmen den geschilderten Sachverhalt sehr ernst. Weil ein schweres Gewaltverbrechen zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, übernahm das Polizeipräsidium in Bielefeld den Fall.

Zivilstreife stoppt gesuchtes Auto

Im Zuge der Fahndung konnte eine Zivilstreife das gesuchte Auto – einen VW Caddy – gegen 14.30 Uhr auf der B239 in Kirchlengern stoppen. Bei den beiden Insassen handelte es sich um zwei in Russland geborene Deutsche, die alkoholisiert waren. »Der 31-Jährige aus dem Märkischen Kreis und der 32-Jährige aus dem Hochsauerland-Kreis wurden zunächst festgenommen«, so Steven Haydon.

Hundertschaft im Einsatz

Weil das Duo bei seiner Vernehmung zunächst keine Angaben machte, entschlossen sich die Bielefelder Ermittler dazu, nach der vermeintlich ins Auto gezogenen Person zu suchen. An der Holser Straße in Ennigloh rückten am Donnerstagabend Beamte einer Einsatzhundertschaft und Suchhunde an. Auch ein Polizeihubschrauber beteiligte sich an der Suchaktion.

Bei den weiteren Ermittlungen und der Untersuchung des Caddy fanden sich allerdings keine Hinweise auf ein mögliches Opfer. Weil somit keine Anzeichen für ein Kapitalverbrechen vorlagen, gab das Bielefelder Präsidium die Zuständigkeit wieder an die Herforder Kollegen ab.

Betrunken in Streit geraten

Später kam heraus, dass sich die Situation, die der Zeuge gemeldet hatte, wohl doch nicht so dramatisch darstellte, wie zunächst befürchtet. »Die Männer gaben an, auf einem Bünder Friedhof das Grab der Mutter eines der beiden besucht zu haben. Sie waren betrunken und sind in Streit geraten. Offenbar hat der eine den anderen niedergeschlagen und dann ins Auto verfrachtet. Das hat der Zeuge beobachtet«, so Polizeisprecher Haydon. Der Auslöser der handfesten Auseinandersetzung sei unklar.

Mittlerweile ist das Duo wieder auf freiem Fuß. So ganz aus dem Schneider sind der 31-Jährige und sein Kumpan aber nicht. Denn die Polizei ermittelt gegen sie wegen zumindest zwei Verkehrsdelikten. Neben der – wohl offensichtlichen – Trunkenheitsfahrt steht auch eine Verkehrsunfallflucht im Raum.

Keine schwere Straftat

»Zwar liegt nach derzeitigem Ermittlungsstand keine schwere Straftat vor. Letztlich muss man aber sagen, dass der Zeuge, der den Vorfall am Donnerstag meldete, komplett richtig reagiert hat«, so Haydon. Bei verdächtigen Beobachtungen sollten Bürger keine Scheu haben, den Notruf der Polizei zu wählen.

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